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Saturday November 25th 2017

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Universität Hohenheim und Agroscope unterzeichnen Kooperationsvertrag

oats-8946_640Von den natürlichen Standortbedingungen her sind sich die Landwirtschaft in der Schweiz und in Süddeutschland sehr ähnlich. Die politischen Rahmenbedingungen dagegen sind verschieden. Die Kooperation ist deshalb für Agrarwissenschaftler beider Länder reizvoll und vielversprechend. Mit einer feierlichen Vertragsunterzeichnung am Donnerstag beschlossen die Universität Hohenheim und Agroscope, die Zusammenarbeit künftig deutlich zu vertiefen.

Es sind zwei Schwergewichte, die hier künftig enger zusammenarbeiten wollen. „Was Breite und Berührungspunkte angeht, ist Agroscope für uns die erste Adresse in der Schweiz“, erklärt Prof. Dr. Stephan Dabbert, Rektor der Universität Hohenheim. Gutes Essen, eine gesunde Umwelt und eine wettbewerbsfähige Land- und Ernährungswirtschaft – dafür forscht Agroscope im Auftrag des Bundes. Agroscope umfasst rund 1000 Mitarbeitende und ist Brückenbauerin zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung. Auch für Agroscope ist die Universität Hohenheim ein Gewinn. Im aktuellen Drittmittel-Ranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft liegt die Agrarforschung der Universität auf Platz 1. 48 Professorinnen und Professoren lehren und forschen hier. Derzeit sind über 2700 Studierende sowie rund 400 Doktorandinnen und Doktoranden in der Ausbildung.

Landwirtschaft in der Schweiz und in Süddeutschland teilen viele Herausforderungen

Inhaltlich werden die Partner nach konkreten Lösungen für die Landwirtschaft beider Länder suchen. „Die Schweiz und Süddeutschland teilen einige recht anspruchsvolle Herausforderungen“, erklärt Dr. Stephan Pfefferli, Kooperationsbeauftragter von Agroscope. „Dazu gehören hohe Produktionskosten, kurze Vegetationsperioden, hohe Anteile an absolutem Dauergrünland, mittlere bis geringe Erträge, extensive Tierhaltung, Erschwernisse bei der Mechanisierung sowie ökologische Auswirkungen der Landwirtschaft.“

Großes Interesse haben die Forschenden auch an sozialen und ökonomischen Fragen. „In beiden Ländern begegnen wir noch sehr kleinen Strukturen, zum Teil bis hin zu sozialer Isolierung“, meint Prof. Dr. Reiner Doluschitz, Kooperationsbeauftragter der Universität Hohenheim. „Besonders interessant ist auch, daß die Schweiz nicht zur EU gehört. So können wir auch die Auswirkungen abweichender politischer Rahmenbedingungen studieren.“

Gemeinsame Forschung und Lehrangebote vereinbart

Mit einer feierlichen Vertragsunterzeichnung in den Prunkräumen von Schloß Hohenheim am gestrigen Donnerstag vereinbarten beide Partner weitere Details zur Zusammenarbeit. Unterzeichnet wurde der Vertrag von den höchsten Repräsentanten der Partner: Prof. Dr. Michael Gysi, Chef Agroscope und Prof. Dr. Stephan Dabbert, Rektor der Universität Hohenheim.

Neben gemeinsamen Forschungsprojekten planen die Partner auch den Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie von Studierenden, gemeinsame Lehrveranstaltungen und Symposien sowie die gemeinsame Betreuung von Abschlußarbeiten. Den Mitarbeitenden von Agroscope bietet die Universität auch die Möglichkeit zur Weiterbildung, zur Promotion und Habilitation bis hin zur Beschäftigung in Ehrenprofessuren an.