| Die Schweizer Zeitung
Monday November 20th 2017

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Was keiner dachte: Dünn bevölkerte Berggebiete sind schlechter angeschlossen als andere Gebiete

Schweizer Ämter haben zuviel (Steuer)-Gelder zur Verfügung. Belege dafür gibt es täglich. Eine heute unter dem Titel „Schweizer Städte und Dörfer unterschiedlich gut mit Auto und ÖV erreichbar“ pulizierte Studie des Bundesamtes für Raumentwicklung fördert denn auch absolut Erstaunliches zutage.

Der erste Satz der Mitteilung lautet: „Eine gute Erreichbarkeit auf Straße und Schiene trägt zu einer erhöhten Standortgunst bei.“ Mann, wer hätte das gedacht. Orte, die besser erreichbar sind, haben eine höhere „Standortgunst“ (allein das Wort) aufzuweisen.

Neue Studie des Bundesamtes für Raumentwicklung fördert Erstaunliches zutage: In Bergregionen ist man verkehrsmäßig schlechter erreichbar

Auch die nächsten Sätze der Studie sind gleichermaßen aufschlußreich:

Das Bundesamt für Raumentwicklung ARE hat die verkehrliche Erschließung der Schweiz untersucht„, heißt es und weiter: „Die Beziehungen zwischen Infrastrukturausbauten und räumlicher Entwicklung sind vielfältig, die Wechselwirkungen und Wirkungsstärken entsprechend komplex. Die Studie des Bundesamtes für Raumentwicklung ARE macht nun deutlich, wie gut erreichbar Schweizer Gemeinden sind und welche regionalen Unterschiede bestehen. Die Grundlagen zur Studie liefert die Verkehrsmodellierung des Bundes, die es ermöglicht, alle Reisezeiten zwischen den Schweizer Gemeinden für den motorisierten Individualverkehr wie auch für den öffentlichen Verkehr zu errechnen.

Die berechneten Reisezeiten belegen allesamt das allgemein hohe Erreichbarkeitsniveau in der Schweiz. Unterschiede bei der Erschließung mit dem motorisierten Individualverkehr und dem öffentlichen Verkehr sind nach wie vor vorhanden. Während die Kernstädte Zürich, Basel, Bern, Genf und Lugano sowie die angrenzenden, dicht besiedelten Agglomerationen von Straße und Schiene ähnlich gut erschlossen sind, zeigt sich der Vorteil des Autos in peripheren, weniger dicht besiedelten Regionen, das auch abseits der Hauptverkehrsachsen die Räume flächig erschließen kann.

Vom Mittelland aus erreicht man mindestens eines der fünf Zentren mit dem Auto in weniger als einer Stunde. Längere Autofahrten müssen Bewohner der Walliser- und Bündnertäler in Kauf nehmen. Schlechter sieht die Bilanz für den öffentlichen Verkehr aus. Hier steigen die Reisezeiten – je nach Region und Lage – bereits im peripheren Raum um die Agglomerationen rasch auf eine Stunde und mehr.

Das Fazit der Studie:

Die Autoren der Studie schlagen vor, die Raum- und Verkehrsplanung verstärkter aufeinander abzustimmen. In die Beurteilung der künftigen Ausbauten des Straßen- und Schienennetzes sind auch die räumlichen Auswirkungen mit einzubeziehen; insbesondere soll damit der Zersiedlung Einhalt geboten werden. Der Bericht liefert auch Entscheidungsgrundlagen für die Nutzungsplanung der Gemeinden. Wohn- und Arbeitsgebiete sollen – so sieht es der Ständerat im Rahmen der Teilrevision des Raumplanungsgesetzes vor – durch das öffentliche Verkehrsnetz angemessen erschlossen sein.