SVU 19 / Terrorbedrohung : 52ständige Stabs-Übung

Während der 52-stündigen Übung werden die bestehenden Sicherheitsstrukturen und -prozesse der Schweiz im Falle einer lang anhaltenden terroristischen Bedrohung auf die Probe gestellt.

An der heutigen Medienkonferenz im Medienzentrum Bundeshaus stellte Bundesrätin Karin Keller-Sutter, begleitet von Regierungsrat Urs Hofmann, Präsident der KKJPD, und Christian Varone, Vizepräsident der KKPKS, sowie Hans-Jürg Käser, Leiter der Sicherheitsverbundsübung 2019 (SVU 19), die Rahmenbedingungen der vom 11. bis 13. November 2019 stattfindenden Stabsrahmenübung SVU 19 vor.

Schweizweit werden rund 70 Organisationen (Stäbe, Bundesstellen, Kantone, Städte und kritische Infrastrukturen) einen Beitrag zur Stabsrahmenübung leisten.

Die SVU 19 soll überprüfen, wie die involvierten Sicherheitsorganisationen einen Krisenfall bewältigen können und wie sie in einer angespannten Terrorbedrohungslage zusammenarbeiten.

Übungsszenario: Lang anhaltende Terrorbedrohung mit erspresserungen Forderungen und Terroranschlagsdrohungen

Das Szenario ist eine lang anhaltende Terrorbedrohung durch Angriffe gegen kritische Infrastrukturen, erpresserische Forderungen und drohende Anschläge.

Bundesrätin Keller-Sutter wies darauf hin, daß die Übung auf die Strategie der Schweiz zur Terrorismusbekämpfung ausgerichtet sei, die der Bundesrat in Zusammenarbeit mit den Kantonen vor vier Jahren erarbeitete.

Sie diene der Krisenvorsorge, einem der Handlungsfelder dieser Strategie. In den anderen strategischen Handlungsfeldern, Prävention, Repression und Schutz, seien der Bund, die Kantone und die Gemeinden in den letzten Jahren bereits aktiv gewesen.

Es sei jedoch selbstverständlich, daß der gesamte Sicherheitsverbund Schweiz in der Bewältigung einer solchen Krise mit einer Übung in diesem Rahmen von Zeit zu Zeit überprüft werden müsse.

„Das ist nicht Alarmismus“, erklärte Bundesrätin Keller-Sutter, „es geht vielmehr um Krisenvorsorge, wie wir sie so nüchtern wie möglich betreiben müssen“.

Armeeangehörige während einer Übung (Foto: Remo Maßat / SZ)

Armeeangehörige während einer Übung (Bild: SchweizerZeitung)

Vorbereitung mit 4 Lageberichten zur Terrorübung

Die enge Zusammenarbeit mit dem Nachrichtendienst des Bundes ermöglichte die Erarbeitung eines realistischen Szenarios, das den Teilnehmenden gestaffelt in vier Lageberichten von April 2018 bis September 2019 unterbreitet wurde.

In den sechs Monaten zwischen den periodischen Berichten konnten die Beteiligten jeweils ihre Planungen und Strategien anpassen, auf allen Ebenen die notwendigen Maßnahmen ergreifen und sich auf den nächsten Bericht vorbereiten.

In jedem Bericht wurden neue komplexe Situationen hinzugefügt und so außer dem Bund und den Kantonen auch die Betreiber kritischer Infrastrukturen dazu veranlasst, sich innerhalb begrenzter Zeit entsprechend anzupassen.

Bevölkerungsschutz, Polizei, Armee und Krisenkommunikation im Einsatz

Um die Bedürfnisse der verschiedenen Partner zu veranschaulichen, wurde die SVU 19 in vier Teilprojekte unterteilt: Bevölkerungsschutz, Polizei, Armee und Krisenkommunikation.

Die Übenden werden an ihren gewohnten Arbeitsplätzen arbeiten, während die Übungsleitung von einem Ad-hoc-Operationszentrum in der Berner Kaserne aus die Übung schweizweit unter Einbezug aller beteiligten Organisationen leitet.

Ergebnisauswertung Mitte 2020 verfügbar

Wie üblich findet der wichtigste Teil der Übung nach deren Abschluß statt: die Auswertung der Ergebnisse, die mit allen Teilnehmenden durchgeführt wird.

Der Abschlußbericht, in dem die aus der Übung gewonnenen Erkenntnisse vorgestellt werden, wird voraussichtlich Mitte 2020 veröffentlicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.