Corona: Der blinde Fleck der Macht. Hans-Georg Maaßen im Film

Corona: Der blinde Fleck der Macht. Hans-Georg Maaßen im Film

Ende 2020 entstand dieses Gespräch mit Hans-Georg Maaßen in einer Phase maximaler gesellschaftlicher Spannung, so die Videobeschreibung von „Langemann Medien“, die sich weiter wiefolgt liest:

Der öffentliche Diskurs war polarisiert, institutionelles Vertrauen bereits sichtbar erodiert, zentrale Entscheidungen wurden exekutiv getroffen, Kritik galt als verdächtig. Fünf Jahre später liegt mit der Stellungnahme Maaßens zur Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages erstmals ein offizielles, parlamentarisches Dokument vor, das zentrale Kritikpunkte von damals systematisch bestätigt und juristisch einordnet. Der Film wird damit vom Zeitdokument zur Vorwegnahme einer späteren institutionellen Selbstbefragung. Enqquete-Kommission: https://clubderklarenworte.de/wp-cont… Bereits 2020 beschreibt Maaßen strukturelle Phänomene, die heute schwarz auf weiß im Bundestag verhandelt werden: Machtverschiebung von Legislative zur Exekutive, Entwertung parlamentarischer Kontrolle, informelle Entscheidungsgremien ohne Verfassungsgrundlage, Delegitimierung abweichender Positionen, Rolle der Medien als Verstärker exekutiver Narrative. Der Film ist ein früher Zeitmarker eines Problems, das inzwischen offiziell benannt wird: ein systemisches Versagen der Gewaltenteilung. Wer den Film heute sieht, erkennt: wie früh bestimmte Fehlentwicklungen benannt wurden, wie wenig Raum damals für diese Analyse existierte. Der Film zeigt keine nachträgliche Rechtfertigung, sondern eine konsistente Linie zwischen individueller Amtswahrnehmung (2020) und institutioneller Aufarbeitung (2026). In diesem Spannungsfeld wird er zu einem historischen Dokument über demokratische Selbstentleerung unter Krisenbedingungen. Gerade deshalb gehört dieser Film heute erneut – oder erstmals – gesehen: nicht zur Bestätigung, sondern zur Einordnung.

(pd, rm)

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