Corona-Zahlen Schweiz: Unseriöse „Berichterstattung“ in Schweizer Großmedien

Corona-Zahlen Schweiz: Unseriöse „Berichterstattung“ in Schweizer Großmedien

Das bisherige Corona-Virus hat sich als harmloser als viele Grippewellen in der Vergangenheit gezeigt. Kürzlich wurde ein Journalist und Autor geschaßt, der darauf hinwies. Nun wissen alle Großmedien-Journalisten eindrücklich demonstriert, was sie schreiben dürfen bzw. was nicht. (man könnte auch sagen „bestrafe einen, erziehe tausende“)

Zahlreiche Schweizer Medien bringen Schlagzeilen zu den Fallzahlen von positiv auf Corona getesten Personen. Und Statistiken. Man denkt, Statistiken können nicht lügen. Doch das können sie sehr wohl. Zum Beispiel durch Weglassungen. Oder durch Kumulierungen.

Die aktuellen Corona-Zahlen Schweiz werden aufgeführt ohne zu erwähnen, daß gegenwärtig viel mehr getestet wird. Ohne die Anzahl der Tests in Relation zu setzen sind die nackten Zahlen der Corona-Positiven aber nichts wert.

Beispiel Karies-Tests

Testet man täglich 15.000 Leute neu auf Karies und hat im Vormonat nur 5.000 auf Karies täglich getestet, so erhält man auch stark „steigende Fallzahlen bei Karies„.

Daher ist es wichtig, nicht bloß die Anzahl der positiv auf Karies (oder Corona) zu bringen, sondern auch die Anzahl der täglichen „Kariestests“ (bzw. analog der Coronatests).

Doch geschieht dies?

Das Tagblatt (NZZ-Gruppe) etwa bringt aktuell eine Statistik mit den positiven Corona-Tests, aber hat die Anzahl der Tests mühsam herausgefiltert. Hierzu vergleiche man die Statistik des BAG unten.

In der Statistik des BAGs sind auch die Anzahlen der Corona-Tests aufgeführt. So sieht man, daß aktuell doppelt oder sogar dreifach so viel getestet wird wie vor gut einem Monat:

Corona-Statistik Schweiz
Corona-Statistik Schweiz

„Lügen mit Statistik“: So geht es

Die Statistik über die Fallzahlen, die das Tagblatt bringt, wäre ein gefundenes Fressen für eine neue Auflages des Buches „Lügen mit Statistik“ von Prof. Walter Krämer.

Hier werden die neuen Fälle aufsummiert. Ungeachtet dessen, daß die meisten der früheren Fälle gar nicht mehr positiv sind, sondern längst negativ, entsteht so ein Bild von einer gigantischen Anzahl an Corona-Poistiven welche die Gesundheit der Schweiz zu bedrohen scheinen. Immerhin sind die Todesfälle mit-aufgeführt, so daß man sieht, daß irgendwie was nicht stimmen kann. Denn die gigantische Menge an Corona-Positiven paßt nicht zu den – ebenfalls kumulierten – Todesfallzahlen. Man sieht also dadurch, daß die ganze Menge an gigantischer Masse an „kumulierten“ Corona-Fällen irgendwie doch nicht so gefährlich sein kann.
Nichtsdestotrotz: Die Kurve der Corona-Fälle ist eindrücklich und wirkt erschreckend wenn man sie kumuliert als Graphik darstellt. Sehen Sie selbst:

Fallzahlen Coronazahlen schweizAuch die Berner Zeitung bringt als Schlagzeile die Anzahl der neu auf Corona positiv getesteten Personen ohne zu erwähnen, daß vielmehr getestet wird und die Zahlen seriös ins Verhältnis zur Anzahl der Coronatests zu setzen:
Viel weiter unten im Text schreibt sie: „Bund will Tests intensivieren – Zu den Tests ergänzte Gesundheitsminister Alain Berset vor den Bundeshausmedien, man versuche jeden Tag die Anzahl Tests zu erhöhen.“ Dies ohne zu erwähnen, daß die Anzahl der Tests bereits massiv erhöht wurde und so diese hohen Zahlen an „Neuinfektionen“ zustandekommen.

Wenn man 10000 Leute zusätzlich auf Karies untersucht hat man auch jeden Tag mehr „Karies-Infizierte“.

Die Anzahl der „Neuinfizierten“ sagt also nichts aus wenn sie nicht ins Verhältnis gesetzt wird zur Anzahl der Tests.

Auch die NZZ enttäuscht journalistisch bei den Berichten über die Corona-Zahlen Schweiz:

Corona-Zahlen Schweiz nZZ
Corona-Zahlen Schweiz in der NZZ: Seriöser Journlismus geht anders

Auch im Tagi (Tagesanzeiger, TX-Group) das Gleiche:

Und auch die Luzerner Zeitung eine journalistische Enttäuschung. Sie bringt ähnlich reißerische Panikschlagzeilen wie all die anderen Großmedien. Und die gleiche verstümmelte Statistik wie beim Tagblatt, wo die Anzahl der Test eliminiert wurde und nur die Zahl der „Fälle“ gezeigt wird.

Luzerner Zeitung Corona-Zahlen Schweiz

Ein kleiner Lichtblick am Schluß: Das Schweizer Staatsfernsehen SRF bringt zwar auch zuerst eine reißereische Panikschlagzeile und einen ähnlichen Einleitungstext, aber weiter unten dann auch die Statistik wo sowohl die Anzahl der Corona-Tests als auch der Fallzahlen gezeigt wird:

Coronavirus Zahlen Schweiz

admin

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