Das Sterben der Rechner
Microsoft zwingt die Nutzer, sich passend zum neuen Betriebssystem Windows 11 neue Computer anzuschaffen — nicht nur umweltpolitisch ist dies ein Skandal, schreibt Alfred-Walter von Staufen:
Man stelle sich folgendes Szenario vor: Ein älterer Herr sitzt an seinem Schreibtisch, sein PC schnurrt wie ein Kätzchen, Baujahr 2015, zuverlässig, genügsam — ein wahrer Veteran der digitalen Arbeiterklasse.
Er ruft Mails ab, öffnet Excel, googelt nach Heizölpreisen und schaut sich auf YouTube ein Video über Gartenteiche an. Alles funktioniert, alles läuft. Doch dann eine Einblendung am unteren Bildschirmrand: „Support für Windows 10 endet am 14. Oktober 2025.“
Apokalypse statt digitaler Absolution
Der Bildschirm wird plötzlich zum Mahnmal einer kommenden Apokalypse: keine Aktualisierungen („updates“) mehr, keine Sicherheitspatches, keine digitale Absolution.
Der Computer ist ab diesem Datum ein wandelndes Sicherheitsrisiko oder, wie es die Medien nennen werden, „eine Zeitbombe für die IT-Welt“. Und während der Nutzer noch grübelt, ob es sich bei diesem Endzeitdatum vielleicht um ein Versehen handelt, beginnt das große Sterben. Nein, nicht das Sterben von Menschen, das wäre ja zu direkt. Es ist das Sterben von Millionen funktionstüchtigen PCs, die nach Microsofts Definition plötzlich zu digitalem Sperrmüll werden.