BAG – Bundesamt für Gesundheit, öffentliche Warnung: Nicht zugelassenes Desinfektionsmittel Barrycidal ® 36

BAG - Bundesamt für Gesundheit, öffentliche Warnung: Nicht zugelassenes Desinfektionsmittel Barrycidal ® 36.(Symbolbild)

BAG – Bundesamt für Gesundheit, öffentliche Warnung: Nicht zugelassenes Desinfektionsmittel Barrycidal ® 36.(Symbolbild)

Mangels nachweislicher Wirkung und mangels Zulassung wurde die Abgabe des Desinfektionsmittels Barrycidal ® 36 umgehend gestoppt. Vom Gebrauch wird dringend abgeraten.

Das Bundesamt für Gesundheit wurde vom Kantonalen Labor Zürich über das nicht zugelassene Desinfektionsmittel Barrycidal ® 36 informiert. Die Abgabe des Mittels wurde umgehend gestoppt.

Diese Warnung betrifft das folgende Produkt:

– Barrycidal ® 36 Desinfektionsmittel (diverse Gebindegrössen)

– Hersteller: Interchem Hygiene GmbH, 8057 Zürich

Das Produkt ist nicht zugelassen als Desinfektionsmittel. Seine Wirkung ist nicht gegen alle angegebenen Organismen nachgewiesen. Zudem fehlen auf der Verpackung die Angaben für eine fachgerechte Verwendung. Es besteht die Gefahr, dass das Produkt falsch eingesetzt wird.

Das BAG warnt, dass bei Verwendung des Produkts die beabsichtigte Desinfektionswirkung nicht sichergestellt ist. Es empfiehlt den Inhabern dringend, es nicht mehr zu verwenden. Reste sind über eine Sammelstelle für Sonderabfälle, eine rücknahmepflichtige Händlerin oder ein berechtigtes Entsorgungsunternehmen zu entsorgen.

Flächen- oder Händedesinfektionsmittel dürfen nur in Verkehr gebracht und beruflich oder gewerblich verwendet werden, wenn sie als Biozidprodukt zugelassen und entsprechend gekennzeichnet sind.

Zugelassene Desinfektionsmittel für Flächen- oder Händedesinfektion sind an der aufgedruckten Zulassungsnummer für Biozidprodukte (CHZxnnnn oder CH-20yy-nnnn) erkennbar. Ob ein Produkt zugelassen ist, kann im Produkteregister der Anmeldestelle Chemikalien unter www.rpc.admin.ch überprüft werden.

Neues automatisches Messnetz überwacht die Radioaktivität in Aare und Rhein

Radioaktive Messungen im Rhein und Aare. (Symbolbild)

Radioaktive Messungen im Rhein und Aare. (Symbolbild)

Das neue automatische Messnetz zur Überwachung der Radioaktivität im Flusswasser (URAnet aqua) misst kontinuierlich Radioaktivitätswerte in Aare und Rhein. Das vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) betriebene Messnetz erlaubt es, ungewöhnlich hohe Radioaktivität im Wasser, insbesondere unterhalb der Kernkraftwerke, innerhalb von zehn Minuten zu erkennen und Alarm auszulösen. Das neue Dispositiv schliesst eine Lücke in der Überwachung der Umweltradioaktivität in der Schweiz.

Nach dem Reaktorunfall in Fukushima in Japan hat der Bundesrat im Mai 2013 beschlossen, das automatische Messnetz zur Überwachung der Umweltradioaktivität des BAG zu erneuern und gleichzeitig auf die Überwachung der Flüsse auszuweiten. Bisher gab es in der Schweiz keine automatischen Messungen der Radioaktivität im Flusswasser.

Das Netz besteht aus Messsonden, die unterhalb der Kernkraftwerke in der Aare und im Rhein sowie in der Stadt Basel installiert wurden. Sie befinden sich in Radelfingen, Hagneck, Aarau, Laufenburg und Basel. Nach einer Testphase ist das Messnetz seit diesem Monat operativ.

