Ukrainische Führung stoppt Übergabe von Gefallenen und lebenden Soldaten

Ukrainische Führung stoppt Übergabe von Gefallenen und lebenden Soldaten

In Istanbul wurde vereinbart, zunächst am 6. Juni die sterblichen Überreste von Soldaten an der weißrussisch-ukrainischen Grenze auszutauschen.

Und im Anschluß am 7./8. Juni den vereinbarten Gefangenenaustausch ebendort durchzuführen.

Die Reihenfolge ist dem Verhalten der ukrainischen Seite bei früheren Austauschen geschuldet, bei denen sie alles unternahm, eine Übernahme der Leichen von gefallenen Soldaten zu verhindern, schildert René Zittlau in einem Beitrag auf „Stimme aus Rußland„.

Ukrainische Vertreter stoppen überraschend Übergabe

Die russische Seite ist nun zum vereinbarten Zeitpunkt mit 1.212 gefrorenen Leichen ukrainischer Soldaten in Kühltransportern im Austauschgebiet zwischen der Ukraine und Weißrußland eingetroffen, hatte die Leichen der Gefallenen von Rostow am Don dorthin transportiert.

Aber Vertreter der Ukraine haben unerwartet mitgeteilt, die Übergabe der Gefallenen auf unbestimmte Zeit zu verschieben, so der  russische Verhandlungsführer Medinski.

Nun stehen die Kühlwagen mit den tiefgekühlten Leichen in der russischen Region fest und keiner weiß, wie es weitergehen soll.

Damit machten die ukrainischen Verantwortlichen auch den damit verbundenen, geplanten Gefangenenaustausch unmöglich.

Warum keine Übernahme der Gefallenen?

Die Rückgabe der sterblichen Überreste von 6.000 größtenteils identifizierten gefallenen ukrainischen Soldaten bringt einerseits Gewißheit für die Angehörigen.

Diese ermöglicht den Hinterbliebenen jedoch auch, die gesetzlich festgeschriebenen finanziellen Entschädigungen einzufordern.

Sie belaufen sich auf 15 Millionen Hrywna – umgerechnet rund 365.000 Euro – pro gefallenen Soldaten.

2,2 Milliarden Euro

Bei 6.000 übergebenen Leichen von Gefallenen geht es also um fast 2,2 Milliarden Eurо.

Dies sind mehr als 5% Prozent der Ausgaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums.

Ihr – in Ermagelung von Wahlen demokratisch seit Mai 2024 nicht mehr legitimierter – Präsident äußert sich zur Übergabe der Gefallenen:

„Soweit mir bekannt ist, wurden von diesen 6000 Personen 15 % identifiziert. Es ist sehr wichtig, alles zu überprüfen, alle unsere Leute müssen unbedingt abgeholt werden.“

Zelenskyj

Doch dabei beließ er es nicht. Er fügte hinzu:

„Wir hatten bereits einmal eine Situation, in der wir einen solchen Austausch durchgeführt haben und die Russen uns die Leichen ihrer eigenen getöteten Soldaten übergeben haben.“

Zelenskyj

Belege für diese extreme Behauptung brachte Zelenskyj wie üblich nicht.

Waffenstillstand für Bergung der Gefallenen von Zelenskyj abgelehnt

Auch einen 2-3-tägigen Waffenstillstand an bestimmten Frontabschnitten zur Bergung von Gefallenen und Verwundeten lehnt der ukrainische Staatsführer Zelenskyj ab und nennt die, die das vorgeschlagen haben „Idioten“.

Doch auch bei einer Übergabe oder Bergung von Gefallenen fließt dennoch keine Entschädigung an die Familien, so der frühere Rada-Abgeordnete Vladimir Olejnik:

„Wie die Praxis zeigt, wird in der Ukraine fast allen Angehörigen der getöteten Soldaten eine Entschädigung verweigert und eine gerichtliche Entscheidung verlangt.“

Vladimir Olejnik

Diese müssen dabei unter anderem beweisen, daß der Getötete nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluß stand, daß er nicht desertierte oder sich geweigert hatte, einen Befehl auszuführen.

„Die Auszahlungsverfahren ziehen sich lange hin. Angesichts der Tatsache, dass die Ukraine 600 Millionen Dollar an ausländische Gläubiger nicht zurückzahlen kann, plant sie auch nicht, ihren Bürgern die Beträge in voller Höhe auszuzahlen.“

Vladimir Olejnik

Rußland kündigt an, Namen der Gefallenen zu veröffentlichen

Der russische Delegationsleiter kündigte an, die Namensliste der übergegebenen Toten zu veröffentlichen, auch das dürfte der ukrainischen Führung nicht gefallen haben.

Ukraine-Parlament mit Hauruck-Aktion nach Istanbul

Der neueste Beitrag des Ukrainischen Parlaments in dieser Frage ist das Einbringen eines Gesetzesentwurf, dass die Anerkennung eines Soldaten als vermisst erst zwei Jahre nach Kriegsende vorsieht. Es spricht für den Charakter dieses Hohen Hauses, daß dieser Gesetzesvorschlag unmittelbar nach den Istanbuler Gesprächen vom 2. Juni formuliert wurde.

Doch damit ist der Gipfel des Zynismus noch nicht erreicht.

(pd, gb)

admin

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