Zwischenfall im Kernkraftwerk Gösgen – Reaktorschnellabschaltung durch Kurzschluß

Im Kernkraftwerk Gösgen ist es am Wochenende zu einer Reaktorschnellabschaltung gekommen. Der Reaktor befand sich zu jeder Zeit in einem sicheren Zustand. Es kam zu keiner unzulässigen Freisetzung von Radioaktivität. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI wurde umgehend nach dem Vorkommnis informiert.

Zwischenfall führt zu Schnellabschaltung im Kernkraftwerk Gösgen: Archivfoto Kernkraftwerkbrennstäbe

Zwischenfall führt zu Schnellabschaltung im Kernkraftwerk Gösgen: Archivfoto Kernkraftwerkbrennstäbe

Ein Defekt in einer Diode im Kernkraftwerk Gösgen führte dazu, daß der Reaktor zur Sicherheit automatisch schnell abgeschaltet wurde. Die Betriebsmannschaft des Kernkraftwerks informierte umgehend die Aufsichtsbehörde. Die Ursache wurde abgeklärt und die nötige Reparatur vorgenommen. Da keine sicherheitstechnischen Einwände bestehen, hat das ENSI dem Wiederanfahren des Reaktors nach der Reparatur zugestimmt.

Beim Vorkommnis kam es zu keiner unzulässigen Abgabe von radioaktiven Stoffen. Das MADUK-System (Meßnetz zur automatischen Dosisleistungsüberwachung in der Umgebung der Kernkraftwerke) zeigte keinen Anstieg der Radioaktivität.

Das ENSI hat das Ereignis auf der Ereignisskala INES vorläufig der Stufe 0 (Ereignis ohne oder mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung) zugeordnet. Es wird das Ereignis im Rahmen der ordentlichen Vorkommnisbearbeitung im Detail analysieren.

Bei Reaktorschnellabschaltungen handelt es sich um ein Verfahren, um den Reaktor in einen sicheren Zustand zu bringen. Dabei wird die Kernspaltungs-Kettenreaktion beendet. Die Reaktorschnellabschaltung erfolgt durch das vollständige Einfallen der Steuerstäbe.

Neue Kernkraftwerke, strahlende Zukunft? – Gemäß ENSI sind alle drei Standorte geeignet

Kaum ist das UVEK nicht mehr in der Hand der rotgrünen Politik, sondern der FDP, geht es schon mit riesigen Schritten voran. Was unter Bundesrat Moritz Leuenberger undenkbar gewesen wäre, kann jetzt ohne weiteres beginnen. Der Bau neuer Kernkraftwerke in der Schweiz.

Neue Kernkraftwerke in der Schweiz = Strahlende Zukunft?

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) hat die drei Rahmenbewilligungsgesuche für den Bau neuer Kernkraftwerke in den Kantonen Aargau, Bern und Solothurn überprüft. Dabei wurden insbesondere die Eigenschaften der Standorte genauer untersucht.

In seinen drei Gutachten kommt das ENSI zum Schluß, daß die Angaben der Gesuchssteller technisch fundiert sind und die gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden. Aus Sicht der nuklearen Sicherheit könnte an allen drei von den Gesuchsstellern vorgeschlagenen Standorten ein neues Kernkraftwerk gebaut werden.

Am 9. Juni 2008 reichte die Kernkraftwerk Niederamt AG dem Bundesamt für Energie das Rahmenbewilligungsgesuch für sein Neubauprojekt ein. Dieses soll neben der bestehenden Anlage von Gösgen gebaut werden.

Am 4. Dezember 2008 reichten auch die Ersatz-Kernkraftwerk Beznau AG und die Ersatz-Kernkraftwerk Mühleberg AG je ein Rahmenbewilligungsgesuch für Neubauprojekte in Beznau und in Mühleberg ein. Die Projektanten möchten die bestehenden Anlagen nach einer kurzen Phase des Parallelbetriebs durch einen Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft ersetzen.

Bei den drei Neubauprojekten handelt es sich um Kernkraftwerke mit Leichtwasserreaktoren, die mit einem Hybridkühlturm betrieben werden sollen. Die geplante elektrische Leistung der neuen Kernkraftwerke ist wesentlich höher als die der bestehenden Anlagen.

Als zuständige Aufsichtsbehörde des Bundes hat das ENSI für jedes Rahmenbewilligungsgesuch ein Gutachten erstellt, in dem die Fragen der nuklearen Sicherheit, des Sabotage- und Terrorschutzes sowie der späteren Stilllegung und Entsorgung der radioaktiven Abfälle behandelt werden. Die Gutachten des ENSI bilden eine Grundlage für den Entscheid des Bundesrats über die Erteilung der Rahmenbewilligungen.

Was wurde überprüft?

Das ENSI hat die Gesuchsunterlagen darauf überprüft, ob sie vollständig, nachvollziehbar und sachlich richtig sind. Auch hat das ENSI die Einhaltung gesetzlicher und internationaler Anforderungen an eine Standortbeurteilung geprüft.