Die neuen Messungen dienen unter anderem dazu, die Trinkwasserwerke bei erhöhten Werten rasch zu informieren. In Basel zum Beispiel stammt praktisch das ganze Trinkwasser aus dem Rhein. Durch die neu verfügbaren Messungen können diese Wasserwerke die Wasserentnahme aus den Flüssen auch bei geringer Erhöhung der Radioaktivität präventiv stoppen. Falls ein Fluss etwa nach einem schweren Unfall in einem Kernkraftwerk radioaktiv stark belastet würde, würde die Nationale Alarmzentrale NAZ direkt alarmiert, damit sie die notwendigen Schutzmassnahmen für die Bevölkerung anordnen könnte.

Die Tagesmittelwerte der Messungen sind auf der neuen Internet-Plattform des BAG „Radenviro“ einsehbar (www.radenviro.ch). Die neu geschaffene Webseite zeigt alle Resultate der in der Schweiz gemessenen Umweltproben wie Luft, Boden, Gras, Milch und Wasser.

Ein Tag im Zeichen von Grippe und Masern

Ein Tag im Zeichen von Grippe und Masern. (Symbolbild)

Ein Tag im Zeichen von Grippe und Masern. (Symbolbild)

Wer sich gegen die saisonale Grippe impfen lassen möchte, kann dies ab sofort tun. Damit man dafür nicht extra einen Arzttermin vereinbaren muss, führen die Hausärzte am 6. November wieder einen nationalen Grippeimpftag durch. Gleichzeitig findet einmalig auch ein Stopp-Masern-Tag statt, an dem man seinen Masern-Impfschutz überprüfen lassen kann, ebenfalls ohne Voranmeldung.

Um sich möglichst gut vor der saisonalen Grippe zu schützen, empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG), sich zwischen Mitte Oktober und Mitte November impfen zu lassen. Die Empfehlung richtet sich an Menschen mit einem erhöhten Komplikationsrisiko im Fall einer Grippeerkrankung sowie deren Kontaktpersonen. Ein höheres Risiko für Komplikationen haben Menschen ab 65 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere, frühgeborene Kleinkinder bis zum Alter von zwei Jahren sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen.

Auch wer privat oder beruflich regelmässig engen Kontakt hat zu den oben genannten Gruppen, sollte sich gegen die saisonale Grippe impfen. So schützt man nicht nur sich selber, sondern auch andere: insbesondere Säuglinge, die ebenfalls ein erhöhtes Komplikationsrisiko haben, aber noch nicht geimpft werden können, Patientinnen und Patienten sowie ältere Mitmenschen, bei denen die Schutzwirkung der Grippeimpfung reduziert sein kann.

Freitag, der 6. November 2015

Der jährliche nationale Grippeimpftag findet 2015 am Freitag, 6. November, statt. An diesem Tag kann man sich ohne Voranmeldung in der Praxis von teilnehmenden Hausärztinnen und -ärzten gegen die saisonale Grippe impfen lassen, zu einem empfohlenen Pauschalpreis von 30 Franken. Die Adressen der Impfpraxen sind unter www.kollegium.ch abrufbar.

Zeitgleich gibt es einen Stopp-Masern-Tag. Das heisst, man kann ohne vorherige Terminvereinbarung anhand des Impfbüchleins seinen Impfstatus überprüfen und bei bei Bedarf einen Impftermin vereinbaren oder sich gleich gegen die Masern impfen lassen (teilnehmende Arztpraxen unter www.stopmasern.ch). Speziell bei Erwachsenen bis zum Alter von zirka 50 Jahren bestehen nach wie vor viele Impflücken. Die Masernimpfung ist noch bis Ende Jahr für alle Personen mit Jahrgang 1964 oder jünger von der Krankenkassen-Franchise befreit.

Der einmalige Stopp-Masern-Tag gehört zu den Schlussaktivitäten der Maserneliminationsstrategie des Bundes, welche Ende 2015 ihren Abschluss findet. Ziel ist, die Schweiz masernfrei zu machen. Die Übertragung der Krankheit wird unterbrochen, wenn 95 % der Bevölkerung zweimal geimpft sind oder die Krankheit hatten.

