Wie freisinnig ist der Freisinn?
Die FDP Schweiz hat gerade Schlagzeilen wegen ihrer Freisinnigkeit.
Schlagzeilen darüber wie sie mit verschiedenen Meinungen bzw. von der Parteilinie abweichenden Meinungen umgeht.
Das ist ganz interessant, denn:
Gerade eine Partei, die sich für den Freisinn hält, sollte besonders offen sein für verschiedene Richtungen innert der Partei.
Die SVP etwa erträgt ja auch den eigentlich eher in die FDP gehörenden Peter Spuhler. Der wohl einzig deswegen in der Partei SVP geblieben war, weil er sich erhoffte, so Bundesrat werden zu können. Und prompt sich zurückzog aus der Politik der Partei als diese Ambitionen in weiteste Ferne rückten.
Die Partei hat auch Leute wie Sämi Schmid oder Eveline Widmer-Schlumpf etc. solange ertragen bis es sogar zu einer Abspaltung kam. Man hatte nicht mit Parteiauschlüssen gearbeitet. Sondern sogar Leute, wie Schmid, die öffentlich von einem „manchmal schwierigen Verhältnis“ zur eigenen Partei kokettierten, weiter gefördert und sogar Bundesrat werden lassen.
Die Frage nach der Freiheit des Denkens und der Toleranz verschiedener Richtungen ist gerade gegenwärtig Thema bei der FDP aufgrund der Person Nicolas A. Rimoldi, die aus der FDP ausgeschlossen werden soll.
Egal, was man von der Person hält, ist der Fall in punkto Freisinnigkeit / Freigeistigkeit und Meinungstoleranz / Liberalität der sich selbst als liberal sehenden Partei FDP / Die Liberalen, interessant.
Während man sich kaum wundert, wenn Gekeife und Gekreische entsteht bei abweichenden Meinungen bei mehr planwirtschaftlich, etatistisch orientierten Parteien wie den Grünen oder SP, ist dies bei der FDP schon ein bißchen anders.
Daß es bei SP oder auch den Grünen fast schon Nulltoleranz bei abweichenden Meinungen gibt, mußte vor einigen Jahren Bastian Girod erfahren, der von Ruth Genner mit der „Höchststrafe“ (Blick) in die rassistische Ecke gestellt wurde, weil er leise wagte zu fragen, ob denn viel Zuwanderung nicht auch die Umwelt belaste durch mehr Straßenbau etc.
Unabhängig davon, was man von Zuwanderung hält oder nicht ist es bezeichnend gewesen, daß jemand, der auch bloß nur leise drauf hinweist, daß Zuwanderung auch mehr Wohnungsbau, mehr Straßen, mehr ÖV usw. mit sich bringt, gleich öffentlich aggressiv gegeißelt wird.
Wobei, die heutige FDP unter Petra Gössi ist ja grün-ideologisch geworden und versucht die Grünen links-grün zu überholen. Insofern dürfte dann wohl Nicolas A. Rimoldi der Rausschmiß sicher sein.
Apropos „links-grün überholen“ der FDP
Es dürfte kaum von Erfolg gekrönt sein was die Parteileitung um Gössi gerade versucht, auf der grünen Welle zu reiten und teilweise Grünliberale, SP und die Grünen selbst noch links überholen zu wollen in punkto Umwelt, Klima und Co.
Denn warum soll jemand mit einer Einstellung, die links-grün ist, anstatt den Originalen SP und Grüne anstattdessen FDP wählen? Die Anbiederung geht daher wohl nach hinten los.
Apropos liberale Medien
Die NZZ-Anteile kann man ja nur kaufen, wenn man nachweist, daß man freisinnig / liberal / freiheitlich ist.
Gemäß Statuten der NZZ, welche ja bekanntermaßen dem sogenannten Freisinn nahesteht.
Daß liberale Medien gar nicht immer so sehr liberal sind mußte erst jüngst der Journalist Milosz Matuschek erfahren.
Remo Maßat
(Beitragsbild: Ausriß Twitterprofil Rimoldi)