Martin Wittig spielte ein doppeltes Spiel: So geriet Klaus-Michael Kühne in die Fänge von Benko
Stellen Sie sich vor, Sie haben in ihren höchsten Reihen einen Mitarbeiter, der ihnen ein Geschäft bzw. einen Geschäftskontakt empfiehlt und hintenrum heimlich für diese „Empfehlung“ sich von dem Empfohlenen einen Millionenbetrag bezahlen läßt.
Wie gut ist bei solch einer Interessenslage wohl die Empfehlung?
Klaus-Michael Kühne verlor eine halbe Milliarde beim Zusammenbruch des Benko-Betrugs-Imperiums. Der ihn mit Benko zusammenbrachte, Martin Wittig, kassierte 1,7 Millionen heimlich.
Dieses Doppel-Spiel, das man wohl schon Verrat nennen kann (oder muß?), gab es beim Kühne-Konzern. Die österreichische Krone-Zeitung berichtet: „Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne hatte einen Mann in den eigenen Reihen, der offensichtlich auch aufseiten René Benkos spielte. Und dafür eine Millionenprovision kassierte.“
In einem „Welt“-Gespräch Mitte Mai äußerte Kühne: „Ich bin einem Ganoven ersten Ranges auf den Leim gegangen.“ Und: „Für mich ist es ein Phänomen, wie sehr ich mich von Herrn Benko habe einlullen lassen.“
Nun kommt heraus, er hatte einen Einluller im eigenen Haus, sogar im eigenen Verwaltungsrat.
Der deutsche Honorarkonsul für die Kantons Zürich und Schwyz, Dr. Martin Wittig, ist gegenwärtig schweizweit und auch weltweit in den Schlagzeilen.
Dies aufgrund eines des an das Tageslicht gekommenen Verrats.
Für Unternehmer Klaus-Michael Kühne saß er im Verwaltungsrat und empfahl diesem den bereits damals vorbestraften und heute in Haft befindlichen Kriminellen René Benko und kassierte dafür heimlich eine Provision von 1,7 Millionen Franken, berichten zahlreiche Medien.
Der Rest ist bereits bekannt: Unternehmer Kühne verlor in der Folge dieser Vermittlung 500 Millionen Franken an den Betrüger Benko.
Dr. Martin Wittig ist deutscher Honorarkonsul für die Kantone Schwyz und Zürich.
Fragt man eine KI, welche Vorraussetzungen für dieses Amt gegeben sein müssen, so lautet die Antwort: „Um Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland zu werden, sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Eine angesehene, wirtschaftlich unabhängige und möglichst selbstständige Stellung, berufliche Erfahrung in Bereichen wie Wirtschaft, Kultur oder Bildung, Vertrautheit mit den Verhältnissen im vorgesehenen Konsularbezirk, gute Sprachkenntnisse (insbesondere Deutsch und die Landessprache), sowie langjährige Beziehungen zum Entsendestaat. Zudem wird geprüft, ob die Person aufgrund ihrer Persönlichkeit und Stellung im Empfangsstaat für das Amt geeignet erscheint.“
Demgemäß dürfte die heimliche Provision wohl nicht nur zur Folge haben, daß Martin Wittig per sofort den Verwaltungsrat des Kühne-Konzerns verlassen muß, sondern wohl auch, daß er seine Ämter als Honorarkonsul verlieren dürfte.
Und all das für eine einmalige Provision von 1.7 Millionen Franken. Zumindest ist gegenwärtig noch nichts von weiteren krummen Geschäften bekannt. Aber aufgrund des Vertrauensbruchs, der hier impliziert ist, ist der aktuell vorliegende Fall des Doppelspiels wohl schon allein brisant genug.
Remo Maßat
(Bildschirmfotoausriß: offizielle Webseite des Honorarkonsuls Dr. Martin Wittig)