FINMA-Verwaltungsrat wird (u.a.) italienischer +++ Deutsche BaFin kauft Branson

Drei Wechsel bei der Finma, der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht:

Die Finma ist bzw. gilt offiziell als Aufsichtsbehörde über den Finanzbereich in der Schweiz. Allgemein bekannt ist jedoch, dass sie nicht bloss ein zahnloser Tiger ist, sondern eher ein braver Diener der Grossfinanz.

Hinweisen auf Anlagebetrug geht die Behörde nachweislich nicht nach. Man bekommt eigenartigerweise nicht einmal eine Antwort, selbst wenn man krasse und offensichtliche Verstösse gegen die geltenden Finanzmarktgesetze meldet.

Das Personal der Finma ist zudem keineswegs neutral, sondern oftmals wechseln Leute aus der Grossfinanz direkt in die Aufsichtsbehörde.

Der Bock ist der Gärtner.  (Schweizblog.ch » Mark Branson wird zur Belastung für die Finma – und zwar zu einer schweren)

Zugleich wird immer öfter – zum Beispiel auf dem Finanzportal „Inside Paradeplatz“ – kritisiert, dass die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma die Grossen schützt und die Kleinen hängt bzw. Erstere laufen lässt und an Letzteren Exempel statuiert. Wohl um zu zeigen, dass sie doch tatsächlich ein bisschen eine Finanzmarktaufsichtsbehörde ist.

Nun wurden zwei neue Mitglieder in den Vorstand gewählt. Besonders brisant ein weiterer Wechsel im Direktorium, doch zuerst zu den Verwaltungsrats-Wechsels:

Alberto Franceschetti, ein schweizerischer und zugleich auch italienischer Staatsbürger, war Partner bei den Beratungsfirmen McKinsey und Bain und auch u. a. bei Credit Suisse.

Multinational: Alberto Franceschetti (https://www.elipslife.com/en/bel/Company/Organisation)
Multinational: Alberto Franceschetti (https://www.elipslife.com/en/bel/Company/Organisation)

Marzio Hug hingegen kommt von der Deutschen Bank (früher Credit Suisse unter anderem) und sammelte noch mehr Staatsangehörigkeiten: Die schweizerische, britische und italienische.

Deutsche BaFin kauf Branson ein

Nebst dem Verwaltungsratswechsel gibt es auch eine Veränderung im Direktorium: Brisanter erscheint jedoch auf den ersten Blick weniger, wer neu kommt, sondern wohin der geht, der geht. Direktes Wissen aus der obersten Schweizer Finanzmarkt-Aufsicht ist billiger als jede Spionage.

Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen einen Kauf (eine Gründung) einer Bank, so schrieb Berthold Brecht. Was ist Steuer-CDs illegal erwerben am kriminellen Grau- und Erpressungsmarkt gegen den Kauf eines Aufsichtsbehördenmitglieds? Dies muss sich die deutsche BaFin-Aufsichtsbehörde, das Pendent zur Schweizer Finma, gedacht haben:

Urban Angehrn, ein „Veteran des Versicherers Zürich“ (Finews), übernimmt am 1. November das Amt des Direktors von Mark Branson (siehe Link oben), welcher zur deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) weiterzieht.

Früher wäre so etwas unmöglich gewesen:

Branson wird also von einem loyalem Schweizer Beamten zu einem loyalem deutschen Beamten.
Und behält natürlich alle Amtsgeheimnisse für sich.

Und wer´s glaubt wird selig.

Urban Angehrn (LinkeIn). Alles durch: Credit Suisse First Bosten, JP Morgan, Harvard, New York, Axa, Zurich, etc. etc.

Bringen sie Verbesserungen?

Aus der aktuellen Mitteilung des Bundesrates zur Neubesetzung im Finma-Verwaltungsrat im Wortlaut:

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 20. Oktober 2021 Dr. Alberto Franceschetti sowie Marzio Hug als neue Mitglieder des Verwaltungsrates der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) gewählt. Sie folgen auf Bernard Keller und Franz Wipfli, die Ende Dezember 2021 aus dem Verwaltungsrat zurücktreten. Dr. Alberto Franceschetti ist promovierter Ökonom und verfügt mit Schwerpunkt Strategieentwicklung über eine langjährige Erfahrung im Finanzdienstleistungssektor sowie der Unternehmensberatung. Marzio Hug verfügt über eine grosse Expertise im Risk Management sowie Kreditgeschäft und bringt ebenso eine langjährige Berufserfahrung aus dem Corporate und Investment-Banking mit.

Der Bundesrat nahm unter Verdankung der geleisteten Dienste Kenntnis vom Rücktritt der FINMA-Verwaltungsratsmitglieder Bernard Keller und Franz Wipfli. Beide Mitglieder hatten ihren Rücktritt per Mitte der laufenden Amtsperiode 2020 – 2023 bereits bei ihrer Wiederwahl im Jahr 2019 angekündigt. Für den Rest der laufenden Amtsperiode hat der Bundesrat Dr. Alberto Franceschetti und Marzio Hug in den Verwaltungsrat gewählt. Unter Vorbehalt der Erteilung einer Sicherheitserklärung nach der Verordnung über die Personensicherheitsprüfung (PSPV, Art. 22 Abs. 1 Bst. a) werden die neu gewählten Mitglieder ihr Mandat am 1. Januar 2022 antreten.

Dr. Alberto Franceschetti promovierte an der Universität St. Gallen in Wirtschaftswissenschaften. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Berufserfahrung als Berater sowie aus dem Finanzdienstleistungssektor mit Fokus auf Versicherungs- und Finanzunternehmen. Dr. Alberto Franceschetti war unter anderem Partner bei den Strategieberatern Bain & Company und McKinsey & Company, betreute Mandate für zahlreiche globale Finanzinstitute und war bei der Credit Suisse in Strategierollen sowie in der Unternehmensentwicklung im Private Banking und Wealth Management tätig. Dr. Alberto Franceschetti verfügt zudem über mehrjährige Erfahrung als CFO und CRO einer liechtensteinischen Lebensversicherungsgesellschaft.

Marzio Hug bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung im Corporate und Investment-Banking sowie grosse Expertise im Risk Management und Kreditgeschäft mit. Er begann seine Karriere bei der Tessiner Kantonalbank sowie der Bank of Tokyo und wechselte anschliessend zur Credit Suisse, wo er im Corporate Finance tätig und für internationale europäische Unternehmen zuständig war. Darauf folgte eine 25-jährige Laufbahn bei der Deutschen Bank in London und Sydney, wo er zuletzt Chief Risk Officer für EMEA und für das Asset Management-Geschäft war.

Beide neu gewählten Mitglieder sind mit dem italienischen Sprachraum verbunden und bereit, einen Fokus auf die Anliegen der italienischen Schweiz zu legen.

Neben der Wahl der neuen Mitglieder hat der Bundesrat die angepassten Bedingungen zur Ausübung des Amts als Verwaltungsratsmitglied der FINMA genehmigt. Diese enthalten unter anderem zusätzliche Regelungen zur Vermeidung von Interessenkollisionen.

Remo Massat

 

admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert