Ivan Rodionov mit fundierter Medienkritik: Claas Relotius machte ehrlicheren Journalismus als viele heutige Journalisten
Ein kulger und sachlich-ruhiger Beitrag, eine hörens- und sehenswerte Lesung zum Journalismus: Claas Relotius machte ehrlicheren Journalismus als viele heutige Journalisten, so äußert sich ein Journalist zum deutschen Journalismus, der Jahrzehnte im Journalisten-Gewerbe tätig war.
Auch das Gebot der Unparteilichkeit in Konflikt- und Streitfragen sei im Moment im deutschen Jouranlismus komplett verworfen.
Es gebe in Deutschland keine funktionierende Medien, so Ivan Rodionov. Sie hätten sich abgeschafft.
Er begründet, warum von „Staats- und Konzernmedien“ zu sprechen ist. Und äußert sich zu monetären Interessen und zu Attacken auf freie Medien wie Nachdenkseiten, Kontrafunk, Nuoviso, Apolut und weitere. Es würden unter anderem Gegneranalysen erstellt.
„Meinungsmacht“ sei ein Buch, das er empfehlen könne, in welchem sehr unaufgeregt und sachlich geschildert wird.
Es ist heute unmöglich, in den deutschen Medien Karriere zu machen, so Ivan Rodionov, ohne Mitgliedschaft in transatlantischen Vereinen zu seien. Es erinnere wie die Mitgliedschaften in den Organisationen der DDR, ohne die man in dieser ebenfalls nicht aufsteigen konnte.
Aus Berichten in deutschen Medien zum Geschehen in der Ukraine, die 2014 noch von Umsturz und Staatsstreich oder einem Putsch (Magazin Kontraste) wurde später schleichend die Revolution oder ein Volksaufstand. Auch geht Ivan Rodionov ein auf die kurz nach dem Umsturz in der Ukraine von George Soros gegründeten „Renaissance Fondation“ und ihre Rolle bei der Umgestaltung des deutschen Mediennarrativs.
Weiter geht der Referent ein auf die Rolle von ukrainischen Oligarchen bei der Organisation des – geplanten – Massakers von Odessa. Notabene ein Grund den Putin explizit nannte beim Beginn der sogenannten Sonderoperation.
Ein Vortragsmitschnitt vom 14.Januar 2024 in Koblenz, Koblenzer Deinhard-Sektmuseum, Veranstaltungsreihe „Koblenz: Im Dialog“.
Zum Referenten: Ivan Rodionov, geb. 1965 in Moskau, studierte Germanistik und Anglistik an der Moskauer Staatlichen Linguistik-Universität. Er arbeitete in den 90igern und frühen 2000igern für den Spiegel, VOX, ZDF, WTN (später APTV) und war als Kriegs- und Konfliktreporter im Kaukasus, Zentralasien, Nahost und Afghanistan tätig. Ab 2005 arbeitete er für 3 Jahre als Deutschland-Korrespondent des russischen TV-Kanals Rossija, von 2014 bis 2020 war er Chefredakteur von RT Deutsch; und seit 2021 ist er Kommentator und Chefredakteur bei InfraRot Medien in Berlin.
(rm)