Warum die USA sich wirklich aus Afghanistan zurückzogen – und warum sie für Milliarden Waffen zurückließen

Warum die USA sich wirklich aus Afghanistan zurückzogen – und warum sie für Milliarden Waffen zurückließen

Die USA verließen Hals-über-Kopf – so das Narrativ – Afghanistan. Und wurden dort quasi von Barfußkriegern von heute auf morgen vertrieben. Dies nach über 20 Jahren angeblich so erfolgreicher Besatzung für die Frauenrechte, Menschenrechte und die Demokratie und die ganzen anderen westlichen Werte.

Innerhalb von wenigen Tagen übernahmen die Taliban die Macht, so las man in westlichen Publikationen.

Und während die US-Soldaten aus Afghanistan flüchten mußten. ließen sie dort für Milliarden Waffen liegen, angeblich unfreiwillig:

Wir alle erinnern die schönen Bilder von US-Soldaten die flüchten und Bilder der Leute die den US-Herrschern dienten welche noch verzweifelt versuchen, in Flugzeuge zu kommen und das Land zu verlassen.

Ein Narrativ, das nicht hinterfragt wird, obwohl es augenscheinlich komisch ist, daß nach 20 Jahren Besatzung Barfußkrieger die hochgerüsteten USA vertreiben können.

Rückzug also wirklich wegen militärischer Niederlage gegen die Taliban?

Wohl eher, weil schon an dem Ukraine-Szenario gearbeitet wurde und man sich auf Rußland und schließlich China konzentrieren wollte in der Zukunft.

Aber warum wurden Waffen im Wert von Milliarden zurückgelassen?

In Wahrheit wohl, weil wenn es China nicht gelungen wäre, mit den neuen alten Machthabern in Afghanistan diplomatische Beziehungen aufzubauen, daß dann das Projekt der Neuen Seidenstraße empfindlich gestört worden wäre. Und dies dann durch ein militärisch gut gerüstetes Land. Also war es wohl erstmal nichts mit einer Einbindung von Afghanistan.

So titelte der Münchner Merkur denn auch 2021 nach dem „Rückzug“ der US-Besatzer aus dem Land: „Taliban: Warum die Chancen für Chinas „Neue Seidenstraße“ in Afghanistan schlecht stehen“.

Die Nato-nahe Publikation „Die Zeit“ läßt Theo Sommer in einer Kolumne 2021 nach dem US-Rückzug schreiben: „China könnte versuchen, das Vakuum in Afghanistan auszufüllen, fürchtet der Westen.“ Die Befürchtung träfe „bedauerlicher Weise“ (sic!) zu, so heißt es im Text. Aber der Titel darüber lautete: „In einem Bürgerkriegsland läßt sich keine Seidenstraße bauen„.

Offenbar gingen die ganzen Waffen nicht in ein Bürgerkriegsszenario, sondern die Taliban waren weitaus friedliebender als erwartet. (notabene unterbanden sie auch den in 20 Jahren US-Herrschaft aufgebauten Heroinanbau auf quasi null, aber das ist ein anderes Thema).

Apropos „Waffengeschenke“: Ganz so großzügig wie bei den Waffengeschenken waren die USA in anderen Punkten nicht. Während die USA die Waffen zurückließen und „schenkten“, beschlagnahmten sie im Gegenzug die Zentralbankguthaben von Afghanistan. Die „Waffengeschenke“ waren also nicht gratis. Und mußte das bettelarme Land für ein Geschenk zahlen, das es nie wollte. Der Schenker holte sich einfach seine Bezahlung (und verlor somit noch einmal mehr Vertrauen im internationalen Zahlungsverkehr, zusätzlich zu dem Vertrauensverlust nach den illegalen Beschlagnahmungen von russischen Vermögenswerten)

Rückblende

Schon 2017 gab es Gespräche bei denen China versuchte, Afghanistan zu gewinnen. Das Problem allerdings: China hatte bereits Pakistan als Partner der Neuen Seidenstraße gewinnen können, aber zwischen Pakistan und Afghanistan bestanden damals massive Spannungen. China reagierte gechickt mit einem Dreier-Treffen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete damals: „Zu der als „Neue Seidenstraße“ bekannten internationalen Wirtschaftskooperation Chinas soll nach Pakistan auch der gemeinsame Nachbar Afghanistan hinzustoßen. Nach einem ersten Dreier-Treffen der Außenminister der Länder sagte der chinesische Ressortchef Wang Yi an diesem Dienstag, er hoffe auf eine Mitarbeit Afghanistans.„

Es war also vor dem Rückzug aus Afghanistan den USA bekannt, daß China Interesse an dem Land hatte.

