Warum Amphibien wichtig sind
Viele Amphibienarten sind bedroht oder sogar vom Aussterben bedroht.
In der Schweiz sind sogar neun Amphibienarten als besonders stark gefährdet eingestuft und stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten.
Ähnlich wie Bienen, welche Obst und Gemüse-Pflanzen befruchten sind auch Amphibien von großer Bedeutung für die Natur. Und für den Menschen.
Die Gefährdung der einheimischen Amphibienarten beruht größtenteils auf massiven Bestandeseinbrüchen. Und auf immer professionellerer und immer mono-kulturellerer Großlandwirtschaft, welche diese Bestandseinbrüche herbeiführen:
Profitmaximierung versus Artenvielfalt und Artenerhalt
Denn durch die industrielle Landwirtschaft mit ihrer Profitmaximierung und das Sterben der kleinen Bauernhöfe sind also auch Amphibien bedroht.
Industriell genutzter Wald und Acker ist natürlich überhaupt kein guter Lebensraum mehr für Lurche, Frösche, Kröten, Salamander und Co.
Die immer eintöniger werdenden Landschaften der immer mehr professionalisierten Landwirtschaft lassen keine Teiche, Tümpel oder Bäume und Sträucher mehr zu, welche viele Tierarten zum Überleben brauchen.
Auch Lebensräume wie Auen und Bäche werden immer weniger. Bäche werden oft begradigt und oft dazu noch kanalisiert und Felder entwässert.
Als würde man einer Menschenfamilie das Haus abreißen
Und so finden viele Amphibienarten schlichtweg keinerlei Lebensraum mehr. Es wäre so, als würde man bei einer Menschenfamilie das Haus einreißen. So würde diese wie viele Amphibien dann auch eingehen bzw. sterben wenn der nächste Winter kommt.
Trockenlegungen vernichten genauso Lebensraum für Amphibien wie Hochwasserdämme und Uferverbauungen.
Um die Bedrohung zu stoppen, sind gemäß der Koordinationsstelle für Amphibien- & Reptilienschutz in der Schweiz (Karch) dringend Fördermaßnahmen nötig.
Auch die fortschreitende Zersiedlung nimmt trotz Zweitwohnungsinitiative und anderen Maßnahmen seitens neuer Raumplanungsverordnungen weiter zu. Und zerschneidet viele Lebensräume durch welche Amphibien in ihre Laichgebiete wandern beziehungsweise wanderten. Und viele Laichgebiete werden laufend trockengelegt.
Der Flächenverbrauch durch den Bau neuer Häuser oder Gewerbebauten sowie auch der Bau neuer Straßen und Autobahnen kommt noch hinzu und erschwert das Überleben der bedrohten Amphibienarten.
Die Nahrungskette
Doch warum sind die Amphibien wie Bienen, bei denen es inzwischen allgemein bekannt ist, daß sie wichtig sind, so schützenswert?
Sie gehören zur sogenannten Nahrungskette. Sind sowohl Beute als auch fangen und fressen sie selbst Beute.
Und fehlen Amphibien, so wird die Nahrungskette der Natur unterbrochen.
Viele Amphibien sterben bei der Wanderung zu den Laichgebieten
Als wäre das alles noch nicht genug, so werden die überlebenden Amphibien auch noch häufig überfahren während sie zu ihren Laichgebieten wandern.
Jeder hat es schon einmal gesehen wie tote, überfahrende Amphibien bei Beginn der Amphibienwanderungen auf dem Teer der Straßen kleben nachdem sie achtlos überfahren wurden.
Und beim Zurückwandern aus den Laichgebieten passiert das Gleiche noch einmal.
Wie kann man Amphibien helfen?
Wer Amphibien helfen will kann dies in Tierschutzvereinen tun oder indem er hilft, Amphibien bei den Wanderzeiten einzusammeln und über die Straße zu tragen.
Dies geschieht durch das Aufstellen von sogenannten Amphibienschutzzäunen.

Oft werden hiervor noch Eimer in die Erde eingegraben in welche die Amphibien hineinfallen.
Daher müssen die Eimer laufend kontrolliert und geleert werden indem man die Tiere auf die andere Seite der Gefahrenzone, also auf die andere Seite der Straße trägt.
Natur leben lassen: Im eigenen Garten fängt es an
Man solle zuerst vor der eigenen Haustüre kehren sagt der Volksmund. Und so ist es:
Gerade die besonders bedrohten Amphibienarten wie Lurche, Kreuzkröte, Salamander, Gelbbauchunke oder auch der Laubfrosch vertragen keine Monokulturen als Lebensraum.
Lebensräume für Amphibien zu erhalten fängt im eigenen Garten an.
Anstatt Laub ständig zusammenzurechen oder sogar mit einem benzin- oder strombetriebenen lauten Laubbläser zusammenzublasen sollte man es liegenlassen.
Und muß der Rasen wirklich millimeterkurz geschnitten werden? Darf wirklich kein Löwenzahn, kein Klee zwischen dem Gras blühen? Muß alles was nicht stramm-steht wie die Grashalme, alles, was blüht, ausgerissen oder mit Unkrautvernichter bekämpft werden?
Muß jede Hecke schnurgerade geschnitten werden, sind wilde Hecken nicht auch schön?
Und warum nicht einen Komposthaufen irgendwo im Garten anstatt Biomüll in die grüne Tonne für die Biogasanlage?
Tödliche Fallen
Wer achtlos einen Eimer draußen stehen läßt findet über kurz oder lang tote Mäuse oder auch Siebenschläfer und auch tote Amphibien.
Wer Eimer draußen stehen läßt, sollte immer einen großen Stock quer hineinstellen oder ein kleines Kantholz oder anderes Holz, damit Tiere nicht qualvoll sterben wenn sie in den Eimer fallen.
Gleiches gilt für nicht-abgedeckte Regenfäller. Auch Leitungen, Abwasserschächte- und andere Rohre, Schächte oder Brunnen sind tödliche Fallen für viele Kleintiere, die dort qualvoll verenden.
(rm)