Philipp Hildebrand: Will ihn der Bundesrat wirklich wieder irgendwo sehen nach den Insidergeschäften?
„Die Schweiz schlägt Philipp Hildebrand als OECD-Generalsekretär vor: ein geschickter Schachzug des Bundesrats“ schreibt die NZZ.
Weniger „geschickt“ findet es das Portal „Inside Paradeplatz“, das dazu titelt „Hildebrand – Comeback eines Insiders“
NZZ-Autor Peter A. Fischer ist überschwänglich vor Begeisterung: „Beide, der Kandidat und die multilaterale Organisation, haben in der Schweiz schon für rote Köpfe und kontroverse Debatten gesorgt. Würde Philipp Hildebrand nun an die Spitze der Pariser Organisation gewählt, wäre das nicht nur ein versöhnliches Zeichen, sondern auc2h eine Chance für die Schweiz.“
Peter A. Fischer behauptet hierbei fälschlicherweise zweierlei:
Daß Philipp Hildebrand wegen einer „umstrittenen Devisentransaktion seiner damaligen Ehefrau“ zurücktreten mußte. Dies ist falsch.
Bzw. wie Peter A. Fischer es formuliert „in einer unschönen öffentlichen Kontroverse ziemlich unfreiwillig von seinem Amt als Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank zurückgetreten ist. “ Auch das ist falsch.
1. spekulierte Hildebrand selbst und nicht seine Frau kaufte Devisen, sondern er kaufte, deren Gewinn er später schamvoll zurückzahlte. (und das sind nur die Transaktionen, die herausgekommen sind, siehe hierzu weiter unten)
2. trat er nicht „ziemlich unfreiwillig“ zurück, sondern „absolut unfreiwillig“. Er klammerte sich bis zum Schluß verbissen an sein Amt.
Würde NZZ-Autor Peter A. Fischer die NZZ lesen…

Würde Fischer NZZ lesen, so wüßte er, daß nicht seine Frau die Devisentransaktion über ihr Konto vornahm, sondern die fraglichen Devisenkäufe liefen über das Konto von Philipp Hildebrand selbst. Weitere Spekulationen über Konten der Frau und weiteren Konten wie dem der Tochter (!) kamen noch hinzu.
Zitat NZZ vom 10.01.2012 dazu (s. a. Bildschirmfotoausriß unten):
„Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand hatte am Tag, als über sein Konto 504 000 Dollar gekauft wurden, einen intensiven Kontakt mit seinem Kundenberater von der Bank Sarasin. Dabei gab Hildebrand auch sein Einverständnis für Dollar-Käufe.“
Weiter: „Im Bestreben, mit neuen Dokumenten aus der Bank Sarasin die Unschuld seines Mandanten zu beweisen, ist Peter Nobel, der Rechtsvertreter von Philipp Hildebrand, in den vergangenen Tagen auf das Gegenteil gestoßen: Eine Aktennotiz und eine bisher nicht veröffentlichte E-Mail des Bankberaters belasten den zurückgetretenen Nationalbankpräsidenten schwer.“
Währungshüter Philipp Hildebrand spekulierte auch mit Aktien in Fremdwährung
Auch mit Aktien spekulierte der Nationalbankpräsident munter über sein Konto (sowie das seiner Tochter), siehe Bildschirmfotoausriß oben aus dem NZZ-Bericht von damals. (ob man eine Devise direkt kauft oder eine Aktie in einer Fremdwährung, spielt keine Rolle. In beiden Fällen hat man die Währung im Depot.
Ein einfaches Beispiel zur Veranschaulichung:
Ob man Euros oder Dollar direkt kauft oder Aktien, welche in Euro oder Dollar an der Börse gehandelt werden, in beiden Fällen ist man in der Fremdwährung Euro oder Dollar investiert.
Oder anders:
In beiden Fällen profitiert man direkt vom steigenden Euro- oder Dollar-Kurs oder verliert beim sinkenden Eurokurs oder Dollar-Kurs.
https://www.nzz.ch/neue_bankunterlagen_belasten_philipp_hildebrand-1.14242983
Es fragt sich: Was lief noch?
Was für Spekulationen gab es noch?
Auch Journalist Lukas Hässig schreibt fälschlicherweise von Devisentransaktionen über das Konto der Frau Hildebrands und gibt damit das Märchen wieder, das damals von einer extra beauftragten (und von Steuergeldern bezahlten!) PR-Agentur verbreitet wurde um den Rücktritt zu verhindern.
Aber Hässig stellt richtigerweise folgendes fest:
„Das Problem ist: Bis heute liegt im Dunkeln, wie groß die Spekulation von Hildebrands Frau Kashya über die gemeinsamen Bankkonten wirklich war.
Die Untersuchungen der SNB lesen sich im Nachhinein wie ein clever umgesetztes Drehbuch, um nicht noch mehr Schlagzeilen zu produzieren.
…/…
Bis heute bleibt die Frage unbeantwortet, in welchem Umfang das Paar Hildebrand, das sein Vermögen gemeinsam hielt, im Jahr der Euro-Untergrenze effektiv spekuliert hatte.“
Zudem stellt sich die Frage ob jemand, der so dreist ist und als Währungshüter mit Fremdwährungen und Aktien in Fremdwährungen über das eigene Konto, das Konto der Frau und das Konto der Tochter spekuliert noch an weiteren Transaktionen hat laufen lassen.
Transaktionen über andere Verwandte und Bekannte von denen man gar nichts mitbekommen kann.
Immerhin war Hildebrand schon damals tief im spekulativen globalen Börsen- und Devisen-Geschäft verwurzelt, u. a. via Hedgefonds etc.