Nato-Beitritt Georgien
Das deutsche Handelsblatt bzw. deren Autoren Eric Bonse und Andreas Rinke schrieben am 1.12.2008:
„…/… Außerdem habe Georgien durch den Krieg mit Rußland Zweifel an seiner Nato-Reife geweckt. Vor allem an Georgiens Präsident Michail Saakaschwili gibt es erhebliche Kritik. Staatschef Saakaschwili hatte nicht nur den umstrittenen Befehl zum Angriff auf Südossetien gegeben, sondern danach auch immer neue Versionen über den Hergang des Krieges mit Rußland verbreitet. Zwar hält Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer ebenso wie die Mehrheit der 26 Nato-Mitglieder weiter zu Saakaschwili. Doch selbst die USA haben den Georgier für den Angriffsbefehl kritisiert. „Ich habe ihn gedrängt, es nicht zu tun“, sagte der Chef der Europaabteilung im Washingtoner Außenministerium, Dan Fried, kürzlich in Brüssel.
Bedenken gegen einen schnellen Nato-Beitritt gibt es aber auch wegen des desolaten Zustands der georgischen Armee, die sich im Fünf-Tage-Krieg mit Rußland als weitgehend kampfunfähig und-unwillig erwies. Daß Rußland die abtrünnigen Provinzen Abchasien und Südossetien besetzt hält, mache die Sache nicht besser, sagte ein Diplomat. Denn es gilt grundsätzlich die goldene Regel, daß ein Land mit ungelösten Grenzkonflikten nicht Mitglied im Bündnis werden darf.“
Quellen, Weiterführendes
www.handelsblatt.com/politik/international/nato-beitritt-us-plan-fuer-georgien-spaltet-nato/3063992.html
(rm)