BVZ-Gruppe mit stabilem Ertrag in anspruchsvollem Marktumfeld
Die BVZ-Gruppe hat sich im ersten Halbjahr 2026 in einem anspruchsvollen internationalen Marktumfeld robust gehalten. Der Gesamtertrag inklusive Leistungen der öffentlichen Hand erhöhte sich gegenüber der Vorjahresperiode um CHF 0.4 Mio. auf CHF 112.0 Mio. (+0.4%). Der Gewinn der Gruppe reduzierte sich infolge höherer Kosten um CHF 2.0 Mio. auf CHF 11.0 Mio. (-15.5%). Das Ergebnis der privatwirtschaftlichen und dividendenberechtigten Bereiche belief sich auf CHF 10.4 Mio. (-16.9%).
Ursächlich für die um CHF 2.6 Mio. (+3.4%) auf CHF 79.3 Mio. gestiegenen Kosten in der Gruppe waren unter anderem höhere Planungskosten für Instandhaltungs- und Erneuerungsvorhaben an der Infrastruktur sowie gestiegene Versicherungs- und Personalaufwände.
Im Geschäftsfeld Gornergrat lagen die Frequenzen ab Zermatt mit 404’000 Reisenden um 3.5% unter dem Rekordwert des Vorjahres. Dank eines höheren Durchschnittsertrags pro Fahrgast verringerte sich der Ertrag lediglich um 1.9% auf CHF 23.9 Mio.
Privatsektor weiter auf hohem Niveau
Der Gewinn belief sich auf CHF 6.1 Mio. Die Entwicklung bestätigt die strategische Positionierung des Gornergrats als Spitzenprodukt mit hoher Angebotsqualität und hohem Erlebniswert.
Die Glacier Express AG verzeichnete vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage im Nahen Osten einen Ertragsrückgang von 5.1% auf CHF 10.3 Mio. Im Geschäftsfeld Immobilien blieb der Betriebsertrag mit CHF 3.1 Mio. nahezu stabil. Der Gewinn erhöhte sich um 16.2% auf CHF 1.15 Mio.
Nachfrage im ÖV ungebremst
Im regionalen Personenverkehr blieb die Nachfrage hoch. Die Matterhorn-Gotthard-Bahn (MG-Bahn) beförderte im ersten Halbjahr 4.9 Mio. Reisende (-0.3%). Der Ertrag erhöhte sich aufgrund von Verschiebungen im Fahrausweismix um 2.6% auf CHF 36.8 Mio.
Die MG-Bahn mit dem regionalen Personenverkehr, dem Autoverlad und dem Güterverkehr arbeitet als Auftragnehmer der öffentlichen Hand nicht gewinn-, sondern leistungsorientiert. Das Ergebnis in diesem Segment hat daher nur geringen Einfluß auf den wirtschaftlichen Erfolg des privatwirtschaftlichen und dividendenberechtigten Teils der BVZ-Gruppe.
Strategische Investitionen werden konsequent fortgeführt
Mit der Beschaffung von vier weiteren POLARIS-Triebzügen für rund CHF 30 Mio. erneuert die BVZ-Gruppe gezielt das Rollmaterial der Gornergrat-Bahn. Die neuen Züge sollen ab Winter 2028 zum Einsatz kommen. Bei der MGBahn wurde im Juni der erste ORION-Triebzug der zweiten Beschaffungsetappe ausgeliefert. Bis Ende 2029 sollen 24 weitere Fahrzeuge folgen, womit die ORION-Flotte auf insgesamt 37 Triebzüge wächst.
Auch die langfristigen Infrastruktur- und Immobilienprojekte wurden weiter vorangetrieben. Im Juli reichte die MGBahn das Auflageprojekt für den Mattertal-Tunnel zwischen Täsch und Zermatt beim Bundesamt für Verkehr ein. In Andermatt begann im Sommer der Bau der zweiten Etappe des Wohn- und Geschäftsgebäudes Central. Bis Ende 2028 entstehen dort 51 Mietwohnungen und rund 825 Quadratmeter Büroflächen.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet die BVZ-Gruppe ein Ergebnis, das unter den Rekordwerten des Vorjahres, aber auf einem mit den vergangenen Jahren vergleichbar hohen Niveau liegt.
«Die breite Diversifikation über die Geschäftsfelder Gornergrat, Mobilität, Immobilien und Beteiligungen sowie die starke finanzielle Basis ermöglichen es der Gruppe, ihre strategischen Investitionen aus einer Position anhaltender Stabilität weiterzuführen», erläutert Geschäftsführer Egon Gsponer die Zukunftsperspektiven.
Über die BVZ-Gruppe
Die BVZ Holding AG vereint unter einem Dach öffentliche Verkehrs- und private Tourismusdienstleistungen in den Kantonen Wallis, Uri und Graubünden.
Die touristischen Angebote mit den international bekannten Spitzenmarken Gornergrat und Glacier Express, der Immobilienbereich sowie die Beteiligungen an der Matterhorn Terminal AG Täsch und Zermatt Bergbahnen AG bilden den privatwirtschaftlichen und dividendenrelevanten Teil der Gruppe.
Die von der öffentlichen Hand beauftragten Bahndienstleistungen der Matterhorn-Gotthard-Bahn umfassen den Regionalverkehr zwischen Disentis und Zermatt, den Zugshuttle Täsch–Zermatt, den Autoverlad an der Furka und die Gütertransporte zwischen Visp und Zermatt. Diese Dienstleistungen erfolgen leistungs- und nicht gewinnorientiert.
Beide Seiten – der Bereich des öffentlichen Dienstes ebenso wie der privatwirtschaftliche Sektor – profitieren von den Synergieeffekten innerhalb der gemeinschaftlichen Unternehmensführung.
(pd, rm)
(Foto: Gornergrat-Bahn)