Forellen-Schnäppli bei Rolf Schatz, Langnau am Albis: 10 Stück nur 1.170 Franken

Forellen-Schnäppli bei Rolf Schatz, Langnau am Albis: 10 Stück nur 1.170 Franken

Die Schweiz gilt als das teuerste Land der Welt. Und diesen Ruf schützt sie natürlich. Das versteht sich ja von selbst. Denn wer will schon gern als billig gelten.

Sind Sie ein russischer Oligarch oder ein westlicher Oligarch, – pardon, Philathrop, im Westen nennt man sie ja liebevoll-kosehaft so – und Kaviar ist Ihnen einfach zu billig, viel zu ordinär?

Würden Sie als jemand, der gern Fisch ißt, für – sagen wir 8 – ganz normale Forellen gerne 1.000 Franken zahlen?

Kein Problem. Ist ja immer noch fast geschenkt.
Und 80 Forellen gibt´s für nur rund 10.000 Franken sogar im Paketpreis, genaugenommen für nur 117.19 Franken pro Forelle.

Also Schnäppli-Jäger aufgepaßt.  

Doch wo kann man dieses Schnäppchen machen?

Welche Luxusboutique muß man aufsuchen, um solch einer Forelle habhaft zu werden, um eine solche Forelle kaufen zu können?

In welchem Luxus-Feinkost-Geschäft der Schweiz muß man einkehren, um leckere Forellen für sage und schreibe 117.19 Franken käuflich erwerben zu dürfen?

Und um was für spezielle Forellen handelt es sich bei diesen Forellen?

Wie speziell sind sie zubereitet, wie wurden sie speziell gewürzt und wie aufwändig – mit welchen speziellen Methoden – wurden sie zuvor verarbeitet? Haben sie wenigstens denn eine Blattgoldverkleidung? Fragen über Fragen.

Um es nicht allzu spannend zu machen und Sie – als geschätzte Leserschaft – nicht über die Maßen zusehr auf die Folter zu spannen, hier der Geheimtipp für diese Art von Forellen-Feinkost vorweg: Der „Anbieter“ solcher Forellen heißt Rolf Schatz.

Und diese Forellen für 117 Franken gibt es in Langnau. Langnau am Albis. Nicht zu verwechseln mit Langau im Emmental.

Und um es gleich noch ein Stück weiter vorwegzunehmen: Diese Forellen wurden nicht besonders speziell zubereitet. Nein, Sie dürfen sie nicht einmal verspeisen, nur die Rechnung müssen Sie zahlen. 

Und noch mehr wird Sie überraschen:
Rolf Schatz ist gar kein Luxushändler, besitzt gar kein Luxus-Feinkostgeschäft, er besitzt auch keine Luxus-Boutique. Nein. Er ist eher der Kontrapunkt zu all dem. 

Er ist Beamter, ein langweiliger Politiker der aber bstimmten darf bei der GLP, der Grünliberalen Partei. 

Doch von Anfang an.

Der hier Schreibende – wohnhaft u. a. in einem ländlichen Bergkanton – erhielt in den vergangenen Jahren wiederholt von gleich zwei Nachbarn, die „nur aus Plausch“ angeln gehen, immer wieder dutzende Forellen geschenkt.

So viele, daß er sie selbst gar nicht sämtlich verarbeiten konnte. Sondern diese seiner geliebten Katze Schlünggeli – ihrerseits (auch) eine große eine Fischliebhaberin – verfütterte. Obwohl er selbst (auch) gern Forellen ißt.

So gut hat es natürlich nicht jeder. Weder jeder Mensch in der Schweiz, noch jede Katze in der Schweiz.

Normale Leute müssen Forellen kaufen.

Sie kosten dann in der 4-Stück-Packung als Filet, also bereits verarbeitet und haltbar gemacht und aufwändig geräuchert sowie aufwändig filetiert (ent-grätet) und genußfertig verpackt zum sofortigen Verspeisen 7.20 Franken.

Etwa bei der Migros:

Eine Forelle ergibt 2 Forellenfilets: Also für 2 Forellen ist der Preis in der Migros – in verarbeiteter Form – je 3.60 Franken.

Bei Aldi, Denner & Co. kostet die Forelle im Multipack noch weniger.

Aber bleiben wir bei der laut K-Tipp teureren Migros: CHF 3.60 pro Forelle. Das wären bei 10 Forellen 36 Franken.

Die Migros gilt hier jedoch gänzlich zu unrecht als teuer. Wie Sie, der geschätzte Leser, auch gleich feststellen werden.

80 Forellen: 9.375,05 Franken

In Langnau am Albis kosten via Rolf Schatz 80 Forellen rund 10.000 Franken. Bzw. seien wir genau, es sind exakt „nur“ 9’375.05 Franken.

Ein wahres Schnäppli.

Das macht gemäß Rechner einen Forellenpreis von 117.19 Franken pro Stück.

Denn Pech hat, wer nicht an einen passionierten Forellen-Esser sondern an jemand in Form eines Beamten an einen passionierten Forellenschützer gerät. Und jemand, der Forellen nicht zum Verpeisen selbst fängt oder kauft. Sondern gänzlich unabsichtlich tötet wegen einer (unbeabsichtigen) Gewässerverschmutzung. Die notabene schon seit Jahrzehnten seiner Gemeinde bekannt ist.

Aber eben: Einer Gemeinde, in der nun ein Fischschützer am Ruder ist. Dann gibt es einen happigen Aufpreis pro Forelle.

Vielleicht melden sich demnächst Angler bei Rolf Schatz und bieten ihm eine Forelle pro Stück für 117 Franken an, die sie lebendig gefangen haben. Es könnte ein Geschäft werden.

Das Portal IP, das über den Fall berichtet, umschreibt es etwas zurückhaltenter, dezenter so:

Langnau am Albis: 80 Forellen tot, Umwelt-Minister sieht rot


Remo Maßat

Beitragsbild:
Offizielle Webseite von Rolf Schatz (nein, er ist kein Gourmethändler)

Bild mittig: 
Offizielle Webseite des Migros-Konzerns, Angebot an Forellen.

admin

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