Corona: Was haben die Schweizer Freiheitsbewegungen erreicht?
Eine Replik von Remo Maßat
Der bekannte Corona-Kritiker Daniel Stricker äußert in einem aktuellen Gespräch mit Georg Della Pietro sinngemäß, die Freiheitsbewegungen hätten sowohl aktivistisch nichts erreicht, politisch sei zudem „nichts gelaufen“ und man sei zudem juristisch „im Stich gelassen“ worden.
Wörtlich: „Aktivistisch haben wir nichts erreicht, politisch ist nichts gelaufen, juristisch sind wir im Stich gelassen worden“ (ab zirka Minute 1:10:30)
Dies wirft somit die Frage auf, ob diese sehr pessimistische Einschätzung zutreffend ist.
Um es vorwegzunehmen, nein.
Es ist gelindegesagt eine falsche Darstellung. Es hätte vor allen Dingen politisch weit mehr erreicht werden können, aber daß juristisch, aktivistisch und politisch „nichts“ erreicht worden sei, ist falsch.
Beleuchten wir es kurz:
Aktivistisch „nichts erreicht“?
Aktivistisch wurde aufgrund der zahlreichen und zunehmend größer-werdenden sogenannten Corona-Demonstrationen sicherlich erreicht, daß die WEF- / WHO-hörigen Politiker nicht – wie in Österreich und Deutschland der Fall – noch extremere Zwangsmaßnahmen beschlossen hatten.
Die züricher Regierungsräten und Young-global-Leader-Dame Natalie Rickli, die offensichtlich nicht an die Gefährlichkeit von Corona selbst glaubte, hätte sicherlich härtere Zwangsmaßnahmen beschlossen.
Oder in Graubünden Regierungsrat Peter Peyer, der wenn man ihn auf Medienkonferenzen reden hörte, regelrecht aufzublühen schien beim Verkünden von Zwangsmahmen hätte dies ebenso gerne getan. (man konnte sich hier fast des Eindrucks nicht erwehren, das Verkünden errege ihn, mache ihn regelrecht geil)
Er forderte für Graubünden sogar die härtesten Zwangsmaßnahmen der Schweiz.
Und auch hätte – aus anderen Gründen – schweizweit der inzwischen zurückgetretene erpreßbare Gesundheitsminister Alain Berset sicherlich härtere Maßnahmen erlassen so wie von Walder und Co gefordert.
Dies, um nur 3 Politiker beispielhaft zu nennen, die gebremst wurden. Fazit Natürlich wurde somit aktivistisch etwas erreicht.
Juristisch „im Stich gelassen“?
Vorweg: Natürlich gibt es auch zahlreiche Verfahren, die verloren wurden. Aber es gibt eben auch gewonnene Verfahren.
Um ein Beispiel zu nennen wurden nach zahllosen Schikanen die Wirte der Walliserkanne schließlich in einem der Strafverfahren doch noch freigesprochen. (andere Verfahren sind noch hängig)
Und zahlreiche Leute, die zuvor Strafbefehle oder Bußen erhalten hatten haben juristisch gewonnen. Die Strafbefehle führten nicht zu Verurteilungen, die Bußen wurden aufgehoben.
Ob die juristische Bilanz schön ist, da kann man durchaus negativer Meinung sein, aber es ist mitnichten so, daß „nichts“ erreicht worden wäre.
Notabene hat Stricker selbst ein Verfahren gewonnen in welchem ihm die Eigenschaft als Journalist zugesprichen wurde.
Die Journalistenkollegen inklusive der SDA und auch inklusive ausgerechnet einer Exponentin des Presserats zeigten sich entsetzt über das, was Stricker juristisch erreicht hatte. Also war dies offenbar nicht „nichts“ was erreicht wurde, um mit seinen Worten zu sprechen.
, die bisher nicht durch journalistische Leitungen auffallen, gerieten ob des Urteils völlig aus dem Häuschen und schrieben einen gemeinsamen Artikel zum Prozeß. Sie empörten sich in der NZZ: „Kann jetzt jeder Aktivist mit einer Handykamera die Sonderrechte von Journalisten beanspruchen?



Politisch „nichts gelaufen“ – wirklich?
Natürlich ist es so, daß aufgrund dessen, daß in der Freiheitsszene zahlreiche Diven unterwegs waren, die sich selbst gegenseitig zerfleischten – man nehme nur den Dauerzirkus bei den Verfassungsfreunden – weit weniger erreicht wurde als bei rund 40% Wählerpotential möglich gewesen wäre. Ein Wäherpotential, das aufgrund von gleich 3 Volksabstimmungen nachweislich gegeben war und ist.
Manche Exponenten aus der Freiheitsbewegung traten kurz vor den Wahlen im letzten Jahr zunehmend schriller und schriller auf, noch. exzentrischer und abschreckender als bereits davor, so daß man sich fragen muß, ob hier von gelenkter Opposition und Unterwanderung zu sprechen ist. Jedenfalls haben namentlich Leute wie Nicolas Rimoldi die gesamte Freiheitsbewegung schlecht dastehen lassen und ihr geschadet. auftraten, so daß man schon vermuten mußte.
Trotzdem:
Was politisch erreicht wurde ist trotz der Unprofessionalitäten und dem „friendly fire“, der Selbstzerfleischung und Selbstschädigung nicht nichts, sondern sichtbar.
Dies wurde in einem früheren Beitrag auf SchweizerZeitung auführlich betrachtet und dargelegt:
Fazit
Also irrt Daniel Stricker in allen drei Punkten. Wo er allerdings recht hätte, wenn er dies geäußert häte, ist, daß weit weit mehr hätte erreicht werden können auf politischer Ebene. Aber daß nichts erreicht worden sei ist mitnichten richtig, sondern gänzlich falsch.
(rm)