Wie liberal ist die NZZ? Kolummnist geschaßt nach Hinterfragen der Covid-Maßnahmen

Der Artikel dürfte der gewesen sein, welcher in jüngster Zeit bei der NZZ mit Abstand die meisten Klicks erhalten hat, am meisten geteilt wurde und am meisten gelobt wurde.
Die Flut an positiven Kommentaren, zu großen Teilen sogar begeisterten Kommentaren, wurde erst gestoppt durch Schließung der Kommentarfunktion.
Die Kolummne wurde vielfach geteilt, per Mail verschickt und auch zitiert, in einem Fall gänzlich. Und sogar in mehrere Sprachen übersetzt innert kürzester Zeit. Sowie vertont und ins Audioformat gebracht.
Die NZZ ließ letzteres allesamt löschen.
Anschließend flog noch der Verfasser.
Was war passiert?
Ein langjähriger Kolumnist, Milosz Matuschek, verfaßte einen hinterfragenden Bericht zu den Covid-Maßnahmen mit dem Titel “Was ist, wenn am Ende die Covidioten recht haben?”
Die Einleitung lautete:
“Auch mit Statistiken läßt sich trefflich lügen. Es ist unredlich, aus der Zunahme der Neuinfektionen eine derart große Gesundheitsgefahr abzuleiten, wie das derzeit vonseiten der Politik und der Medien geschieht.”
Und so ging es weiter, anhand von Zahlen und Fakten wurden die Corona- / Covid-Maßnahmen hinterfragt seitens des Autors.
Autor geschaßt
Gestern berichten das Portal “Inside Paradeplatz“, das Portal Persönlich.com sowie der betroffene Autor selbst (auf Twitter), daß er geschaßt wurde. Er darf nicht mehr für die NZZ schreiben.

Angeblich – so die Version der NZZ – weil er es erlaubte, daß sein Beitrag vollständig zitiert wurde in einem Drittmedium. (auf dem alternativen Medium KenFM um den linken deutschen Aktivisten – der wäre er Russe, Chinese, so würde man wohl sagen “Dissidenten” – Ken Jebsen). Matuschek hingegen sagt, er könne sich nicht erinnern jeweils die Rechte an seinen Texten ausschließlich der NZZ abgetreten zu haben, eine solche Vereinbarung bestünde nicht (siehe hierzu auch Verlinkungen oben).

Die NZZ setzte sich offenbar nicht via KenFM.de in Verbindung, sondern öffentlichkeitswirksam via Twitter.
Übersetzungen in mehrere Sprachen und Vertonung eliminiert
Irgendwie sieht liberales Medienschaffen in der Vorstellung vieler Leser anders aus.
Die NZZ veranlaßte nicht nur die Löschung der Wiedergabe der Kolummne auf dem Portal KenFM (dort im Übrigen mit ordnungsgemäßem Verweis darauf, daß diese zuerst in der NZZ erschienen war).
Sondern sie sorgte damit auch für die Löschung des mühsam ins Audioformat übertragenen Beitrags von Matuschek.
Und mehr noch: Auch für die Löschung von Übersetzungen in mehrere Sprachen.
Kurzum: Anstatt sich zu freuen, daß sie einen Kolummnisten hat, der sogar flugs kurz nach Erscheinen seiner Kolummne in der NZZ in mehrere Sprachen übersetzt wird und dessen Kolummne vertont wurde (wann kommt das schon mal vor?), reagiert sie aggressiv.
KenFM gab also nach und löschte. Möglicherweise auf Bitten des Kolummnisten oder möglicherweise einfach, weil die NZZ es forderte. Bzw. wegen der massiven Drohungen der NZZ mit “juristischen Schritten”.
Doch damit noch nicht genug. Auch der Autor mußte offenbar weg.
Denn sie schaßte kurz darauf im hohen Bogen auch ihren langjährigen Autor, der auch schon bei KenFM zu Gast war.
Wie liberal ist die NZZ?
Der Vorgang erscheint entlarvend.
Und die NZZ hat wohl alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Sich sehr un-liberal verhalten als angeblich liberales Blatt.
Wild um sich geschlagen nur wegen eines Artikels, der die Corona-Maßnahmen hinterfragte.
Mehrere Leser schrieben sogar in den Kommentaren, daß sie genau wegen diesem Artikel ein NZZ-Abo abgeschlossen hätten.
Zitat eines solchen Lesers:
“Dieser Artikel hat tatsächlich zu meinem allerersten Abonnement einer Zeitung überhaupt geführt”.
All die ganzen begeisterten Leser, die gelobt hatten, daß es doch noch kritischen Journalismus und Meinungsvielfalt in der Schweiz gebe, oder wie viele schrieben, daß sie mit dem corona-kritischen Artikel ihren Glauben an den Journalismus wiedergefunden hätten, hat die NZZ mit dem Rausschmiß von Matuschek vor den Kopf gestoßen.
Und mehr noch: Auch Teile der bestehenden (liberalen) Leserschaft des vermeintlich liberalen Blattes werden wohl entsetzt sein. Nicht alle, aber sicher einige.
Vermutlich werden einige deswegen ihr bestehendes Abo bei der vermeintlich so liberalen NZZ kündigen und es in eines des Schweizer Monats tauschen, dessen stellvertretender Chefredaktor Matuschek ist.
Denn es fragt sich: Wie liberal ist die NZZ noch?
Denkvorgaben anstatt Qualitätsjournalismus
Und es ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker der NZZ, allen voran dem NZZ-kritischen Portal “Swiss Policy Research”, welches eigens eine NZZ-Studie durchgeführt hat, die wenig schmeichelhaft erscheint in punkto Liberalität und journalistische Qualität.
Alle, die kritisieren, daß die alten Medien zu einem journalistischen Einheitsbrei mutiert sind, werden sich nun (wohl zu recht) bestätigt sehen.
Im Spiegel, dem ehemaligen deutschen Nachrichtenmagazin, liest man keine wirklichen Enthüllungen mehr, sondern bloß noch, was man denken soll.
Und auch die NZZ, welche ehemals als bestens Qualitätsmedium im deutschen Sprachraum galt, legt die letzten Fetzen von Liberalität stück für Stück mehr ab und wird zum “Das-darfst-Du-denken-und-das-nicht”-Blatt.
(Quelle Beitragsbild: Schweizer Monat, Milosz Matuschek)
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