Ursel Heudorf: Corona-Aufarbeitung Deutschland: «Wo sind wir denn, wenn man Mut braucht, um Fragen zu stellen?»
KI: „Prof. Dr. med. Ursel Heudorf war lange Jahre eine der führenden Persönlichkeiten im öffentlichen Gesundheitsdienst Deutschlands. Sie war Stellvertretende Amtsleiterin und Leiterin der Hygieneabteilung des Gesundheitsamts Frankfurt am Main und hat sich über Jahrzehnte für die Bekämpfung von Infektionskrankheiten und multiresistenten Erregern (MRE) eingesetzt.“
Während des Corona-Geschehens kam in Deutschland dem öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) eine bedeutende Rolle zu.
Die Gesundheitsämter fungierten dabei als Schnittstelle zwischen staatlich angeordneten Maßnahmen und der betroffenen Bevölkerung.
Die Mitarbeiter der Gesundheitsämter verfügten außerdem über das dem nationalen Pandemieplan zugrunde liegende Wissen darüber, wie in einem Pandemiefall ein verhältnismäßiger Umgang mit einem Gesundheitsnotstand auszusehen hat. Im Gegensatz zu Virologen verfügen Sie auch über die notwendigen juristische Kenntnisse, um einschätzen zu können, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen insgesamt sinnvoll sind.
Erstaunlicherweise hat jedoch laut der Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin sowie Umweltmedizinerin Ursel Heudorf, die von 2011 bis 2019 das Gesundheitsamt Frankfurt am Main stellvertretend leitete, niemand den vorhandenen Pandemieplan aus der Schublade geholt – auch nicht das Robert-Koch-Institut.
Heudorf zufolge wäre viel Leid vermieden worden, wenn der öffentliche Gesundheitsdienst ordentlich gearbeitet und den Pandemieplan umgesetzt hätte – so wie in Schweden.
Heudorf zeigt sich enttäuscht darüber, daß der Großteil der Mitarbeiter im ÖGD bei der evidenzbefreiten Pandemiepolitik mitgemacht hat. Sie setzt sich für eine Aufarbeitung des Corona-Geschehens ein, auch um den Vertrauensverlust in den öffentlichen Gesundheitsdienst zu thematisieren.
«Man hätte den Pandemieplan umsetzen müssen.»
Sie ist der Meinung, daß Deutschland als Gesellschaft nicht ausreichend aus der Corona-Politik gelernt habe und dßs bei einem nächsten vermeintlichen Gesundheitsnotstand ähnliche Grundrechtseinschränkungen erneut möglich wären. Ihr Wunsch ist es, daß die Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern in Deutschland den Menschen in Zukunft auf Augenhöhe begegnen und die Menschenwürde sowie die Freiheitsrechte jedes Einzelnen ernst nehmen.
(pd, rm)