Waldpflege mit Heli oberhalb von Chur

Waldpflege mit Heli oberhalb von Chur

Nach einem Baumsturz mit Sachschaden wurde das Waldgebiet Sassal früher als geplant gepflegt. Der Fokus wurde bewußt auf die Sicherheit und eine kontrollierte Durchführung gelegt.

Auslöser und Risiken

Im Gebiet Sassal oberhalb der Straße nach Meiersboden kam es am 23. April 2026 zu einem außerordentlichen Holzschlag. Auslöser war ein Vorfall im Jahr 2025, bei dem eine Esche auf ein Mehrfamilienhaus an der Sandstraße stürzte und erheblichen Schaden verursachte. In der Folge wurde das darüberliegende Waldgebiet durch die zuständige Abteilung Wald und Alpen eingehend überprüft. Dabei zeigte sich, daß zahlreiche Bäume instabil, krank oder stark geneigt waren und somit ein Risiko für die darunterliegende Infrastruktur darstellten.

Besonders betroffen waren neben Wohngebäuden auch die Strecke der Rhätischen Bahn sowie die Kantonsstraße. Um die Sicherheit langfristig zu gewährleisten, wurde in Absprache mit dem kantonalen Amt für Wald und Naturgefahren entschieden, den Eingriff in der Pflegeplanung vorzuziehen und die gefährlichen Bäume gezielt zu entfernen.

Holztransport per Helikopter

Aufgrund der steilen und schwer zugänglichen Lage kam eine spezielle Methode zum Einsatz: Ein Teil der Bäume wurde nicht wie üblich gefällt, sondern stehend per Helikopter ausgeflogen. Solche Helikoptereinsätze im Wald sind in der Region selten und werden nur bei besonders anspruchsvollen oder gefährdungsrelevanten Situationen eingesetzt. Dieses Verfahren minimierte die Gefahr, daß Stämme unkontrolliert abrutschen oder Steinschlag ausgelöst wird und ermöglicht gleichzeitig ein präzises Arbeiten in sensiblen Bereichen.

Am Seil hängend hob der Helikopter die Bäume aus dem steilen Gelände und transportierte sie zum Aufbereitungsplatz. Der Einsatz erforderte eine minutiöse Koordination zwischen Piloten, Bodenmannschaft und Sicherheitsverantwortlichen.

Die Flugroute wurde so geplant, daß weder bewohntes Gebiet noch Baustellen überflogen wurden. Hinter dem Meiersboden, neben der Plessur, stand ein geeigneter Ablade- und Aufbereitungsplatz zur Verfügung.

Ablauf und Sicherheit

Die Arbeiten erstreckten sich über drei Tage: Zunächst erfolgten die Vorbereitungen und konventionelle Fällarbeiten, bevor am 23. April 2026 der Helikoptereinsatz stattfand. Während der Arbeiten galten temporäre Sicherheitsmaßnahmen, darunter Verkehrsregelungen und Wegsperrungen.

Der Einsatz wurde von der Abteilung Wald und Alpen koordiniert und in Zusammenarbeit mit einer spezialisierten Unternehmung für Helitransporte ausgeführt. Sämtliche involvierten Fachpersonen führten die Arbeiten kompetent, zuverlässig und in enger Abstimmung durch. Mit dem abgeschlossenen Eingriff konnte ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Bevölkerung, der Verkehrswege und der Gebäude geleistet werden.

Investition in die Zukunft

Die entstandenen Lücken werden gezielt mit neuen, klimaresistenten Baumarten bepflanzt. Dabei wird auf eine standortgerechte und vielfältige Baumartenwahl geachtet, um die Anpassungsfähigkeit des Waldes an zukünftige klimatische Veränderungen zu erhöhen.

Die jungen Bäume leisten einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Bestandes und tragen langfristig dazu bei, die Schutzfunktion des Waldes gegenüber Naturgefahren wie Steinschlag oder Windwurf nachhaltig zu sichern und zu stärken. Gleichzeitig wird damit die ökologische Qualität des Waldes weiterentwickelt und seine Widerstandsfähigkeit insgesamt weiter verbessert.

(pd, rm)
(Fotos: Stadt Chur)

admin

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