Spanien sperrt ab diesem Montag Telegram

Spanien sperrt ab diesem Montag Telegram

Das dürfte dem Tor-Browser nützen und natürlich VPN-Diensten mit denen man Ländersperren umgehen kann: Weil sich spanische Medienunternehmen über Urheberrechtsverletzungen auf Telegram beschwerten, hat ein hohes Gericht nun eine Komplettsperre verfügt.

Die Medienunternehmen Mediaset, Atresmedia und Moviestar Plus hatten gegen Telegram wegen Verletzung von Vorschriften zum Schutz des Urheberrechts geklagt.

Die umstrittene Richter-Entscheidung stieß bereits auf breite Kritik. Die Verbraucherschutzorganisation FACUA bezeichnete sie als „absolut unverhältnismäßig“ und betonte, die Sperrung des beliebten Dienstes werde „enormen Schaden“ anrichten. FACUA-Generalsekretär Ruben dazu: „Das wäre so, als würde man das Internet abschalten, weil es Webseiten gibt, die illegal urheberrechtlich geschützte Inhalte hosten, oder das gesamte Fernsehsignal kappen, weil es Kanäle gibt, die Piraterie betreiben.“

Der Berufsverband für Computertechnik Consejo General de Colegios Profesionales de Ingeniería kritisierte die Entscheidung der spanischen Justiz als „überraschend“.

Dies, zumal Ermittlungen zu Drogenhandel, Terrorismus oder Darstellungen von sexuellem Kindesmißbrauch auf Instagram bisher nicht dazu geführt hätten, die Anwendung zu blockieren.

Fernando Suarez, der Präsident des Allgemeinen Rates der Berufsverbände der Computertechnik in Spanien, äußerte sich ähnlich und verglich die Sperrung von Telegram mit der „vollständigen Sperrung einer Provinz in unserem Land, weil es in diesem Gebiet einen Fall von Drogenhandel oder Diebstahl gab“.

Ländersperren lassen sich jedoch per VPN umgehen.

Totalitarismus auch in anderen EU-Ländern

In Deutschland hatte die umstrittene Bundesinnenministerin Nancy Faeser vor zwei Jahren ins Spiel gebracht, Telegram zu sperren.

Telegram würde häufig von Rechtsextremisten und Verschwörungsgläubigen zur Mobilisierung genutzt, fand Faeser.

Allerdings: Weil Telegram die Identität seiner Nutzer mehr schütze als us-amerikanische Dienste wie Facebook, Instagram oder WhatsApp, wird er von Regimegegnern in Diktaturen aber auch von Regierungskritikern in Rußland oder dem Iran bevorzugt.

admin

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