72% leben gerne in der Stadt Bern +++ Nur 8 von 10 Bernern fühlen sich sicher

72% leben gerne in der Stadt Bern +++ Nur 8 von 10 Bernern fühlen sich sicher

Kurz vor Weihnachten gibt es noch eine Umfrage aus der Bundesstadt:

72 Prozent der Berner leben gerne in der Stadt Bern.

Als positivster Aspekt wird von den Befragten der öffentliche Verkehr genannt, während der Wohnungsmarkt als problematisch erachtet wird.

Die „autonome“ Reithalle als rechtsfreier Raum und gewalttätiger Raum bleibt in der Kritik.

Weiter zeigt die Bevölkerungs-Befragung 2019, daß sich bloß 8 von 10 Bernern sicher fühlen, wenn sie nachts zu Fuß alleine in ihrem eigenen Quartier unterwegs sind.

Allerdings finden auch 43 Prozent der Befragten, der öffentliche Raum in der Stadt Bern habe sich in letzter Zeit positiv verändert.

Dies sind einige Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung der Stadt Bern 2019, ausgewertet durch Statistik Stadt Bern.

72% der Berner leben «sehr gerne» und weitere 25% «eher gerne» in der Stadt Bern. 3% leben nach eigenen Angaben «eher ungern» in der Bundesstadt.

«Ganz ungern» leben lediglich 0,2% der Bevölkerung hier. In der Innenstadt wohnhafte Personen sagen ausnahmslos von sich, «sehr gerne» oder «eher gerne» in Bern zu wohnen.

In Bümpliz-Oberbottigen sagen 65% der Menschen, daß sie «sehr gerne» in der Stadt Bern leben. Das ist ein tieferer Wert als in den anderen fünf Stadtteilen, wo die Werte zwischen 72% (Mattenhof-Weißenbühl) und 78% (Innere Stadt) betragen.

Guter ÖV

26% der befragten Berner nennen naturgemäß den «öffentlichen Verkehr» als einen positiven Aspekt der Stadt Bern, das ist der Spitzenwert unter den positiven Aspekten. (wer findet auch gute Verkehrsanbindungen nicht schön?)

Ebenfalls gut ein Viertel der Bevölkerung findet es positiv, dass Bern eine «überschaubare Größe» hat und
daß alles nah beieinanderliegt.

Der ÖV wird von den Stadtbernern als gut beurteilt (Bild: Tram in der Stadt Bern, Remo Maßat)
Der ÖV wird von den Stadtbernern als gut beurteilt (Bild: Tram in der Stadt Bern)

Schöne Altstadt nur noch auf Platz 3

Die «schöne Stadt/Altstadt», in der letzten Befragung 2015 Spitzenreiterin der positiven Aspekte, liegt mit 22% neu auf Rang 3.

Dagegen wurde der «öffentliche Verkehr» in den Vorjahren (2007 und 2011) weniger oft genannt; 2015 lag er mit 24% noch an dritter Stelle.

Die Topplatzierung ist in den verschiedenen Stadtteilen unterschiedlich:

Während in den Stadtteilen Länggasse-Felsenau, Kirchenfeld-Schoßhalde und Breitenrain-Lorraine die «überschaubare Größe der Stadt/Kompaktheit» die meistgenannte Antwort ist, finden die Bewohner der
Stadtteile Mattenhof-Weißenbühl und Bümpliz-Oberbottigen am häufigsten den «öffentlichen
Verkehr» positiv in der Stadt Bern.

In der Inneren Stadt ist die Kategorie «schöne Stadt/Altstadt» Spitzenreiterin.

Statistik Stadt Bern Umfrage

Viele Stadtberner sehen Wohnungsmarkt negativ und stören sich an Autos

Anders als in der Befragung 2015 wurde bei den negativen Aspekten mit 17% am häufigsten der «Wohnungsmarkt» genannt.

Mit 13% wurde in der Stadt mit einem großen links-alternativen Milieu am zweithäufigsten das Problem genannt, daß es in Bern «zu viel Verkehr/Autos» gibt, gefolgt von der «Verkehrspolitik» (13%).

Vor vier Jahren war das Themengebiet «Verkehr» auf dem Spitzenplatz und wurde von knapp vier von zehn Befragten als größtes Problem in der Stadt Bern genannt.

Es gilt jedoch anzumerken, daß damals die unterschiedlichen Aspekte der Verkehrsproblematik einheitlich unter diesem Merkmal zusammengefaßt wurden; heuer wurden zum Zweck des Informationsgewinns die
unterschiedlichen Ausprägungen als separate Kategorien aufgenommen.

Foto: Altstadt von Bern
Foto: Altstadt von Bern

Jeder 10. Befragte findet hohe Steuern und Reitschule negativ

Ebenfalls von gut einem von zehn Befragten wurden die «zu hohen Steuern» (11%) und die «Reitschule/Reithalle» (10%) als negative Aspekte genannt.

Die Reitschule / Reithalle sorgt laufend für Negativschlagzeilen wegen Gewalt, Kriminalität, Drogen etc.

Bildschirmfotoausriß: Bericht zu Kriminalität in der mit Steuergeldern subventionierten linksextremistischen Reithalle / Reitschule Bern (Blick.ch)
Bildschirmfotoausriß: Bericht zu Kriminalität in der mit Steuergeldern subventionierten linksextremistischen Reithalle / Reitschule Bern (Blick.ch)

Jede und jeder Fünfzigste sagt hingegen explizit, daß es in der Stadt Bern keine Probleme gebe.

