Früherer israelischer Premierminister Israeals: Westen wollte im Frühjahr 2022 keinen Verhandlungs-Frieden, sondern Rußland zerschlagen
Zuerst gestanden der Reihe nach öffentlich der Ex-Präsident der Ukraine, Poroschenko, die Ex-Bundeskanzlerin Deutschlands, Merkel und der Ex-Präsident Frankreichs, Hollande, ein, daß das Friedensabkommen von Minsk nur eine Täuschung war.
Und bloß dazu gedient habe, dem us-geführten Westen / der Nato mehr Zeit zu geben, die Ukraine aufzurüsten.
So äußerte etwa Merkel zu den Verhandlungen des Westens mit Rußland über das Minsker Abkommen, diese seien ein “Versuch, der Ukraine Zeit zu geben“, und Kiew habe sie genutzt, “um stärker zu werden“.
Im Juni 2022 sagte Poroschenko in Interviews, man habe mit Minsk „alles erreicht, was man wollte“. Das Ziel sei gewesen, die Bedrohung aufzuhalten oder zumindest Zeit zu gewinnen, um die ukrainischen Streitkräfte aufzubauen.
Anfang 2023 erklärte er in einer BBC-Dokumentation, die Minsker Abkommen hätten der Ukraine acht Jahre gegeben, um Armee, Wirtschaft und internationale Unterstützung auszubauen.
2023 sagte er zudem in einem Interview mit der italienischen Zeitung Corriere della Sera, dass die Minsker Abkommen Zeit verschafft hätten, NATO-Ausbilder einzuladen, Waffen zu beschaffen und die Armee aufzubauen.
Der frühere israelische Premierminister Israeals, Naftali Bennett, welcher zu Beginn nach der Eskalation des Ukrainekrieges im Frühjahr 2022 zwischen Rußland und USA/Nato vermittelt hatte, äußert aktuell sich Ukraine:
„Alle meine Handlungen wurden bis ins kleinste Detail mit den USA, Deutschland und Frankreich abgestimmt. Sie haben also im Grunde die Verhandlungen blockiert.“
Gemäß Bennett sei Boris Johnson am vehementesten gegen einen Frieden gewesen, Scholz und Marcon nicht so sehr und Biden wäre dazwischen gelegen. Und so hätten die Vertreter des Westens damals beschlossen, den russischen Staatschef Wladimir Putin bzw. Rußland „zu zerschlagen, anstatt zu verhandeln“.
Das Portal „Swiss Policy Research“ meint zum Bruch des Minsk-Abkommens:
„Einige Unterstützer von Merkel argumentierten , daß Merkel nur versuche, sich nach dem Scheitern des Minsker Abkommens zu rechtfertigen, aber den meisten Beobachtern war immer klar , daß das Abkommen niemals umgesetzt werden würde.“
Und weiter: „Nur die Donbaß-Republiken könnten am Minsker Abkommen interessiert gewesen sein, da sie eine Teilautonomie erlangt hätten, obwohl sie eine Annexion durch Rußland vorzogen.“
Letzteres ist jedoch eine nicht-belegte Behauptung.
Abgesehen davon, daß sie auch nicht schlüssig ist. Denn selbstverständlich hätte auch die Ukraine ein Interesse daran haben müssen, daß kein Krieg ausbricht, sondern eine friedliche Lösung gefunden werden kann. Hätte. Daß sie es wie man heute weiß offenbar nicht gehabt hatte ist etwas anderes. Hinterher ist man immer schlauer.
SPR behauptet weiter:
„Aus der Sicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der nun behauptet, „getäuscht“ worden zu sein , war das Abkommen von Minsk möglicherweise die einzige Möglichkeit, den Ukraine-Konflikt einzufrieren und die unmittelbare Notwendigkeit einer russischen Invasion als Reaktion auf den US -Regimewechsel 2014 zu vermeiden in Kiev.“https://swprs.org/how-to-follow-the-ukraine-war/
Auch das ist nicht schlüssig. Warum sollte Putin warten bis die Ukraine durch die USA / Nato aufgerüstet worden ist?
Auch wenn diese Ausführungen nicht schlüssig erscheinen: Die Betrachtung des Portals SPR enthält aber insgesamt viele interessante Analysen (Link ganz unten) und auch hat das Portal weiter unter anderem einige Medien mit unterschiedlichen Sichtweisen in einer Übersicht aufgelistet:
Weiterführendes, Quellen
1. Juni 2022 – Interview mit Vitalij Portnykow (Radio Svoboda / Espresso / Nastojaschtschee Wremja)
Europäische Solidarität – Veröffentlichung des Interviews und Videomitschnitts
Dort heißt es (ukrainisch):
«Мінські домовленості дали нам можливість виграти щонайменше вісім років для того, щоб сформувати Збройні Сили, побудувати економіку і глобальну проукраїнську коаліцію.»
Deutsch:
„Die Minsker Vereinbarungen verschafften uns mindestens acht Jahre Zeit, um die Streitkräfte aufzubauen, die Wirtschaft zu stärken und eine weltweite proukrainische Koalition zu bilden.“
und weiter:
«Наше завдання було відвернути загрозу або принаймні відтермінувати війну — виграти вісім років для відновлення економічного зростання та створення потужних Збройних Сил.»
„Unsere Aufgabe war es, die Bedrohung abzuwenden oder zumindest den Krieg aufzuschieben – acht Jahre zu gewinnen für die Wiederherstellung des Wirtschaftswachstums und die Schaffung leistungsfähiger Streitkräfte.“
Diese Quelle ist die Originalveröffentlichung von Poroschenkos Partei und verweist auf das Interview vom 15.06.2022.
2. Januar 2023 – BBC-Dokumentation „Putin vs the West“
BBC – Putin vs the West (Episode 2)
Die relevante Aussage stammt aus der BBC-Dokumentation selbst, nicht aus einem Zeitungsinterview.
BBC-Transkript und vollständige Sendungsmanuskripte sind leider nicht frei zugänglich. Der Satz
„This document gave Ukraine eight years to build an army, economy and a global pro-Ukrainian anti-Putin coalition“
wird in der Sendung Poroschenko zugeschrieben und stammt aus seinem BBC-Interview für die Dokumentation.
2023 – Corriere della Sera
Corriere della Sera – Interview mit Petro Poroschenko (2023)
Darin sagte Poroschenko laut italienischem Original:
„Subito dopo la firma invitai gli istruttori Nato e comprai armi e mezzi. Durante la mia presidenza abbiamo costruito un esercito.“
Deutsch:
„Unmittelbar nach der Unterzeichnung lud ich NATO-Ausbilder ein und kaufte Waffen und Ausrüstung. Während meiner Präsidentschaft haben wir eine Armee aufgebaut.“
Diese Passage stammt direkt aus dem Corriere-Interview selbst.