| Die Schweizer Zeitung
Sunday September 24th 2017

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Zur Wahl von Trump (und zu Florian Foos und anderen)

Linke Journalisten, Soziologen, Politikwissenschaftler und andere Weltverbesserer und Gutmenschen können es immer noch nicht fassen.

Dr. Florian Foos kann die Wahl nicht akzeptieren: "Nun müssen wir die Frage stellen: Wie konnte es dazu kommen?" (Bildschirmfotoausriß: Blick.ch)

Dr. Florian Foos kann die Wahl nicht akzeptieren: „Nun müssen wir die Frage stellen: Wie konnte es dazu kommen?“ (Bildschirmfotoausriß: Blick.ch)

Nicht „ihre“ Clinton, sondern der böse, böse Trump wurde gewählt.

Obwohl sie sich doch alle monatelang, ja schon seit letztem Jahr die Finger wundgeschrieben haben und das amerikanische Volk vor dem bösen Trump gewarnt haben.

Anstatt die Wahl und den Volkswillen der Amerikaner zu akzeptieren schreiben sie trotzig wie kleine Kinder in der alten Leier weiter.

So fällt etwa heute einem Dr. Florian Foos es nicht ein, die Wahl einfach zu respektieren.

Den Wählerwillen der Amerikaner zu achten.

Nein, Dr. Florian Foos vom Politikwissenschaftlichen Institut der Uni Zürich nicht besseres ein als den demokratischen Volkswillen als falsch und schrecklich zu geißeln. Zitat: „Nun müssen wir die Frage stellen: Wie konnte es dazu kommen?“

Müssen „wir“ das?

Wirklich?

Nein, im Gegenteil.

Wenn wir schon etwas „müssen“, dann das:

Wir müssen den Willen des amerikanischen Volkes respektieren.

Genauso wie wir ihn zu respektieren gehabt hätten, wenn Clinton gewonnen hätte.

Aber das geht natürlich nicht. Denn das amerikanische Volk hat sich erdreistet, anders zu wählen, als linke Journalisten, Soziologen, Politikwissenschaftler und andere Belehrer geraten haben.

Da erklärt man als ausländischer Belehrer dem amerikanischen Volk, wie es zu wählen hat und dann wählen die völlig anders.

Was erlaubt sich eigentlich dieses amerikanische Volk? Lesen die keine Schweizer Berichte von Politikwissenschaftlern? Und wählen einfach, wen sie wollen, auch, wenn ausdrücklich gewarnt wurde in jeder Schweizer Postille und Gazette? Von den Blättern des Politikwissenschaftlichen Institutes der Uni Zürich angefangen über sämliche Tamedia-, Ringier und Somedia-Publikationen?

Und die wählen einfach nicht, wie empfohlen?

Wo kämen wir da hin, wenn einfach gewählt wird, wen man will! Das geht ja gar nicht.

Und daher fällt nun z. B. auch der linke deutsche Spiegel über die schlimmen amerikanischen Arbeiter her, die mit (geringer) Mehrheit so schrecklich dumm waren, Trump zu wählen. Hätten sie mehrheitlich Clinton gewählt, wären die Arbeiter jetzt in den Medien ganz kluge, bodenständige und tolle Leute.

Und daher:

Journalisten sind vielmehr so dumm und verwechseln ihren Beruf mit etwas anderem: Sie haben die Wahrheit zu berichten, nicht zu politisieren und ihre politische private Meinung als die alleinseligmachende Wahrheit zu transportieren. Gleiches gilt für linke Soziologen und Politiwissenschaftler und was es sonst noch alles an sinnvollen Studienabschlüssen gibt. Sie sind keine Politiker, sollten nicht politisieren. Sondern Sachverhalte untersuchen.

Sich nicht entrüsten über ausländische Wähler („Wie konnte es soweit kommen?“), sondern sachlich und nüchtern untersuchen, warum Trump gewählt wurde, Clinton nicht.

Remo Maßat