Afghanistan und das Projekt Neue Seidenstraße

Wie wichtig das Land Afghanistan für das Projekt Neue Seidenstraße ist in einem Artikel der Deutschen Wirtschafts-Nachrichten mit dem Titel „Neue Seidenstraße: Warum Afghanistan eine wichtige Rolle für China spielt“ nachzulesen.

Es kam aber anders: „Die Taliban wollen ein Team nach China schicken, um einen formellen Beitritt zu Pekings Seidenstraße vorzubereiten. Gespräche über die Erschließung einer afghanischen Kupfermine laufen schon.“ so berichtete am

In dem Artikel des Spiegel heißt es außerdem: „Peking ist seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im Jahr 2021 bestrebt, seine Beziehungen zu der radikalislamischen Regierung auszubauen. Im vergangenen Monat hat die Volksrepublik als erstes Land einen Botschafter in Kabul ernannt.„

Ja, kein Wunder. Natürlich versuchte Peking sofort, Beziehungen zu der neuen Regierung Afghanistans aufzubauen. Aus den bereits obgenannten Gründen. Übrigens, ist es Ihnen aufgefallen: Jetzt wird wieder von „Regierung“ in westlichen Medien geschrieben, die Taliban sind kein Regime mehr oder Ähnliches sondern eine Regierung.

Anders als im erstaunlich sachlichen Spiegel-Artikel so ein anonymer Bericht ohne Autor in der deutschen Zeitung „Die Welt“. Hier wird hinzugefügt, nicht näher bezeichnete „Kritiker“ erhöben Vorwürfe, wie schlimm China seinen Einfluß in Schwellen- und Entwicklungsländern ausbaue und böse Kredite vergebe, deren planmäßige Bedienung angeblich immer mehr Schwellen- und Entwicklungsländern Probleme bereite. Das ganze dann garniert mit einem Bild von Putin und Xi. Den beiden aktuellen Feinden des Wertewestens bzw. der USA und ihrer Vasallenstaaten. Wörtlich:

„Kritiker werfen der Volksrepublik vor, mit dem Projekt ihren Einfluss auszuweiten und Abhängigkeiten zu schaffen. In den vergangenen Jahren bekamen immer mehr Schwellen- und Entwicklungsländer Probleme, die von China für den Bau von Infrastruktur aufgenommen Kredite planmäßig zu bedienen.“

Notabene etwas, was Weltbank, USA und der konsolidierte Westen ja niemals tun würden, Kredite zu vergeben, deren Bedienung Schwierigkeiten machen könne und Abhängigkeiten schafft.


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Quellen

a) www.merkur.de/politik/china-afghanistan-taliban-seidenstrasse-investitionen-emirat-sicherheitslage-zr-90936071.html

b)

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/afghanistan-und-china-taliban-verhandeln-beitritt-zu-neue-seidenstrasse-projekt-a-14fc3232-8ec6-4ef4-8774-a4d6ec127662

Sicherung 1:
https://archive.is/wip/JMmdR

Sicherung 2:
https://web.archive.org/web/20240000000000*/https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/afghanistan-und-china-taliban-verhandeln-beitritt-zu-neue-seidenstrasse-projekt-a-14fc3232-8ec6-4ef4-8774-a4d6ec127662

c)

www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article248088956/Neue-Seidenstrasse-Taliban-sind-fuer-Handelsroute-bereit-fuer-Investitionen-aus-China.html

Sicherung 1:
https://archive.is/fUQPx

Sicherung 2:
https://web.archive.org/web/20240000000000*/www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article248088956/Neue-Seidenstrasse-Taliban-sind-fuer-Handelsroute-bereit-fuer-Investitionen-aus-China.html

d)
www.faz.net/aktuell/finanzen/china-und-pakistan-wollen-afghanen-in-neue-seidenstrasse-einbinden-15358813.html

Sicherung 1:

https://archive.is/Muyjc

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