| Die Schweizer Zeitung
Monday November 20th 2017

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Webseite schockt Twitter-Nutzer

Das Veröffentlichen von persönlichen Fotos auf Internetportalen wie „Facebook“ oder Twitter kann für die betreffenden Nutzer böse Konsequenzen haben. Neben dem Bildinhalt selbst gefährdet vor allem der zunehmende Trend des sogenannten „Geotaggings“ die Privatsphäre der Nutzer.

Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, haben US-Sicherheitsexperten nun eine eigene Webseite gestartet, die den Twitter-Feed kontinuierlich nach Fotomaterial durchforstet, das mit Geo-Daten bestückt ist. Unter dem Titel „I Can Stalk You“, zu deutsch „Ich kann Dir nachstellen“(http://icanstalku.com) wird den Besuchern dann unverblümt vor Augen geführt, wie leicht es ist, ihnen mithilfe dieser Informationen nachzustellen.

Smartfones treiben Geotägging voran (Foto: Schlagwort AG)

„Auf Twitter posten Menschen jeden Tag Einzelheiten aus ihrem Leben. Weil ein Bild mehr sagt als tausend Worte und nicht auf 140 Zeichen beschränkt ist, werden auch gerne Fotos eingestellt“, schreibt Graham Cluley, einer der Gründer von „Ich kann Dir nachstellen“ („I Can Stalk You“). Auf den ersten Blick spreche zwar nichts dagegen. “

Bei näherer Betrachtung stellt sich aber die Frage, ob die betroffenen Nutzer überhaupt eine Ahnung davon haben, dßs sie dadurch gleichzeitig ihren exakten aktuellen Aufenthaltsort preisgeben“, kritisiert Cluley.

User über Risiken aufklären

„Die zunehmende Beliebtheit von Onleindiensten, die mit raumbezogenen Geodaten arbeiten, zeigt, daß vielen Nutzern gar nicht bewußt ist, welcher Gefahr sie sich durch die Veröffentlichung solcher Daten aussetzen“, erklärt Marit Hansen, stellvertretende Landesbeauftragte beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein http://www.datenschutzzentrum.de, im Gespräch mit Pressetext. Um unerwünschte Spätfolgen zu vermeiden, müssten Nutzer dringend über mögliche Risiken aufgeklärt werden.

„Im Sinne einer bewußtseinsbildenden Maßnahme ist die Initiative sicher ein sehr guter Ansatz“, meint Hansen. Besonders der Umstand, daß hier mit dem durchwegs negativ behafteten Begriff „Stalking“ gearbeitet wird, gefällt der Datenschutzexpertin: „Auf diese Weise wird den Nutzern verdeutlicht, daß ihr unbedachtes Handeln im Web negative Konsequenzen haben kann.“

Smartfons treiben Geotägging voran

Als wesentlicher Antriebsmotor des Geotagging-Trends erweist sich vor allem die rasante Verbreitung internetfähiger Smartphones. Diese erlauben es, nahezu jederzeit und überall ins Netz einzusteigen, um Internet-Freunde über die aktuelle Tätigkeit oder den aktuellen Standort zu informieren. Dass jedoch viele der Hochtechnologie-Geräte hochgeladene Fotos und Videos standardmäßig mit Geodaten bestücken, ist nur den Wenigsten bekannt.

„Hier sind auch die Hersteller in der Verantwortung. Die Nutzer müssen wissen, welche personenbezogenen Daten weiterverarbeitet werden“, so Hansen.