F35-Kampfjets: Auch Spanien und Indien stoppen Käufe
Spanien und Indien haben kürzlich ihre Pläne zum Kauf des US-amerikanischen F-35-Kampfjets ausgesetzt oder gestoppt, was weltweit für Aufsehen sorgt.
Die Entscheidungen spiegeln unterschiedliche, aber miteinander verknüpfte Motive wider, die von strategischen, wirtschaftlichen bis hin zu technologischen Überlegungen reichen.
Spanien hat den Kauf der F-35 vorerst auf Eis gelegt, um bis zu 85 % seines Verteidigungsbudgets in europäische Rüstungsprojekte zu investieren.
Ziel ist es, die heimische Industrie zu stärken und die Abhängigkeit von US-Technologie zu reduzieren.
Kritik an der F-35 konzentriert sich auf die streng reglementierte Technologiezugangskontrolle durch die USA und die potentiellen Einsatzbeschränkungen im Krisenfall.
Stattdessen setzt Madrid auf den Eurofighter und das Future Combat Air System (FCAS), was auch mit Spannungen zu US-Präsident Donald Trump zusammenhängt, der höhere Verteidigungsausgaben und US-Waffenlieferungen fordert. Diese Entscheidung wird als Schritt zu mehr europäischer Autonomie interpretiert, obwohl sie innenpolitisch auf Kritik stößt.
Indien hingegen hat keine offiziellen Bestellungen für die F-35 aufgegeben, steht jedoch vor einer komplexen Situation. Der Fall einer in Kerala notgelandeten britischen F-35B, die seit über einem Monat wegen technischer Probleme festsitzt, hat Fragen zur Zuverlässigkeit und Sicherheit des Jets aufgeworfen.
Da Indien nicht am F-35-Programm beteiligt ist und keinen Zugang zu dessen Technologie hat, wird die Präsenz des Flugzeugs auf indischem Boden als diplomatisches und sicherheitspolitisches Risiko gesehen. Zudem priorisiert Indien den Kauf von 110 neuen Kampfflugzeugen, wobei lokale Hersteller und alternative Anbieter wie Saab oder Dassault bevorzugt werden, um die eigene Rüstungsindustrie zu fördern.
Beide Länder verfolgen somit eine Strategie der Unabhängigkeit und wirtschaftlichen Stärkung, angetrieben durch Zweifel an der Langzeitverlässlichkeit der F-35 und geopolitischen Spannungen mit den USA. Während Spanien klar auf Europa setzt, bleibt Indiens Kurs offen, doch der Vorfall in Kerala könnte die Skepsis gegenüber US-Technologie verstärken.
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(pd, rm)