Neues Verwaltungsgebäude auf dem Areal Liebefeld in Köniz ist bezugsbereit

Neuesvewaltungsgebäude in Köniz bezugsbereit. (Modellbild)

Neuesvewaltungsgebäude in Köniz bezugsbereit. (Modellbild)

Der Neubau für das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) auf dem Campus Liebefeld in Köniz ist bezugsbereit. Ende August sind die letzten Arbeiten sowie die Möblierung abgeschlossen worden. Nun hat der Umzug der betroffenen Verwaltungseinheiten begonnen.

Mit dem neuen Bundesverwaltungsgebäude auf dem Campus Liebefeld, das seit Ende August bezugsbereit ist, erhalten das BAG sowie das BLV Platz für rund 840 Arbeitsplätze. Nachdem Direktionsbereiche und Abteilungen des BAG mehr als 40 Jahre auf verschiedene Standorte verteilt waren, sind nun alle Verwaltungseinheiten des BAG im Liebefeld vereint. Das neue Verwaltungsgebäude entspricht somit dem strategischen Ziel des Bundes gemäss Unterbringungskonzept 2024 (UK 2024). Dieses sieht vor, Ämter mit ähnlichen Schwerpunkten am selben oder an benachbarten Standorten unterzubringen und Verwaltungseinheiten nach Möglichkeit an einem Standort zusammenzuführen.

Das Bundesamt für Bauten und Logistik hatte 2007 einen Projektwettbewerb ausgeschrieben mit der Aufgabe, auf dem Campus Liebefeld ein neues Verwaltungszentrum für bis zu 3000 Arbeitsplätze zu entwickeln. Die jetzt realisierte erste Etappe bietet die erwähnten 840 Arbeitsplätze für BAG und BLV sowie eine neue Verbindungsebene mit gemeinsamen Einrichtungen der Verwaltung für das gesamte Areal.

Das BAG ist zusammen mit den Kantonen verantwortlich für die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung und für die Entwicklung der nationalen Gesundheitspolitik. Zudem vertritt das BAG als nationale Behörde die Schweiz in Gesundheitsbelangen in internationalen Organisationen und gegenüber anderen Staaten. Das BLV ist das Kompetenzzentrum des Bundes für die Bereiche Lebensmittelsicherheit, Ernährung, Tiergesundheit, Tierschutz und Artenschutz im internationalen Handel.

Die Mehrheit der Bevölkerung befürwortet ein Tabakwerbeverbot

Die Mehrheit der Bevölkerung befürwortet ein Tabakwerbeverbot. (Symbolbild)

Die Mehrheit der Bevölkerung befürwortet ein Tabakwerbeverbot. (Symbolbild)

Die Bevölkerung unterstützt den Ausbau gesetzlicher Massnahmen in der Tabakprävention. Dies zeigen die Ergebnisse des Suchtmonitorings Schweiz, das vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) veröffentlicht wird. So befürworteten 2014 53% der Schweizer Bevölkerung ein allgemeines Tabakwerbeverbot, während es 2012 noch 49% waren. Ein Werbeverbot, von dem die Verkaufsstellen ausgenommen sind, fand 2014 mit 64% noch breitere Unterstützung.

Im Rahmen verschiedener Erhebungen verfolgt das BAG seit 2004 die Entwicklung der Meinung der Bevölkerung zur Tabakwerbung. Die letzten Ergebnisse zeigen, dass ein allgemeines Tabakwerbeverbot von 53% der Personen ab 15 Jahren gutgeheissen wird. Alle Kantone befürworten das Verbot, die Westschweiz (58%) und die italienische Schweiz (69%) unterstützen die Massnahme jedoch deutlich stärker als die Deutschschweiz (50%). Zudem sprechen sich mehr Frauen (57%) für ein allgemeines Verbot aus als Männer (49%).

Noch breitere Unterstützung (64%) findet ein Tabakwerbeverbot, von dem die Verkaufsstellen ausgenommen sind. Auch Rauchende unterstützen diese Massnahme mit 57%. Diese Haltung entspricht im Grossen und Ganzen den Bestimmungen, die der Bundesrat in den Entwurf zum Tabakproduktegesetz (TabPG) aufgenommen hat.

