Hohe Stromversorgungsqualität in der Schweiz

Die Stromversorgung in der Schweiz zeichnet sich im 2011 durch große Zuverlässigkeit aus und entspricht den höchsten europäischen Standards. Der sogenannte SAIDI-Wert, der die durchschnittliche Dauer der Versorgungsunterbrechungen je angeschlossener Endverbraucher angibt und für das dritte Mal von der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) ermittelt wurde, ergibt mit 16 Minuten für die ungeplanten Unterbrechungen einen Spitzenwert, der nur geringfügig über demjenigen von 2010 (14 Minuten) liegt.

Die Schweiz hat eine hohe Stromqualität (Bild: Stromio.ch)

Die Schweiz hat eine hohe Stromqualität (Foto Hochspannungsmasten: Stromio.ch)

Die ElCom hat die Aufgabe, die Versorgungssicherheit im Strombereich zu überwachen und insbesondere dafür zu sorgen, daß die Stromnetze sicher, leistungsfähig und effizient betrieben werden. Die Netzbetreiber haben gesetzmäßig der ElCom jährlich die international üblichen Kennzahlen zur Versorgungssicherheit einzureichen.

Die vorliegende Auswertung basiert auf den eingereichten Daten der 84 größten Netzbetreiber. Diese Unternehmen decken rund 85% der insgesamt in der Schweiz von allen Netzbetreibern ausgespeisten Energie ab. Berücksichtigt wurden nur die Unterbrechungen, die länger als drei Minuten gedauert haben.

Der sogenannte SAIDI-Wert (System Average Interruption Duration Index), der die durchschnittliche Dauer der Versorgungsunterbrechungen je angeschlossener Endverbraucher angibt und bereits das dritte mal von der ElCom erhoben wurde, liegt im 2011 mit 16 Minuten für die ungeplanten Unterbrechungen nur leicht höher als derjenige von 2010 (14 Minuten). Insgesamt wurden im Jahr 2011 23‘451 Unterbrechungen gemeldet. Jede Unterbrechung war einer Ursachenkategorie zugeteilt: Naturereignisse: 26.8%; betriebliche Ursachen: 17.1%; Fremdeinwirkungen/Beschädigungen durch Dritte: 5.7%; menschliches Versagen: 0.6%. Der Rest entfällt auf andere Ursachen und geplante Unterbrechungen.

Damit zeichnet sich die Stromversorgung in der Schweiz durch eine hohe Qualität aus und entspricht den höchsten europäischen Standards. Das läßt sich mit einem Vergleich des schweizerischen SAIDI-Wertes für die ungeplanten Unterbrechungen mit demjenigen von anderen europäischen Ländern feststellen, die im „5. CEER Benchmarking Report on the quality of electricity supply 2011″ publiziert sind. Beispielsweise beträgt der SAIDI-Wert der ungeplanten Unterbrechungen für Deutschland 15.3 Minuten.

Über die ElCom

Die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) ist die unabhängige staatliche Regulierungsbehörde im Elektrizitätsbereich. Sie überwacht die Einhaltung des Stromversorgungs- und Energiegesetzes, trifft die dazu nötigen Entscheide und erlässt Verfügungen.

Sie überwacht die Strompreise und kann Absenkungen verfügen oder Erhöhungen untersagen. Ferner entscheidet sie als richterliche Behörde bei Differenzen betreffend den Netzzugang oder die Auszahlung der kostendeckenden Einspeisevergütung für erneuerbare Energien. Sie überwacht zudem die Versorgungssicherheit im Strombereich und regelt Fragen betreffend den internationalen Stromtransport und -handel.

Die sieben Kommissionsmitglieder werden vom Bundesrat gewählt. Sie sind von der Elektrizitätswirtschaft unabhängig. Die ElCom wird von alt Ständerat Carlo-Schmid-Sutter präsidiert. Sie wird unterstützt von einem 35-köpfigen Fachsekretariat in Bern unter der Leitung von Rechtsanwalt Renato Tami.

Strommarktöffnung: Revision Strommarktgesetz kommt per 2015

Im November 2009 erteilte der Bundesrat dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK den Auftrag, eine Revision des Stromversorgungsgesetzes vorzubereiten. Die Prüfung der teils sehr komplexen materiellen Inhalte und rechtlichen Grundlagen dauert zurzeit noch an.

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Einige davon müssen in weiteren Studien vertieft untersucht werden bevor sie in den Vernehmlassungsentwurf des revidierten Gesetzes einfliessen können. Die Vorsteherin des UVEK hat den Bundesrat und die parlamentarischen Energiekommissionen in diesen Tagen über den zusätzlichen Zeitbedarf für die laufenden Arbeiten informiert. Das revidierte Gesetz soll demnach per 1. Januar 2015 in Kraft treten.

An seiner Aussprache vom November 2009 (siehe Medienmitteilung vom 18.11.2009) hatte der Bundesrat festgestellt, dass die erklärten Ziele der Marktöffnung, nämlich die Schaffung einer wettbewerbsorientierten und sicheren Stromversorgung mit transparenten Preisen noch nicht erreicht worden sind. Er beauftragte deshalb das UVEK, eine Revision des Stromversorgungsgesetzes (StromVG) vorzubereiten. Vorgesehen war, die Vernehmlassung im Sommer 2011 durchzuführen und das revidierte StromVG nach der parlamentarischen Debatte per 1. Januar 2014 in Kraft zu setzen.

Seit rund einem Jahr erarbeitet das Bundesamt für Energie BFE seither zusammen mit verschiedenen internen und externen Arbeitsgruppen die teils sehr komplexen rechtlichen und materiellen Grundlagen für diese Revision. Bei den intensiven Diskussionen in den Arbeitsgruppen, in denen Kantone, Wirtschaft, Stromwirtschaft, grosse Energieverbraucher, Konsumenten- und Umweltorganisationen vertreten sind, haben sich auch neue Fragestellungen ergeben, die ergänzende, vertiefte Abklärungen nötig machen. Erst danach können die erarbeiteten Lösungen in die Revisionsvorlage eingearbeitet werden.

Vor diesem Hintergrund muss der im November 2009 festgelegte Zeitplan um ein Jahr verlängert werden. Demnach soll die Vernehmlassung neu im Sommer 2012 erfolgen und das revidierte StromVG per 1. Januar 2015 in Kraft gesetzt werden.

Ob auch der gesetzlich per 1. Januar 2014 vorgesehene zweite Schritt der Marktöffnung um ein Jahr verschoben wird, will der Bundesrat zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Dabei wird er auch den Stand der laufenden Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU über ein Energieabkommen berücksichtigen.