Rechtliche Voraussetzungen erfüllt

In seinen drei Gutachten beurteilt das ENSI die Angaben der Gesuchssteller für ein Rahmenbewilligungsgesuch als technisch fundiert und ausreichend. Die gesetzlichen Anforderungen werden erfüllt, dies insbesondere auch hinsichtlich der Entsorgung der radioaktiven Abfälle. Der Schutz von Mensch und Umwelt vor Radioaktivität kann während der Betriebs- und Nachbetriebsphase sichergestellt werden.

Standorte grundsätzlich geeignet, weitere Abklärungen zur Erdbebengefährdung

Keiner der drei Standorte weist Eigenschaften auf, die den Bau eines neuen Kernkraftwerks grundsätzlich in Frage stellen. Bei der Überprüfung der Gesuchsunterlagen hat das ENSI dennoch Sachverhalte festgestellt, die einer weiteren Klärung bedürfen. Daraus hat das ENSI Anträge für Auflagen abgeleitet. Das ENSI fordert von den Gesuchsstellern insbesondere weitere Abklärungen zur genaueren Bestimmung der Erdbebengefährdung der Standorte.

Diese Daten sollen nach dem neuesten Stand von Wissenschaft und Technik bei der seismischen Auslegung der Neuanlagen berücksichtigt werden.

Mitte 2011 erfolgt öffentliche Auflage aller Unterlagen

Bis Ende Jahr wird die Kommission für nukleare Sicherheit (KNS), die das Departement UVEK und den Bundesrat in grundsätzlichen Fragen zur nuklearen Sicherheit berät, zu den Gutachten des ENSI Stellung nehmen. Anfang 2011 erhalten die Kantone Gelegenheit sich zu den drei Rahmenbewilligungsgesuchen zu äußern. Die öffentliche Auflage aller Unterlagen erfolgt Mitte 2011. Voraussichtlich Mitte 2012 wird der Bundesrat über die Erteilung der Rahmenbewilligungen entscheiden.

Die Entscheide des Bundesrats müssen danach von National- und Ständerat genehmigt werden. Der Beschluss der Bundesversammlung unterliegt dem fakultativen Referendum, das Schweizer Stimmvolk hat also das letzte Wort zu den Neubauprojekten. Eine Volksabstimmung könnte voraussichtlich gegen Ende 2013 stattfinden.

Umstritten:Kernkraftwerk Mühleberg soll wiederangefahren werden

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI genehmigte dem Kernkraftwerk Mühleberg (KKM) am Mittwoch, 8. September 2010, nach dem Abschluß der Revision, den Reaktor wieder in Betrieb zu nehmen.

Die Anlage war vom 15. August bis 8. September 2010 abgestellt, um Brennelemente zu wechseln und Revisionsarbeiten auszuführen. Das ENSI hat sich mit Inspektionen vergewissert, daß die Arbeiten vorschriftsgemäß durchgeführt wurden.

Moritz Leuenberger schweigt: Kernkraftwerk Mühleberg soll wieder ans Netz

Während der Revision des Kernkraftwerks Mühleberg wurden 36 der insgesamt 240 Brennelemente ersetzt. Wie bereits in den vergangenen acht Jahren sind auch im abgelaufenen Betriebszyklus keine Schäden an den Brennelementen aufgetreten.

Nebst dem Brennelementwechsel wurden während der Revision auch die geplanten Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten durchgeführt. Neben den jährlich stattfindenden visuellen Prüfungen der Reaktordruckbehälter-Einbauten wurden auch Rohrleitungsschweissnähte des Primärkreislaufes und Stutzeneinschweissnähte des Reaktordruckbehälters mit Ultraschall geprüft. Dabei wurden keine sicherheitstechnisch relevanten Messanzeigen gefunden. Das im Jahr 2006 erstmals eingesetzte Ultraschallprüfsystem für die Prüfung der Schweissnähte an der Kernsprühleitung wurde weiterentwickelt und qualifiziert. Dies erlaubt zusätzlich eine Charakterisierung von Prüfanzeigen. Auf der Grundlage der diesjährigen Ergebnisse mit dem qualifizierten Prüfverfahren gehen die bisher registrierten Befunde auf geometriebedingte Signale und Oberflächenmarkierungen zurück. Sicherheitstechnisch relevante Messanzeigen wurden an den Schweissnähten der Kernsprühleitung keine gefunden. Die Wiederholungsprüfungen sowie die Instandhaltungsarbeiten an den druckführenden Komponenten wurden vom ENSI zusammen mit dem Schweizerischen Verein für Technische Inspektionen (SVTI) beaufsichtigt.

Die Bestimmungen der Strahlenschutzgesetzgebung wurden eingehalten. Die Strahlendosis, die das Personal während der Revision insgesamt erhielt, lag deutlich unterhalb des geplanten Werts. Die Strahlenexposition jeder einzelnen Person lag ebenfalls deutlich unter dem Grenzwert von 20 Millisievert für beruflich strahlenexponierte Personen.

Nach Abschluss der Arbeiten und der Funktionsprüfungen führten das ENSI und der SVTI ihre Schlussrundgänge im Werk durch. Dabei haben sich keine Befunde ergeben, die ein Wiederanfahren der Anlage und einen sicheren Leistungsbetrieb in Frage stellen. Das ENSI erteilte aufgrund der Ergebnisse seiner Überprüfungen dem Kernkraftwerk Mühleberg am 8. September 2010 die Genehmigung zur Aufnahme des Leistungsbetriebs.