Weinkonsum steigt stark +++ Warum Schweizer Wein so teuer ist…
Von solchen Steigerungen können andere Branchen nur träumen: Stattliche 7,5 Prozent stieg allein der Weißweinkonsum in bloß einem Jahr.
Schweizer Weißwein sowie auch Schweizer Rotwein wurden trotz teuren Preisen stärker konsumiert.
Aber auch der ausländische Wein verzeichnete einen satten Anstieg von rund 6%.
Der Blick auf die statistischen Zahlen des vergangenen Jahres zeigt ein erfreuliches Bild für die Schweizer Weinbranche.
2019 ist der Marktanteil von Schweizer Wein weiter gestiegen. Besonders groß war das Interesse der Konsumenten an Schweizer Weißwein (+7,5 % Konsum).
Im vergangenen Jahr haben die Konsumenten in der Schweiz mehr Wein getrunken als im 2018. Es wurden insgesamt rund 255 Millionen Liter Wein konsumiert (+4,7 % im Vergleich zu 2018). Dies entspricht knapp 40 Flaschen à 0,75 Liter pro Person.
Den stärksten Anstieg verzeichnet der Konsum von Schweizer Weißwein. Sein Verbrauch erhöhte sich um 3,3 Millionen Liter auf rund 47 Millionen Liter. Ebenfalls gestiegen ist der Konsum von Schweizer Rotweinen um 4,3 % auf 47,5 Millionen Liter.
Der Konsum von ausländischem Weißwein stieg ebenfalls, jedoch weniger stark und beläuft sich auf Total rund 41 Mio. Liter (+2.3 Mio. Liter; +5,9 %). Der ausländische Rotweinkonsum verzeichnet einen Zuwachs um 3,9 Mio. Liter und liegt bei 119,8 Mio. Litern (+3,4 %).
Weiter gestiegen ist der Konsum von Schaumwein, nämlich um 3,3 % auf rund 20 Mio. Liter.
Als Folge der Beschränkungen, die dem HORECA-Sektor aufgrund von COVID-2019 auferlegt wurden, wird erwartet, daß der Weinkonsum im Jahr 2020 sinken wird. In den Jahren 2018 und 2019 bevorzugten die Schweizer Konsumenten Schweizer Weine.
Ihre Marktanteile verzeichneten einen erfreulichen Anstieg von 1,6% im Jahr 2018 und 0,4% im Jahr 2019. Der erneute Marktanteilsgewinn ist ein Resultat der guten Arbeit der Schweizer Winzer und der daraus resultierenden, hervorragenden Qualität der Schweizer Weine.
Der volumenmäßige Marktanteil der Schweizer Weine von 8 der größten Detailhändler der Schweiz beträgt gemäß Jahresbericht des Schweizerischen Observatoriums des Weinmarktes (OSMV) 27,5%. Das entspricht einem Anstieg von 1,1% gegenüber dem Vorjahr.
Schweiz schützt Altwinzer vor neuer Konkurrenz: Beschränkter Markt- teure Weine
Was viele nicht wissen, ist, daß der Markt für Schweizer Weine extrem reglementiert und stark beschränkt ist.
Nicht jeder darf Wein anbauen bzw. wenn dann nur sehr begrenzt. Und nur für den Eigenkonsum auf einer winzigen Fläche.
Dies ist mit ein Grund, daß Schweizer Weine derart teuer sind im Vergleich zu ausländischen Weinen.
In einem Bundesgesetz kann man nachlesen:
Für einmalige Neuanpflanzungen auf einer Fläche von höchstens 400 m2, deren Produkte ausschließlich dem Eigengebrauch der Bewirtschafterin bzw. des Bewirtschafters dienen, ist keine Bewilligung erforderlich. Und dies auch nur, sofern der Bewirtschafter keine anderen Reben besitzt oder bewirtschaftet.
Als ob das noch nicht genug Schutz für die Altwinzer wäre und genug freiheitwidrige Reglemetierung, kann kantonal weiter eingeschränkt werden.
Jeder Kanton kann jedoch eine kleinere Fläche festlegen und die Meldepflicht vorschreiben.
So schützen sich die Weinbauern vor neuer Konkurrenz.
Ob diese Reglementierung mit freier Marktwirtschaft vereinbar ist, daran darf gezweifelt werden.
Beitragsbild: Barbar.ch