Schweiz und China stärken ihren Dialog

Während die USA und die EU Handelskriege mit China führen, hat die Schweiz schon seit langem gute Beziehungen und zahlreiche Abkommen mit dem aufstrebenden Land aus Asien.

Die Schweiz und China stärken nun ihren Dialog zu Arbeits- und Beschäftigungsfragen:

Nachdem Anfang April 2016 eine Absichtserklärung (Denglisch und Schwulstdeutsch: ein „memorandum of understanding“) zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zwischen der Schweiz und China in Kraft getreten ist, nimmt am 27. September 2016 eine Schweizer Delegation am 8. Internationalen Forum für Arbeitssicherheit in Peking teil.

Die Schweiz und China stärken nun ihren Dialog zu Arbeits- und Beschäftigungsfragen

Die Schweiz und China stärken nun ihren Dialog zu Arbeits- und Beschäftigungsfragen

Der Leiter der Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Boris Zürcher, wird vom 26. bis 29. September 2016 in China verschiedene bilaterale Gespräche zu Arbeits- und Beschäftigungsfragen führen und so die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und China im Bereich Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz lancieren.

Damit kommt Boris Zürcher einer Einladung der chinesischen Behörde für Arbeitssicherheit SAWS (State Administration of Work Safety) an die Schweiz nach und nimmt am 8. Internationalen Forum für Arbeitssicherheit teil.

Dieses Forum wird von China und der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) gemeinsam organisiert und widmet sich in erster Linie dem Thema Präventionskultur im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Es vereint Fachleute für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, Geschäftsleute und hochrangige Regierungsvertreterinnen und -vertreter aus mehreren europäischen Ländern, den USA und Russland.

Die Schweizer Delegation wird mit Vertreterinnen und Vertretern der SAWS und des chinesischen Ministeriums für Human Resources und Soziale Sicherheit MoHRSS (Ministry of Human Resources and Social Security) zusammentreffen, um die Umsetzung der bilateralen Zusammenarbeit in Arbeits- und Beschäftigungsfragen in den kommenden Jahren zu konkretisieren.

Schließlich wird die Schweizer Delegation auch Kooperationsprojekte der IAO besichtigen, die von der Schweiz unterstützt werden.

Boris Zürcher wird am 27. September Vertreter der Schweizer Medien in Peking treffen.

Die Schweiz an der 105. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf

Die Schweiz an der 105. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf. (Symbolbild)

Die Schweiz an der 105. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf. (Symbolbild)

Die Schweiz wird an der 105. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz (IAK) teilnehmen, die vom 30. Mai bis 11. Juni 2016 in Genf stattfindet. Der Bundesrat hat heute die Mitglieder der Delegation aus Arbeitgebern, Arbeitnehmenden und Regierung ernannt, die die Schweiz bei der IAK vertreten werden.

Bundespräsident Johann N. Schneider-Ammann wird an der Eröffnungszeremonie der Konferenz am 30. Mai 2016 als Ehrengast teilnehmen. Er wird mit Guy Ryder, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO), ein Memorandum of Understanding (MoU) im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit unterzeichnen. Mit diesem Abkommen wird die bestehende Kooperation zwischen der Schweiz und der IAO konsolidiert. Die Schweiz unterstützt zurzeit Projekte der IAO unter anderem im Bereich der Förderung der wirtschaftlichen Produktivität sowie der Sicherstellung von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen für Migrantinnen und Migranten in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Ein Schwerpunkt der Konferenz wird eine Aussprache zum Thema menschenwürdige Arbeit in globalen Lieferketten sein. Globale Lieferketten umfassen alle an der Herstellung von Produkten und Dienstleistungen beteiligten Organisationen von den Zulieferern bis zum Endkunden. Solche Lieferketten können zu einer nachhaltigen Entwicklung, einem inklusiven Wirtschaftswachstum, zur Beschäftigung und einer menschenwürdigen Arbeit für alle beitragen. Die Schweiz wird aufzeigen, wie sich ihre Projekte der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit positiv auf das Wirtschaftswachstum, die Beschäftigung und die Arbeitsbedingungen in den Partnerländern auswirken. Nach Meinung der Schweiz muss die IAO ihre Expertise bezüglich der Anzahl und Qualität der in den globalen Lieferketten geschaffenen Arbeitsplätze vertiefen.

Die Schweiz ist der Ansicht, dass die IAO über eine aktualisierte Grundlage verfügen sollte, damit die menschenwürdige Arbeit für den Frieden, die Sicherheit und die Katastrophenresilienz genutzt und auf neue Krisenformen reagiert werden kann. In den Augen der Schweiz muss die IAO die Beschäftigung fördern, die staatlichen Institutionen stärken und sich für den sozialen Schutz und Dialog sowie die Einhaltung der fundamentalen Rechte am Arbeitsplatz einsetzen.

Schliesslich wird die Schweiz auch die vorgeschlagenen Änderungen am Seearbeitsübereinkommen billigen. Diese betreffen die Bestimmungen zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie zum Seearbeitszeugnis und zur Seearbeits-Konformitätserklärung.

Die Regierungsdelegation wird von Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO, angeführt. Für die Dauer der Konferenz wird ihm der Titel des Staatssekretärs verliehen. Die Delegation der Arbeitgeber wird von Blaise Matthey, Generaldirektor der Fédération des Entreprises Romandes, Genf, geleitet und jene der Arbeitnehmenden von Luca Cirigliano, Zentralsekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), Bern.