Schweizer Klimapolitik vor Kältetod? Mitnichten: Bundesrat verabschiedet die langfristige Klimastrategie der Schweiz

Schweizer Klimapolitik vor Kältetod? Mitnichten: Bundesrat verabschiedet die langfristige Klimastrategie der Schweiz

Haben Sie sie auch schon vermißt? Die Klimajugend? Die Schulstreiker, die sich schon beschweren wenn wegen Corona / Covid die Klassenfenster öfters geöffnet werden?

Fragen Sie sich auch, wo Greta ist?

Unheimlich still geworden ist es zurzeit – einhergehend mit den extrem niedrigen Temperaturen und den massiven Schneefällen – um Greta Thunberg & Co.

Erleidet die Klimajugend den Kältetod?

Mitnichten.

Wenn es den Klimastreikern zu kalt ist um auf die Straßen zu gehen, gibt es noch das BafU und den Bundesrat:

Am 27. Januar 2021 hat der Bundesrat die dazugehörige «Langfristige Klimastrategie der Schweiz» verabschiedet. Diese präsentiert die Leitlinien für die Klimapolitik bis 2050 und legt strategische Ziele für die verschiedenen Sektoren fest.

Die Strategie knüpft an die Maßnahmen und Ziele des revidierten CO2-Gesetzes an. Das neue Gesetz ist für die Erreichung des Netto-Null-Ziels von zentraler Bedeutung.

Es führt zu einer Senkung der Treibhausgase um 50 Prozent bis 2030 und bringt die Schweiz auf Kurs für das Klimaziel bis 2050.

Der Bundesrat hat 2019 beschlossen, dass die Schweiz bis 2050 nicht mehr Treibhausgase ausstoßen soll, als natürliche und technische Speicher aufnehmen können.

Mit dem Netto-Null-Ziel trägt er den jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen des Weltklimarates (IPCC) Rechnung, daß bereits ab einer durchschnittlichen Klimaerwärmung von 1,5 Grad mit gravierenden Folgen für Mensch und Artenvielfalt zu rechnen ist.

Die Schweiz als Alpenland ist vom Klimawandel besonders betroffen, da die Temperaturen hierzulande doppelt so stark steigen wie im weltweiten Durchschnitt, so ist der Bundesrat überzeugt.

Gleichzeitig mit dem Beschluß zum Netto-Null-Ziel hat der Bundesrat das UVEK damit beauftragt, die vorliegende Klimastrategie zu erarbeiten.

Am 27. Januar 2021 hat der Bundesrat die «Langfristige Klimastrategie der Schweiz» gutgeheißen.

Damit kommt die Schweiz einer Verpflichtung aus dem Pariser Übereinkommen nach.

Unter diesem sind die Länder aufgefordert, bis Ende 2020 ihre langfristigen Klimastrategien beim UNO-Klimasekretariat einzureichen. Eine wichtige Grundlage der Strategie bilden die im Herbst 2020 veröffentlichten Energieperspektiven 2050+ des Bundesamtes für Energie.

Leitlinien für eine klimaneutrale Schweiz bis 2050

Die langfristige Klimastrategie formuliert zehn strategische Grundprinzipien, welche die Schweizer Klimapolitik in den kommenden Jahren prägen sollen.

Sie zeigt für die Sektoren Gebäude, Industrie, Verkehr, Landwirtschaft und Ernährung, den Finanzmarkt, die Luftfahrt sowie die Abfallindustrie mögliche Entwicklungen bis zum Jahr 2050. Für jeden dieser Sektoren definiert sie strategische Zielsetzungen.

Die Strategie zeigt zudem auf, in welchem Umfang bis 2050 voraussichtlich schwer vermeidbare Emissionen verbleiben, die mit CO2-Abscheidungs- und -Einlagerungstechnologien (CCS) sowie Negativemissionstechnologien (NET) ausgeglichen werden müssen.

CCS-Technologien fangen CO2 direkt dort ab, wo es bei Anlagen im Industrie und Abfallsektor entsteht. NET kommen für die Emissionen zum Einsatz, die nicht direkt abgefangen werden können, zum Beispiel aus der Landwirtschaft. Sie entziehen diese der Atmosphäre und speichern sie dauerhaft.

„Das Netto-Null Ziel ist erreichbar“

Die langfristige Klimastrategie zeigt, daß die Schweiz ihre Treibhausgasemissionen in den Bereichen Verkehr, Gebäude und Industrie bis 2050 um knapp 90 Prozent vermindern kann.

Der Gebäudesektor und der Verkehr können bis 2050 emissionsfrei werden, und auch in der Industrie lassen sich die Emissionen aus dem Energieverbrauch praktisch vollständig beseitigen.

In der Luftfahrt bieten nachhaltige erneuerbare Treibstoffe und neue Antriebstechnologien Potential zur Emissionsverminderung.

Im Bereich Landwirtschaft und Ernährung ist eine Reduktion der Emissionen um mindestens 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 möglich.

2050 verbleiben aus der Industrie, der Abfallverwertung und der Landwirtschaft Treibhausgasemissionen im Umfang von rund 12 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

Diese lassen sich mit CCS und NET ausgleichen. Die Schweiz ist als innovations- und finanzstarkes Land mit fast CO2-freier inländischer Stromproduktion in einer guten Ausgangslage, um das Netto-Null Ziel bis 2050 zu erreichen.

Klimaschutz kostet weniger als der ungebremste Klimawandel

Viele Maßnahmen vorgesehen

Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kosten eines ungebremsten Klimawandels übersteigen die Kosten von Maßnahmen für den Klimaschutz bei weitem.

Das Netto-Null-Ziel ist für die Schweiz deshalb auch von großem wirtschaftlichen Interesse.

Fossile Brennstoffe als Feind

Die Schweizer Regierung vermindert mit der Abkehr von fossilen Brenn- und Treibstoffen wie Öl, Gas, Benzin und Diesel zudem ihre Abhängigkeit vom Ausland.

Geld, das heute ins Ausland abfließt, wird künftig im Inland investiert. Davon profitiert das einheimische Gewerbe.

CO2-Gesetz bildet das Fundament

Die langfristige Klimastrategie knüpft an das revidierte CO2-Gesetz und dessen Ziele an. Das in der Herbstsession 2020 vom Parlament gutgehei0ene CO2-Gesetz ist eine zentrale Voraussetzung dafür, daß das langfristige Klimaziel erreicht werden kann.

Es soll 2022 in Kraft treten. Das Gesetz bringt die Schweiz auf Kurs für das Klimaziel von minus 50 Prozent Treibhausgasausstoß bis 2030 und stellt die Weichen für das Netto-Null-Ziel 2050.

Referendum gegen CO2-Gesetz

Da gegen das CO2-Gesetz das fakultative Referendum ergriffen wurde, stimmt die Bevölkerung darüber ab.

admin

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