Sicherheit im eigenen Quartier und in der Innenstadt – Manche sind nachts nicht unterwegs

35% der Berner fühlen sich «sehr sicher» und weitere 47% «eher sicher», wenn
sie nachts alleine zu Fuß in ihrem Quartier unterwegs sind.

«Eher unsicher» fühlen sich 8% und  «sehr unsicher» 3%. Weitere 6% geben an, nachts aus Sicherheitsgründen oder aus anderen Gründen nicht alleine im Quartier unterwegs zu sein.

Ist Bern nachts unsicher? Manche gaben an, nachts nicht in der Stadt Bern unterwegs sein zu wollen.
Ist Bern nachts unsicher? Manche gaben an, nachts nicht in der Stadt Bern unterwegs sein zu wollen. Ist Bern nachts unsicher? Manche gaben an, nachts nicht in der Stadt Bern unterwegs sein zu wollen.

In der Innenstadt fühlt sich ein etwas kleinerer Anteil an Personen sicher. So sagen 17% der Be-
völkerung, daß sie sich nachts zu Fuß alleine in der Innenstadt «sehr sicher» fühlen und 48%
fühlen sich «eher sicher».

18% nennen die Antwort «eher unsicher» und 4% «sehr unsicher».

10% sind aus Sicherheits- oder anderen Gründen nachts nie alleine in der Innenstadt unterwegs.

Wie bereits vor vier Jahren zeigt sich, daß sich Männer und unter 30-Jährige sicherer fühlen als
Frauen und ältere Personen.

Beteiligung in der Stadt Bern

Stadtberner beteiligen sich am häufigsten in Form von «städtischen Abstimmungen» (3,27) und «städtischen Wahlen» (3,22).

Die nächstbeliebten Beteiligungsmöglichkeiten sind der «Elternrat» (1,68) und der «Schülerrat» (1,49).

Von den Personen, die sich nicht beteiligen, sagen 26%, dass sie die «Beteiligungsmöglichkeiten nicht kennen» und 25% «ich habe keine Zeit». 16% beteiligen sich nicht, weil es «zu wenig Informationen über die Beteiligungsmöglichkeiten» gibt.

Berner möchten sich am liebsten (stärker) bei «Kulturangeboten» (22%), der
«Verkehrsführung» (20%) und bei der «Quartierentwicklung» (18%) oder «Gestaltung des öffent-
lichen Raums» (18%) beteiligen.

Veränderung des öffentlichen Raums von 43 % positiv beurteilt

43% der Berner Bevölkerung finden, der öffentliche Raum in der Stadt Bern habe sich in letzter Zeit «positiv verändert». 13% beurteilen die Veränderung des öffentlichen Raums als «negativ» und 24% sagen, der öffentliche Raum habe sich in letzter Zeit «nicht verändert».

Von den Personen, die die Veränderung «positiv» beurteilen, denken jeweils 12% an «Belebungen des öffentlichen Raum» und an «Sitzgelegenheiten/städtisches Mobiliar». Am dritthäufigsten wurden «Begegnungszonen/verkehrsberuhigende Maßnahmen» (7%) genannt.

Von den Personen, die die Veränderung des öffentlichen Raums «negativ» beurteilen, sagen 9%, sie denken dabei an «Dreck/Abfall/Schmierereien». Jeweils 7% nennen die «Verkehrspolitik» und die «Reitschule/Reithalle/Schützenmatte».

Der gesamte Bericht «Bevölkerungsbefragung 2019» kann unter www.bern.ch/statistik (> Publikationen > Berichte > Bevölkerung und Soziales).

Auf das Jahr 2020 ist ein Vertiefungsbericht zum Spezialteil mit den Themen «Beteiligung in der Stadt Bern», «Quartiermitwirkung» sowie «Aneignung des öffentlichen Raums» geplant. Dabei werden Vertreter aus den verschiedenen städtischen Direktionen mit einbezogen.

Bahnhof Bern in der Dämmerung
Bahnhof Bern in der Dämmerung
Die Bevölkerungsbefragung der Stadt Bern
Die Stadt Bern führt seit 1995 Bevölkerungsbefragungen durch, bis 1999 jedes Jahr, zwischen 2001 und 2007 alle zwei Jahre und seither im Vierjahresrhythmus. Im Juli 2019 wurde die zwölfte Bevölkerungsbefragung durch Statistik Stadt Bern geschlossen und Mitte Dezember 2019 die Ergebnisse publiziert.
Wie in den Vorjahren gab es auch in der diesjährigen Befragung einen allgemeinen Teil, d.h. einen Kern von Fragen, die seit 1995 weitgehend unverändert geblieben sind und so einen längerfristigen Vergleich ermöglichen, sowie einen Spezialteil zu den Themen Beteiligung in der Stadt Bern, Quartiermitwirkung und Aneignung des öffentlichen Raums. Diese waren erstmals Thema der Bevölkerungsbefragung.
Die Befragung konnte wahlweise online oder per Papierfragebogen ausgefüllt werden. Für die Bevölkerungsbefragung wurde eine repräsentative Zufallsstichprobe gezogen. Als Grundgesamtheit dient die Wohnbevölkerung der Stadt Bern (mit Schweizer Staatsbürgerschaft oder Niederlassung B oder C) ab 15 Jahren. Die Ergebnisse basieren auf 2878 realisierten Interviews.

admin

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