| Die Schweizer Zeitung
Friday November 24th 2017

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Zwang zur Erdbebenversicherung angestrebt

Erdbeben sind das Naturereignis mit dem größten Zerstörungspotetial, klagt das EFD in einer aktuellen Mitteilung. Hierbei geht es um das Bestreben, eine landesweite Erdbebenversicherung einzuführen. Oder anders: Um Gleichmacherei und Zwang. Um weniger Eigenverantworte und mehr Staat. Doch braucht die Schweiz wirklich eine landesweite Erdbebenversicherung? Man könnte auch zusätzlich eine landesweite Sturmversicherung (Stürme haben auch „größtes Zerstörungspotential“) oder eine landesweite Hochwasserversicherung (auch Hochwasser sind schlimm) einführen und vieles andere mehr. Wie auch bei Hochwasser oder Sturm sind jedoch manche Gebiete mehr betroffen, andere weniger.

Was soll die kommunistisch anmutende Gleichmacherei in einem Land, dessen Stärke es ist, daß es eine föderale Struktur hat? Warum reißt der Bund immer mehr Entscheidungsgewalt an sich? Und warum wird in einem Land, dessen ausgewiesene Stärke es ist, wenig Regulierung zu haben, in den letzten Jahre immer mehr reguliert und der Bürger immer mehr gegängelt? Die Freiheit immer mehr beschnitten.

Die aktuelle Mitteilung im Wortlaut:

Gefährdungskarte des Schweizerischen Erdbebendienstes: Basel und das Wallis sind im Fokus. Braucht es wirklich keine schweizweit obligatorische Erdbebenversicherung für alle Hausbesitzer?

Gefährdungskarte des Schweizerischen Erdbebendienstes: Basel und das Wallis sind im Fokus. Braucht es wirklich keine schweizweit obligatorische Erdbebenversicherung für alle Hausbesitzer?

Informelle Konsultation zu Vorschlägen für landesweite obligatorische Erdbebenversicherung

Bern, 18.07.2013 – Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) hat heute eine informelle Konsultation zu Vorschlägen für eine landesweite obligatorischen Erdbebenversicherung eröffnet. Die Konsultation erfolgt in Umsetzung einer vom Parlament überwiesenen Motion und dauert bis zum 14. Oktober 2013.

Erdbeben sind das Naturereignis mit dem größten Zerstörungspotetial. Im weltweiten Vergleich besteht in der Schweiz hierfür eine mäßige bis mittlere Gefährdung. Trotz dieses überdurchschnittlichen Risikos gibt es in unserem Land derzeit keinen umfassenden Versicherungsschutz für Schäden als Folge von Erdbeben. Die am 14. März 2012 vom Parlament überwiesene und dem EFD zur Bearbeitung zugeteilte Motion Fournier (11.3511) verlangt vom Bundesrat, in der gesamten Schweiz eine obligatorische Versicherung von Gebäuden gegen Schäden, die durch Erdbeben verursacht werden, zu veranlassen. Die Elementarschadenversicherung ist in diesem Sinne zu ergänzen, und die Prämie soll in der gesamten Schweiz einheitlich sein.

Unter Federführung des EFD wurde mittlerweilen im Rahmen einer breit abgestützten Projektorganisation, in der unter anderem die kantonalen Gebäudeversicherer, die Privatversicherungen, der Hauseigentümerverband, die FINMA, das Bundesamt für Umwelt und der Kanton Wallis mitwirkten, ein Bericht mit Lösungsvorschlägen für eine landesweite obligatorische Erdbebenversicherung ausgearbeitet.

Gemäss diesem Bericht bietet sich für die Umsetzung der Erdbebenversicherung sowohl eine Bundeslösung als auch eine auf einem Konkordat basierende föderale Lösung an. Für eine Bundeslösung müßte zunächst mittels Verfassungsänderung eine entsprechende Kompetenz geschaffen werden. Die föderale Lösung wiederum setzt das Einverständnis sämtlicher Kantone voraus. Als Versicherungsprodukt vorgeschlagen werden drei Varianten: eine Versicherung nur für Gebäude, eine Versicherung für Gebäude und Aufräumkosten und eine Versicherung für Gebäude, Aufräumkosten und Hausrat/Fahrhabe. Zur Finanzierung eines Schadenereignisses sollen sowohl die Versicherer und die Versicherten (Selbstbehalt) als auch die öffentliche Hand beitragen.

Im Hinblick auf den Entscheid über das weitere Vorgehen haben die interessierten Kreise Sinne einer informellen Konsultation bis zum 14. Oktober 2013 Gelegenheit, zum Bericht Stellung zu nehmen und die darin gestellten Fragen zu beantworten.

Verweise / Weiterführendes: