Staatsbesuch des indischen Präsidenten Ram Nath Kovind in der Schweiz

Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Indien sind eng und seit langem von hoher gegenseitiger Wertschätzung geprägt.

Die indische Volkswirtschaft wächst seit Jahren stark und soll schon bald sogar das große China als das bevölkerungsreichste der Welt ablösen.

Mit einem Staatsbesuch des indischen Präsidenten Ram Nath Kovind in der Schweiz fand dieses Jahr die hohe Kadenz der Kontakte ihre Fortsetzung.

Die Landesregierung unter der Leitung von Bundespräsident Ueli Maurer empfing das Staatsoberhaupt der Republik Indien am Freitagnachmittag, 13. September 2019, mit militärischen Ehren in Bern.

In seiner Rede zum Empfang in Bern würdigte Bundespräsident Maurer den Staatsbesuch von Präsident Kovind als Beleg, daß die Schweiz und Indien die Phase nach dem 2018 groß gefeierten 70-Jahr-Jubiläum ihrer bilateralen Beziehungen mit neuem Schwung angehen.

An den offiziellen Gesprächen im Bernerhof nahmen neben dem Bundespräsidenten seitens der Schweiz die Vize-Präsidentin des Bundesrates Simonetta Sommaruga, Bundesrat Guy Parmelin und Bundesrat Ignazio Cassis teil.

Begrüßt wurden von beiden Seiten die Fortschritte bei Finanz- und Steuerthemen. Diese führten dazu, daß der Automatische Informationsaustausch zwischen der Schweiz und Indien Anfang 2018 in Kraft treten konnte. In Kürze sollen erste Informationen ausgetauscht werden.

Als Felder, die sich für eine noch stärkere bilaterale Zusammenarbeit anbieten, wurden unter anderem Wissenschaft, Forschung und Bildung genannt sowie Massnahmen im Kampf gegen den Klimawandel. Beide Seiten betonten das große Potential für den bilateralen Austausch beim Schienenverkehr und besprachen die Zusammenarbeit auch bei Umwelttechnik und erneuerbaren Energien. Eine Vertiefung der Gesundheitskooperation wurde ebenfalls angesprochen.

Die Delegationen tauschten sich zur Lage in Kaschmir aus.

Ferner wurden Fragen der globalen Sicherheit und der Schutz der Menschenrechte besprochen. Schließlich kam die Kooperation zwischen der Schweiz und Indien auf internationaler Ebene zur Sprache.

Zusammenarbeit bei Umwelt und Wissenschaft

Im Anschluss an die offiziellen Gespräche wurden mehrere Absichtserklärungen unterzeichnet. Die Schweiz und Indien bekunden damit insbesondere ihren Willen, im Kampf gegen den Klimawandel enger zusammenzuarbeiten und die Wissenschaftskooperation auszubauen.

Gemeinsam nahmen Bundespräsident Maurer und Präsident Kovind an einem schweizerisch-indischen Wirtschaftsforum in Bern teil.

Am Abend fand das Staatsbankett statt. Der Besuch von Präsident Kovind fügt sich ein in die regen Kontakte auf höchster Ebene in den vergangenen Jahren.

Seit 2005 unterhalten die Schweiz und Indien einen regelmässigen politischen Dialog.

Indien 3.größter Handelspartner der Schweiz in Asien

Indien ist der drittgrößte Handelspartner der Schweiz in Asien. Neben dem politischen und wirtschaftlichen Austausch umfasst die Partnerschaft auch Wissenschaft, Bildung und Kultur.

Handelsabkommen zwischen Efta und Indien?

Zur Sprache kamen der Abschluß eines Freihandelsabkommens sowie die Verhandlungen über ein bilaterales Investitionsschutzabkommen.

Schon seit 2008 verhandeln die Schweiz und die Efta-Staaten mit Indien über ein Handelsabkommen.

Leider gab es – zumindest offiziell – hier keine Fortschritte.

2018 war 70. Jubiläum

2018 zelebrierten die Schweiz und Indien das 70. Jubiläum ihres Freundschaftsvertrags. Mit der raschen völkerrechtlichen Anerkennung Indiens nach der Unabhängigkeit 1947 durch die Schweiz und dem Abschluß des Freundschaftsvertrags schufen die beiden Länder die Grundlage für ihre guten bilateralen Beziehungen.

Seit 2005 unterhalten die Schweiz und Indien einen regelmäßigen politischen Dialog.

Die beiden Länder tauschen sich zudem regelmäßig im Rahmen einer Gemischten Wirtschaftskommission aus, die den Privatsektor einbezieht.

Neben dem politischen und wirtschaftlichen Austausch umfaßt die Partnerschaft auch Wissenschaft, Bildung und Kultur.