| Die Schweizer Zeitung
Tuesday November 21st 2017

Archives

Wolf im Wallis zum Abschuß freigegeben

Erneut hat der Kanton Wallis eine Abschußgenehmigung für einen Wolf erteilt. Der Wolf im Gebiet Montana-Varneralp soll abgeschossen werden. Die Walliser Regierung hat eine Abschußbewilligung erteilt. Der Wolf hatte in den vergangenen Wochen Schafe und Rinder gerissen.

Der WWF Schweiz kritisiert die Abschußbewilligung als übereilt.

Der Wolf im Wallis riß Schafe und auch Rinder

Der WWF bemängelt namentlich, daß die DNA-Analyse noch nicht vorliegt. Es sei somit nicht geklärt, ob tatsächlich ein Wolf drei Rinder auf der Alp du Scex gerissen hat. „Mit der Flinte lassen sich keine Probleme lösen“, sagt Kurt Eichenberger, Großraubtierexperte des WWF Schweiz. Seit Jahren verfolgt das Wallis punkto Wolf vor allem eine Abschuß-Politik, doch die führt in eine Sackgasse, so der WWF.

Für jedes getötete Schaf, das von einem Wolf gerissen wird, wird der Landwirt entschädigt. Der Betrag, den der Bund zahlt, liegt zwischen 200 Franken für ein Lamm und 2000 Franken für ein Zucht-Milchschaf.

Wolf und Schafe: 830.000 Franken (nur Jahr 2010) für Herdenschutz

Auch im Sommer 2010 werden vermutlich mehrere Wölfe in der Schweiz unterwegs sein. Ein wirksamer und von der öffentlichen Hand unterstützter Herdenschutz wird deshalb immer wichtiger.

In den letzten Jahren hat in der Schweiz die Anzahl der Wölfe stetig zugenommen, und diese haben sich auch weiter verbreitet: 2009 wurden 11 verschiedene Wölfe genetisch nachgewiesen, und zwar in 11 Kantonen. Zudem gab es Hinweise auf weitere Tiere. Bereits ist belegt, daß einige dieser Wölfe auch 2010 in der Schweiz unterwegs sind.