Haushälterin von Tidjane Thiam freigesprochen
Die Haushälterin des ehemaligen Chefs der CS, der ehemaligen Credit Suisse, Tidjane Thiam, wurde vom Vorwurf der versuchten Nötigung freigesprochen. Gegen sie hatte er Strafanzeige erstattet. Das war 2021, seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft und es kam im Anschluß an das Strafverfahren zu einem Gerichtsurteil, das heute bekannt wurde.
Die Haushälterin hatte ihm als seine ehemalige Haushälterin in einem Mail „ernsthafte Nachteile“ angedroht. Dies schriftlich per Mail. Die Erwähnung von Gewerkschaften und dem Olympischen Komitee in diesem Schriftstand reichte dem Gericht nicht.
Denn sie habe bloß geschrieben, daß darüber gesprochen wurde, aber „ein konkreter Bezug zur geforderten Summe“ werde „im Schreiben nicht hergestellt“. Alles andere wäre eine „freie Interpretation“, sagte der Richter.
Die 43-Jährige erhält eine Genugtuung (Entschädigung) von 2000 Franken. Die Kosten des Verfahrens inklusive derjenigen des Verteidigers werden Thiam auferlegt.
Die Anklage, also die Staatsanwaltschaft, hatte eine bedingte Freiheitsstrafe von sieben Monaten und eine Buße über 1200 Franken wegen versuchter Nötigung von der Haushälterin gefordert.
Warum urteilte das Gericht gegen Thiam?
Daß das Gericht Thiam nun verurteilte, die Kosten des Strafprozesses zu übernehmen, nachdem er schon im Zivilprozeß zu einer Zahlung von hunderttausenden Franken verurteilt wurde, könnte auch in den Gründen des Verhaltens von Thiam in der jüngeren Vergangenheit sein.
In zwei anderen Fällen hatte sich Thiam mit Geldzahlungen an sein ehemaliges Haushaltspersonal geeinigt, berichtete das Portal IP.
Er ließ einen bankinternen Widersacher durch Detektive beobachten, später eine weitere Person, die in der Bank arbeitete, deren Chef er war.
Eine Kurz-Zusammenfassung des Ganzen gibt es übersichtlich ebenfalls auf dem Portal des Journalisten Lukas Hässig.
Tidjane Thiam wird unter anderem auch vorgeworfen, die CS durch riskante Geschäfte (z. B. Greensill-Fonds, Archegos) destabilisiert zu haben. Er selbst behauptete in der Financial Times, die Bank sei unter ihm profitabel gewesen, was von Kritikern als Geschichtsklitterung gesehen wird.
Am Schluß war eine alte Mütze der Kreditanstalt, wie die CS (Credit Suisse) früher hieß weit mehr wert als die Aktie der Bank. Die Weichen, daß es dazu kam, wurden unter Thiam gelegt
(rm)