2 Meldungen auf RT, die sich etwas widersprechen
Es fand, wie sowohl westliche als auch russische Medien berichten, der größte Angriff auf das ukrainische Stromnetz während des Ukraine-Stellvertreterkrieges zwischen den USA und Rußland statt.
Somit hat offenbar die russische Armeeführung bzw. hat Putin offenbar gewartet bis die Temparaturen etwas steigen und diese Angriffe nicht bereits im tiefsten Winter durchführen lassen.
Während dieser Angriffe auf die ukrainischen Energienetze bringt RT Deutsch aber zugleich eine Meldung über die Verurteilung eines ukrainischen Offiziers, der Angriffe auf russische Energie (Erdölanlagen) befahl.
Dies widerspricht offensichtlich einer anderen Meldung, in welcher Angriffe auf Energieinfrastruktur (Stromnetze) als kein Terror, sondern als legitim bezeichnet werden.
Meldung 1 im Wortlaut (kursiv), bezeichnet Angriffe auf Energieinfrastruktur (Öl) als Terror:
Rußland beschuldigt ukrainischen Offizier des Terrorismus wegen Angriffs auf Erdölanlage
Die russische Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen im Strafverfahren gegen einen Offizier der ukrainischen Streitkräfte beendet. Laut einer Erklärung handele es sich um Jewgeni Bulazik, auf dessen Befehl im April 2022 ein Erdölterminal im russischen Gebiet Brjansk angegriffen worden war.
Im Laufe der Ermittlungen wurde festgestellt, dass zwei ukrainische Su-24M-Bomber auf Befehl von Bulazik illegal den Luftraum der Russischen Föderation überflogen und mindestens zwei Sprengbomben auf den Ölterminal abgeworfen hatten. Infolgedessen sei das Energieinfrastrukturobjekt beschädigt worden.
Der Ukrainer wurde eines vor der organisierten Gruppe begangenen Terroraktes beschuldigt, wodurch erhebliche materielle Schäden entstanden, so die Anklageschrift. Da Bulazik vor der Untersuchung geflohen war, wurde der Fall in Abwesenheit der Angeklagten verhandelt.
Im November 2023 war Bulazik zur internationalen Fahndung ausgeschrieben und in Abwesenheit verhaftet worden. Seit dem Februar dieses Jahres steht der Ukrainer auf der von russischen Behörden zusammengestellten Liste der Terroristen und Extremisten.“
Meldung 2 im Wortlaut (kursiv) bezeichnet Angriffe auf Energieinfrastruktur nicht mehr als Terror:
Saporoschje-Behörden zum Stillstand des Wasserkraftwerks Dnjepr: Ein großer Verlust für Kiew
Durch die Einstellung des Betriebs am Wasserkraftwerk Dnjepr verlor die Ukraine in den von ihr kontrollierten Landesteilen eine mächtige Energiequelle, sagte Wladimir Rogow, das Hauptverwaltungsmitglied des Gebiets Saporoschje, der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Hierzu wird der Beamte mit den Worten zitiert:
„Es handelt sich um eine Leistung von knapp 1.600 Megawatt. Das Wasserkraftwerk Dnjepr ist die leistungsstärkste Anlage, die Teil eines einheitlichen Energiesystems war und mehr als zehn Prozent der täglichen Stromverteilung bereitstellte.“
Ferner gab Rogow an, dass es jetzt viel mehr und häufiger Stromausfälle geben werde.
„Dies wird sich auf die Herstellung von Militärprodukten und -ausrüstung sowie auf das Geschäft der ukrainischen Oligarchen wie Wiktor Pintschuk und Rinat Achmetow auswirken, die zahlreiche Energieunternehmen besitzen und die Streitkräfte der Ukraine sponsern.“
Apropos, eine Hinzufügung, denn auch die US-Medien äußern sich zeitgleich:
Laut einem Bericht der Financial Times (FT) haben die USA die Ukraine aufgefordert, die Angriffe auf in Rußland liegende Ölraffinerien einzustellen. Washington befürchte, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Quellen, dass durch die Attacken die Rohölpreise in die Höhe getrieben und Vergeltungsmaßnahmen vonseiten Moskaus provoziert werden könnten.
Die US-Regierung habe hochrangige Beamte des Sicherheitsdienstes und des Militärnachrichtendienstes der Ukraine mehrmals vor Angriffen dieser Art gewarnt, teilt die FT mit. Eine der Quellen der Zeitung betont, dass das Weiße Haus zunehmend über Kiews Angriffe auf Ölraffinerien und Lagereinrichtungen im Westen Russlands verärgert sei.
In Washington sei man besorgt wegen einer möglichen Beeinträchtigung der Energieinfrastruktur, auf die sich der Westen verlasse. Dazu gehöre laut der FT die CPC-Pipeline, die Öl aus Kasachstan durch Russland auf den Weltmarkt transportiere und von westlichen Unternehmen wie ExxonMobil und Chevron weiterverarbeitet werde.
In der Weltwoche kommentiert Wolfgang Koydl dazu:
„Entgleitet den USA die Kontrolle über ihr ukrainisches Mündel?“
…/…
„Nichts ärgert Amerikaner mehr, als tief für eine Tankfüllung in die Tasche greifen zu müssen. In einem Wahljahr bekommt den Ärger dann der amtierende Präsident zu spüren.
Das also steckt hinter den westlichen Werten, die in der Ukraine verteidigt werden, in den Nibelungenschwüren unverbrüchlicher Treue, im Bekenntnis, Russland dürfe nicht gewinnen.
Fliegt alles aus dem Fenster, sobald es um die wichtigen Dinge geht. Das Preisschild an amerikanischen Tankstellen und die Wahlchancen von Joe Biden.“
https://weltwoche.ch/daily/financial-times-die-usa-protestieren-gegen-ukrainische-angriffe-auf-russische-oel-depots-denn-das-trifft-indirekt-auch-washington/
(rm)