Markus Krall wandert in die Schweiz aus – und empfiehlt allen, jetzt auch aus Deutschland auszuwandern
Ein Kommentar von Remo Maßat
Markus Krall wandert in die Schweiz aus und weil er es grad tut, empfiehlt er allen anderen, ebenfalls auszuwandern. Kein Scherz.
Wie innovativ ist es, nach dem jahrzehntelangen Niedergang aktuell die Auswanderung aus Deutschland zu empfehlen?
Und dann zu sagen, weil man selbst auswandert sollen´s alle anderen jetzt auch tun.
Auch die Anlage in Gold ist nicht wirklich etwas Neues.
Der deutsche Autor Markus Krall ist dabei, in die Schweiz auszuwandern und empfiehlt in einem Video allen Deutschen, ebenfalls auszuweandern. Er würde allen raten, „alles zu verkaufen und das Land zu verlassen“
Man dürfe als Leistungsträger ein „System der Ungerecchtigkeit, des Diebstahls, des Raubes und der Lüge“ nicht unterstützen. Krall hat also solange dafür gebraucht, das zu erkennen bis in Deutschland Brücken einstürzen (Carolabrücke). Wer Zug fährt konnte bei Besuchen in Deutschland schon seit Jahrzehnten den Niedergang beobachten. Immer mehr Verspätungen, die Ankunftszeit ein Glücksspiel. Inzwischen hat die Deutsche Bahn Pünklichkeit nicht mehr zum Ziel.
Außerdem gründet er eine Gold-Vertriebsfirma, die er unter einer amerikanischen URL eingerichtet hat, Goldrevolution.com, und empfiehlt, in Gold zu investieren.
Argentinien „mit Sicherheit das interessanteste Land auf dem Planeten“
Auf die Frage nach attraktiven Auswanderungsländern nennt er explizit Argentinien.
Milei habe das Land auf Fahrt gebracht. Das kann man durchaus auch anders sehen. In Argentinien seien zudem die Mieten stark gesunken. Ob sinkende Mieten ein Zeichen sind für eine gute Entwicklung eines Landes? Weiter die Frage, warum in die Schweiz auswandern und nicht in das „mit Sicherheit interessanteste Land auf dem Planeten“, wie Krall Argentinien anpreist, das „Auswanderungsland der Zukunft“. Krall preist die Leistungen des neuen Präsidenten Milei. Bekannte Ökonomen und Wirtschaftsexperten wie Ernst Wolff sehen das völlig anders.
Im Gespräch mit Videokanal von Chrissy Riegger, deren Partner Finanzberatung anbietet, handelt Krall auch die EU-Länder ab. Frankreich schlimm, Großbritannien eine große Enttäuschung, hier sei eigentlich keines zu empfehlen. Seine „Wahlheimat Mallorca“ sei noch gut, so Krall.
Offenbar hat er noch nie etwas von Ungarn gehört, ein Land, das sich ähnlich wie Slowenien neutral positioniert (im Gegensatz zur Schweiz, die ausgerechnet jetzt nach über 2 Jahrhunderten die Neutralität aufgegeben hat). Und das mit China – wie die Schweiz auch – Handelsabkommen geschlossen hat. China importiert Waren über Ungarn nach Europa. Und läßt in Zukunft sogar in Ungarn fertigen. Ab 2025 sollen in Ungarn BYD-Fahrzeuge gefertigt werden, so der chinesische Autohersteller. Ungarn ist das Land mit den meisten chinesischen Investitionen innerhalb der EU. China investiert in mehrere weitere E-Autofabriken und große E-Batterie-Fabriken. Allein im Raum Debrecen entstehen 7 neue chinesische Fabriken oder sind schon in Betrieb, berichtet die staatliche Deutsche Welle und kritisiert, Anwohner hätten zu wenig mitzureden und es würden Umweltverschmutzungen gefürchtet.
Wobei Atomkriegs-Kalkulationen des US-Pentagons sowohl gegen die Schweiz als auch Ungarn sprechen bzw. gegen alle europäischen Länder, besonders Deutschland oder Polen.
Immerhin empfiehlt Krall auch Rußland zum Auswandern, ein Land, das sich marktwirtschaflich orientiert während gerade paradoxerweise die meisten ehemals marktwirtschaftlich orientierten Länder auf Planwirtschaft umstellen. Das allerdings – wie Europa – mit einer großen Kriegsgefahr eines US-Nato-Krieges belegt ist.
So oder so: Weil man selbst – wie Markus Krall – nach Jahrzehnten des Niedergangs just jetzt doch noch auf die Idee kommt, Deutschland zu verlassen und jetzt auf die Idee kommt, Gold sei eine gute Anlage, muß man nicht auswandern oder Gold kaufen.
Aber ansonsten ist dies natürlich eine richtige und kluge Idee für viele Leute in Anbetracht der gegenwärtig laufenden Politik der De-Industrialisierung – abgesehen einmal davon, daß viele Leute nicht so einfach wegkönnen oder weg wollen, wenn sie Haus, Hof oder auch noch Tiere haben. Aber das ist ein anderes Thema.
(rm)
(Foto: Bildschirmfoto Video C. Riegger)