Anna Barbara Remund übernimmt Leitung der Abteilung Infrastruktur im BAV

Anna Barbara Remund übernimmt die Leitung Infrastruktur des Bundesamtes für Verkehr. (Symbolbild)

Anna Barbara Remund übernimmt die Leitung Infrastruktur des Bundesamtes für Verkehr. (Symbolbild)

Anna Barbara Remund wird neue Vizedirektorin und Abteilungschefin Infrastruktur im Bundesamt für Verkehr (BAV). Die 51-jährige Bernerin leitet heute den Regionalverkehr der SBB. Sie folgt auf Toni Eder, welcher per Anfang Jahr zum Generalsekretär des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation befördert wurde.

Anna Barbara Remund wird ihr neues Amt spätestens per 1. September 2016 antreten. Sie ist eine ausgewiesene Kennerin des öffentlichen Verkehrs und schweizweit sehr gut vernetzt. Seit 2010 leitet Anna Barbara Remund bei der SBB den Regionalverkehr und ist stellvertretende Leiterin der Division Personenverkehr. Sie ist unter anderem verantwortlich für die Weiterentwicklung des Regionalverkehrs in Abstimmung mit den Kantonen und dem Bund, für Rollmaterial-Beschaffungen und für grenzüberschreitende S-Bahn-Projekte. Weiter präsidiert sie die Verwaltungsräte der SBB-Regionalverkehrs-Tochtergesellschaften Thurbo, Zentralbahn, Tilo, RegionAlps sowie SBB GmbH.

Zuvor leitete Anna Barbara Remund von 2001 bis 2010 den Bereich Personenverkehr bei der BLS. Unter anderem war sie für den Aufbau und die Weiterentwicklung der S-Bahn Bern zuständig.

Anna Barbara Remund schloss an der ETH Zürich das Diplomstudium als Forstingenieurin ab und absolvierte an der Universität St. Gallen ein Nachdiplomstudium in Unternehmensführung.

Bis zum Amtsantritt von Anna Barbara Remund wird die Abteilung Infrastruktur des BAV interimistisch von Rudolf Sperlich geführt.

Wachstumschance in der Rheinschiffahrt?

Die Schweizer Rheinschiffahrt hat ihr Potenzial im Import- und Exportverkehr noch nicht ausgeschöpft, findet das Bundesamt für Verkehr. Hier gebe es eine Wachstumchance, so das Amt. Hingegen kann sie nur wenig zur Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs auf die Schiene beitragen.

Zu diesem Schluß kommt die Studie „Rheinschiffahrt und Schweizer Verlagerungspolitik“, die vom Bundesamt für Verkehr (BAV) gemeinsam mit den Schweizerischen Rheinhäfen in Auftrag gegeben worden war.

Gemäß Bundesamt für Verkehr gibt es Potentiale in der Rheinschiffart (Foto Rhein: Schlagwort AG)

Die Rheinschiffahrt ist ein bedeutender Verkehrsträger für den Import- und Exportverkehr der Schweiz: 14% aller Importe und 5% aller Exporte werden über den Rhein abgewickelt. Bezogen auf Im- und Exporte einzig im Rheineinzugsgebiet (also die Gebiete nördlich Basel im Rheinkorridor) erreicht die Rheinschiffahrt einen hohen Marktanteil von 42%.

Zwar hat die Rheinschifffahrt in den letzten Jahren Marktanteile an die Strasse und Schiene verloren. Dennoch nutzt sie ihre Stärken gut aus: in ihrem wichtigsten Marktsegment, den Massengütern auf langen Distanzen, erzielt sie sehr hohe Marktanteile, die sich kaum mehr steigern lassen.

Steigerungspotential liegt gemäß der Studie für die Rheinschiffahrt beim Im- und Export von Containern zwischen den Nordseehäfen und der Schweiz sowie im Import-/Exportverkehr zwischen Industriegebieten entlang des Rheins.

Das zusätzliche Potential wird auf 1.5 Mio. Tonnen pro Jahr geschätzt, was 20% des heutigen Binnenschiffahrtsverkehrs von und nach Basel entspricht. Insbesondere kann sie von den Bemühungen der Seehäfen Antwerpen und Rotterdam profitieren, mehr Verkehr durch die Binnenschiffahrt (und Bahn) transportieren zu lassen.

Als Zulauf zu den alpenquerenden kombinierten Verkehren bis nach Italien attestiert die Studie der Rheinschiffahrt dagegen keinen namhaften Beitrag zur Verlagerung. Die Potentiale im Transitverkehr werden durch die Schifffahrt bereits gut ausgenutzt, ein Steigerungspotential ist nicht erkennbar.

Die Studie zeigte weiter, daß die Subventionierung der Import- und Exportverkehre im Rahmen des Verlagerungsgesetzes bei den Schiffsoperateuren zu wenig bekannt ist und sie daher nicht teilhaben. Dies kann als Benachteiligung der Rheinschiffahrt angesehen werden, obwohl nach geltender Praxis auch die Schiffsoperatöre als anspruchsberechtigte Operatöre im Rahmen der KV-Abgeltungen anerkannt werden können.

Das BAV wird entsprechend der Praxis der Vorjahre die Abgeltungen für den nicht alpenquerenden kombinierten Verkehr Schiene-Straße im Import- und Export auf das nächste Jahr weiter senken. Zudem wird es weitere Abklärungen treffen, inwiefern auf die Abgeltung des Unbegleiteten Kombinierten Verkehrs (UKV) im maritimen Import-/Exportverkehr ganz verzichtet werden kann.

Damit das Potenzial der Rheinschiffahrt bei den Importen und Exporten besser genutzt werden kann, sind auch zusätzliche Anstrengungen seitens der Rheinschiffahrt notwendig, um die Transportkette noch besser an den Bedürfnissen der verladenden Wirtschaft zu orientieren.