Für eine Mehrheit der Bevölkerung könnte der Preis einer Packung Zigaretten höher sein. Eine Erhöhung des Preises pro Packung / Schachtel von heute 8.20 Franken auf 9.10 Franken bis in einem Jahr wird von 58% der Bevölkerung begrüsst. Täglich Rauchende lehnen diese Massnahme jedoch klar ab (80% dagegen).

Was die Warnaufschriften und -bilder auf den Zigarettenpackungen angeht, nimmt deren Wirkung auf die Rauchenden ab. 2014 gaben 38% an, dass die Warnungen sie oft oder gelegentlich dazu veranlassen, über die Schädlichkeit des Rauchens nachzudenken. 2012 waren es noch 45%.

Tabakproduktegesetz

Der Entwurf des TabPG sieht vor, Tabakwerbung auf Plakaten, in Print- und Onlinemedien sowie im Kino zu verbieten. Das Sponsoring von Veranstaltungen mit internationaler Ausrichtung wird ebenfalls untersagt. Werbung an Verkaufsstellen und in Fachpublikationen, Kundenmailings an Erwachsene und Sponsoring nationaler Anlässe bleiben möglich. Der Bundesrat wird die Botschaft voraussichtlich bis Ende Jahr ans Parlament überweisen.

Tabakwerbung auf Plakaten und in Kinos ist in allen Nachbarländern der Schweiz ausser in Deutschland verboten. Deutschland ist neben Bulgarien das einzige Land in der EU, in dem die Aussenwerbung für Zigaretten noch erlaubt ist. Die deutsche Bundesregierung will Aussenwerbung mit Plakaten sowie Kinowerbung künftig komplett verbieten.

Konzentration: EDI neu mit nationaler Tuberkulosestrategie

Das Department des Innern EDI will in Absprache mit den kantonalen Gesundheitsdirektoren die Tuberkulose mit einer nationalen Strategie bekämpfen. Ziel ist, die Übertragung der Krankheit sowie die medizinischen und sozialen Folgen unter Kontrolle zu halten. Gleichzeitig sollen die Aktivitäten von Bund und Kantonen besser koordiniert und die verfügbaren Ressourcen optimal eingesetzt werden.

Röntgenbild einer Lungentuberkulose

Röntgenbild einer Lungentuberkulose

Die Nationale Strategie zur Bekämpfung der Tuberkulose 2012-2017 definiert Rollen und Zuständigkeiten aller Beteiligten klar, schafft damit mehr Transparenz und bringt einen optimaleren Ressourceneinsatz.

Sie richtet sich in erster Linie an Personen, die in der Tuberkulosebekämpfung tätig sind oder punktuell mit der Krankheit zu tun haben. Denn die Übertragung kann durch eine frühzeitige Erkennung unter Kontrolle gehalten werden.

Die Lungenliga Schweiz und das Bundesamt für Gesundheit BAG, das in diesem Rahmen dafür zuständig ist, erarbeiteten zusammen mit Partnern aus dem Gesundheitswesen ein entsprechendes nationales Referenzhandbuch. Darin sind nationale Standards in den Bereichen Erkennung, Diagnose, Meldeverfahren, Behandlung und Umgebungsuntersuchungen bei Tuberkulose festlegt.

Zahl Tuberkulose-Erkrankungen in der Schweiz konstant

In der Schweiz werden jährlich rund 550 Fälle von Tuberkulose gemeldet. Auch wenn diese Zahl seit Jahren konstant ist und es keine Hinweise auf eine starke Zunahme gibt, stellt diese Erkrankung ein Problem für die öffentliche Gesundheit dar:

Symptome tuberkulose

Tuberkulose-Symptome

Die Tuberkulose-Diagnose ist schwierig, die Behandlung lang und kostspielig, und die Erfahrung der Gesundheitsfachpersonen im Umgang mit dieser Krankheit nimmt wegen der relativ geringen Anzahl Fälle ab.