Lufttransportdienst des Bundes: 60% mehr Flugstunden

Lufttransportdienst des Bundes: 60% mehr Flugstunden

Der Lufttransportdienst war 2021 schon wieder mehr in der Luft. Am flugfreudigsten war Ignazio Cassis durch die Welt geflogen.

Insgesamt flog der LTDB für den Bundesrat und die Departemente 755 (Vorjahr 463) Stunden. Damit hat der LTDB gegenüber dem Vorjahr gut 60% mehr Flugdienstleistungen erbracht.

Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen ist ein Vergleich mit anderen Jahren aber wenig aussagekräftig, rechtfertigt man sich. Dabei heißt es doch immer in der sogenannten Pandemie werde die Umwelt geschont weil alles heruntergefahren werde wegen der Zwangsmaßnahmen.

Offenbar ist es so peinlich, daß 60% mehr Flugstunden, daß nun Biotreibstoff hinzugemischt werden soll: Als Maßnahme des Aktionsplans «Energie und Klima» des VBS wird ab 2023 Bio-Treibstoff beigemischt werden, dies zusätzlich zur bereits bestehenden CO2-Kompensation über Bescheinigungen.

Im Jahr 2021 flog der LTDB mit Flugzeugen und Helikoptern 755 Stunden für den Bundesrat und die Departemente. Davon entfielen 462 Stunden auf den Bundesrat. Mit Flugzeugen wurden insgesamt 652 Stunden und mit Helikoptern insgesamt 103 Stunden geflogen. Alles in allem hat der LTDB 2021 gegenüber dem Vorjahr gut 60% mehr Flugdienstleistungen erbracht.

Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2021 nahm aufgrund der Entwicklung der Covid-19-Zwangsmaßnahmen die Anzahl Flugreisen wieder zu.

Ein Vergleich der Flugleistungen und Auslastungen mit anderen Jahren ist jedoch wenig aussagekräftig, da auch das Jahr 2021 stark von Covid-19-Einschränkungen geprägt war, rechtfertigt sich der Bundesrat.

Die meisten Flugstunden hatte Außenminister Ignazio Cassis, Wirtschaftsminister Guy Parmelin 108 Flugstunden, Finanzminister Ueli Maurer mit 60 Stunden folgte, hiernach kam Gesundheitsminister Alain Berset und Justizministerin Karin Keller-Sutter mit je rund 43 Stunden. Umweltministerin Simonetta Sommaruga nahm 22 Flugstunden in Anspruch und Verteidigungsministern Viola Amherd 11 Flugstunden.

Flüge im Auftrag des Bundes

Die Dienstleistungen des LTDB richten sich nach der Verordnung über den Lufttransportdienst des Bundes V-LTDB. Der LTDB ist eine militärische Formation der Luftwaffe, die im Auftrag der Landesregierung, der Departemente, der Bundesversammlung, der Bundeskanzlei, der Bundesgerichte und der Schweizer Armee Flüge durchführt. Zentral dabei ist die kurzfristige Verfügbarkeit an 365 Tagen. Dafür setzt der LTDB eigene Flugzeuge und Helikopter ein.

Sind die eigenen Flugzeuge bereits verplant oder im Unterhalt, reichen die Kapazitäten nicht aus oder können die Dienstleistungen aufgrund der Reichweite nicht selbst erbracht werden, kann der LTDB externe Flüge einmieten. Die Anzahl eingemieteter Stunden gingen markant zurück, seit der Bundesrat mit einer Revision der Verordnung im 2019 Massnahmen ergriffen hatte, um den LTDB für VIP-Flüge noch besser auszulasten. Wurden im Jahr 2018 noch 48 Flugstunden eingemietet, waren es im 2019 noch rund 2,5 Flugstunden. In den Jahren 2020 sowie 2021 sind die Mieten gänzlich weggefallen; dies lag aber auch am Trend zu weniger Flugreisen in der Covid-19-Pandemie.

Die Vorteile der Leistungen des LTDB sind der hohe Sicherheitsstandard, die Möglichkeit von Einsätzen in Krisengebieten, die kurzfristige Verfügbarkeit und die Einhaltung von fixen Terminen der Delegationen, was mit Linienflügen teilweise nicht gewährleistet ist. Hinzu kommen die repräsentative Wirkung, der Informationsschutz und die Diskretion bei diplomatischen Auslandreisen. Die Leistungen des LTDB dienen somit direkt den Interessen der Schweiz. Die Kosten eines einzelnen LTDB-Fluges können deshalb nicht mit den Kosten eines Linienfluges verglichen werden. Zudem ist zu beachten, dass die Piloten jährlich eine bestimmte Anzahl an Mindestflugstunden nachzuweisen haben, um ihre Lizenz aufrechtzuerhalten. Mit Flügen für den LTDB lassen sich solche Trainingsflüge ohne Passagiere vermeiden. Ähnliche Vorschriften gelten auch für die eingesetzten Luftfahrzeuge.

CO2-Kompensation und Bio-Treibstoffe

Die CO2-Emissionen der Flüge des LTDB werden über Bescheinigungen vollständig kompensiert. Dies geht auch auf das Klimapaket des Bundesrates für die Bundesverwaltung zurück. Darüber hinaus wird ab 2023 dem fossilen Flugtreibstoff Bio-Treibstoff (sog. Sustainable Aviation Fuel) beigemischt. Dies ist eine der Maßnahmen aus dem Aktionsplan «Energie und Klima» des VBS, der vorsieht, daß das VBS bis spätestens im Jahr 2050 eine ausgeglichene CO2-Bilanz aufweist und die benötigte Energie vornehmlich aus erneuerbaren Quellen bezieht oder soweit wie möglich selbst produziert.

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