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Wednesday November 22nd 2017

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Studie zu Solarwärme: Großes Potential in Wohngebäuden

Wer keine Lust mehr dazu hat, mit Öl zu heizen und damit jedes Jahr Ölscheichs laufend via Öleinkauf Geld zukommen zu lassen, für den ist Solarwärme bzw. eine „Solarheizung“ eine echte Alternative zur Ölheizuung:

Bei fast der Hälfte aller Wohngebäude in ländlichen Gebieten und bei jedem achten Wohngebäude in der Stadt könnten rund drei Viertel des Wärmebedarfs (Raumwärme und Warmwasser) mit Solarenergie bzw. sog. Solarwärme gedeckt werden. Dies zeigt eine im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE) durchgeführte Studie zu den Potenzialen von Solarkollektoren in Wohngebäuden des Kantons Freiburg und der Stadt Zürich.

Heizen mit Solarenergie bzw. Solarwärme anstatt Ölscheichs immer mehr Geld via Ölheizung zu zahlen: Neue Studie zu SolarwärmeFür die Studie wurden 1’000 Wohngebäude im Kanton Freiburg und 210 Wohngebäude in der Stadt Zürich untersucht. Damit basiert die Studie auf einer breiten Grundlage und ermöglicht einen Vergleich zwischen einem eher ländlichen und einem städtischen Siedlungsraum.

Das Potential für die Wärmeversorgung mit Solarenergie (solarthermisches Potential) wurde anhand von 4 Varianten untersucht:

  • Das heute vielerorts noch typische 8-Liter-Haus mit einem Verbrauch von 104 kWh pro Quadratmeter Energiebezugsfläche (80 kWh oder 8 Liter Heizöläquivalent für Raumwärme und 24 kWh für Warmwasser).
  • Das den modernen Effizienzstandards entsprechende 3-Liter-Haus mit 54 kWh/m2 Energiebezugsfläche (30 kWh oder 3 Liter Heizöläquivalent für Raumwärme und 24 kWh für Warmwasser).
  • Beide Varianten wurden je mit einem herkömmlichen 100 Liter Wärmespeicher pro Quadratmeter Kollektorfläche und mit einem optimierten Wärmespeicher betrachtet, wie er künftig dank technologischer Fortschritte erhältlich sein wird.

Pro 100 m2 Gebäudegrundfläche konnten für den Kanton Freiburg 32,1 m2 und für die Stadt Zürich 31,6 m2 Dachflächen ermittelt werden, die grundsätzlich solarthermisch nutzbar sind.

Diese potentiell nutzbaren Dachflächen wurden dann „gewichtet“, das heisst in „optimal ausgerichtete Kollektorflächen“ umgerechnet. Als „optimal“ gilt dabei eine nach Süden ausgerichtete Kollektorfläche mit einer mittleren Neigung.

Die gewichteten Kollektorflächen wurden danach in Relation zur Energiebezugsfläche gesetzt und daraus der solarthermische Potentialindex ermittelt. Er beträgt 11,7% für den Kanton Freiburg und 4.8% für die Stadt Zürich.

Das heißt, daß es im Kanton Freiburg 11,7 Qm. und in der Stadt Zürich 4,8 m2 gewichtete Kollektorflächen pro 100 m2 Energiebezugsfläche gibt.

Der deutlich höhere solarthermische Potenzialindex im ländlichen Kanton Freiburg ist primär darauf zurückzuführen, daß die dortigen Wohngebäude weniger Stockwerke und damit weniger Energiebezugsfläche pro Dach aufweisen. Zudem liegt ein höherer Anteil an optimal ausgerichteten Dächern vor.

Obwohl das solarthermische Potential im Kanton Freiburg grundsätzlich höher ist, ergeben sich in beiden Siedlungsräumen beachtliche potentielle Deckungsgrade für die Wärmeversorgung: Bei den in der Studie untersuchten Varianten mit energieeffizienten 3-Liter-Häusern mit herkömmlichem Speicher und den 8-Liter-Häusern mit optimiertem Solarwärmespeicher erzielen potenziell fast die Hälfte (48%) der Freiburger und ein Achtel (12%) der Stadtzürcher Wohngebäude einen solaren Deckungsgrad von über 70%.

INFO

Die Studie zeigt, daß in ländlichen Siedlungsräumen über 50% der energiesparend gebauten Wohnhäuser ihren Wärmebedarf ausschliesslich mit einer Solarkollektoranlage und allenfalls einer kleinen Holz-Zusatzheizung decken könnten. Vollständig erneuerbare Heizungen in Wohngebäuden unter Schonung des beschränkten Biomassepotenzials sind damit in Reichweite.

Potentialabschätzung für Sonnenkollektoren im Wohngebäudepark – Regionalstudie Wohngebäudepark des Kantons Freiburg und Reevaluation des Potenzials in der Stadt Zürich, Schlußbericht, Juli 2010, NET Nowak Energie & Technologie AG im Auftrag des Bundesamts für Energie