Telepolis-Artikel-Löschungen rückgängig gemacht
Telepolis hat die Sperrung seines Archivs wieder rückgängig gemacht. Der Chefredaktor, der diese „Qualitätsoffensive“ damit begründet hat, daß vor seinem Amtsantritt 2021 manche Autoren das Magazin „mißbraucht“ hätten, will künftig das Reinheitsgebot „journalistischer Standards“ hochhalten.
Monatelang gesperrtes „Telepolis“-Archiv-Artikel sind somit überraschend nach der vielkritiserten Löschaktion wieder erreichbar. Der Chefredaktor des deutschen Magazins äußert im Interview: Frühere Autoren hätten Telepolis „mißbraucht“. Er wolle als Ziel eine „schwarze Null“ erreichen.
Warum sind die Artikel wohl wieder verfügbar? Der Grund dürfte eine massive Einbuße an Leserzahlen sein wegen gebrochener Links aber auch der Ruinierung des Rufs als unabhängiges Magazin. So wird das natürlich dann nichts mit einer „schwarzen Null“.
Somit sollten alle Autoren, die dort publiziert haben, ihre Artikel kopieren und woanders hochladen und sichern. Denn daß die Löschung rückgängig gemacht wurde dürfte diesen rein kommerziellen Grund haben.
Die gesperrten Inhalte, die rund 70.000 Artikel seit dem Jahr 1996 umfassen, sind inzwischen wieder erreichbar – allerdings in einer separaten Rubrik „Archiv“. Dies berichtet Multipolar.
Auch bestimmte aus seiner Sicht problematische Artikel seien nun wieder abrufbar: „Das hätte ich gerne anders gehabt“, räumte Neuber ein. Das sei jedoch technisch nicht möglich. Als Beispiele nannte er zwei nicht näher spezifizierte Artikel über französische Atomkraftwerke und US-Biowaffenlabore in der Ukraine. In einem Artikel vom 2. Juni hatte Neuber erklärt, der Großteil der früheren Artikel werde wieder über die Suchfunktionen auf „telepolis.de“ auffindbar sein. Dort nicht aufgenommen würden jedoch Artikel „von Autoren, an deren Professionalität Zweifel bestehen“.
Diskussionen unerwünscht?
Die ebenfalls neuen Einschränkungen des Leserforums begründete Neuber mit zu geringen Personalressourcen für die Moderation der Diskussionen, berichtet Multipolar weiter:
https://multipolar-magazin.de/meldungen/0285
(rm)