Sicherheitsstudie 2018: Schweizer fühlen sicherer, sind optimistisch für die Zukunft

Die Militärakademie und das Zentrum für Sicherheitsstudien (Denglisch: „Center for Security Studies“) der ETH Zürich haben die jährlich erscheinende Studie «Sicherheit 2018» veröffentlicht.

Die seit 1999 erscheinende Studie dient der Ermittlung langfristiger Trends in der außen-, sicherheits- und verteidigungspolitischen Meinungsbildung in der Schweiz.

Die Jahresstudie «Sicherheit» basiert auf im Jahresrhythmus durchgeführten repräsentativen Befragungen.

Neben langjährigen Standardfragen werden jährlich ergänzende Themen aufgegriffen:

Besondere Aufmerksamkeit wurde 2018 der Kommunikation durch die Armee, eines möglichen obligatorischen Orientierungstags für Frauen und der Terrorismusbekämpfung geschenkt.

Die wichtigsten Ergebnisse werden im Folgenden entlang von sechs Themen zusammengefaßt.

Sicherheitsempfinden und Wahrnehmung der Schweiz und der Welt

2018 fühlen sich Schweizer im Allgemeinen sehr sicher.

Zudem wird die Zukunft der Schweiz signifikant optimistischer und die zukünftige Entwicklung der weltpolitischen Lage weniger pessimistisch eingeschätzt.

Die Angst vor Kriminalität ist gering und hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

Signifikant mehr Schweizer fühlen sich 2018 im öffentlichen Raum sicher.

Vertrauen in Behörden und Institutionen

Die Polizei und die Gerichte rangieren nach wie vor an oberster Stelle, gefolgt vom Bundesrat und der Schweizer Wirtschaft.

Die Armee und das Parlament belegen die Mittepositionen. Neu ist, dass die Medien vor den politischen Parteien den zweitletzten Platz des Vertrauensindexes belegen.

Das durchschnittliche Vertrauen in die abgefragten Behörden und Institutionen ist im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben, wobei das Vertrauen in die Medien gegenüber dem Vorjahr signifikant gestiegen, jenes in die Armee und das Parlament signifikant gesunken ist.

Freiheit und Sicherheit: Schweizer wünschen intensivere Bekämpfung des Linksextremismus

Schweizer gewichten Sicherheit und Freiheit gleich stark.

Werden hingegen diese beiden Begriffe in Zusammenhang mit der Terrorismusbekämpfung erwähnt, werden Freiheitseinschränkungen von einer deutlichen Mehrheit toleriert.

Während die Zustimmung zur stärkeren Bekämpfung des Rechtsextremismus auf hohem Niveau verharrt, unterstützen signifikant mehr Befragte eine intensivere Bekämpfung des Linksextremismus.

Autonomismus und Öffnungsbereitschaft

Auch im Jahr 2018 sind Schweizer wenig öffnungsbereit.

Die Zustimmung nach wirtschaftlicher und politischer Autonomie ist ungebrochen hoch.

Während weiche Kooperationsformen ohne institutionelle Bindungen von der Bevölkerungsmehrheit befürwortet werden, werden Kooperationsformen, welche eine institutionelle Einbindung mit sich bringen würden, deutlich abgelehnt.

So wird sowohl eine Annäherung als auch ein Beitritt zur EU oder der Nato nur von wenigen Befragten unterstützt.

Außentätigkeit: Gute Dienste (Vermittlung) beliebt, Entwicklungshilfe umstritten

Die Guten Dienste der Schweiz werden nach wie vor von einer großen Mehrheit begrüßt. Einzig die Zustimmung zu einer Erhöhung der Entwicklungshilfe ist signifikant gesunken, bleibt aber weiterhin mehrheitsfähig.

Neutralität „fast einstimmig“ unterstützt

Viele europäische Nachbarländer beteiligen sich an Kriegen, z. B. in Afghanistan, im Irak, Libyen, Syrien usw. direkt oder indirekt.

Die Schweizer Stimmbevölkerung unterstützt hingegen die Schweizer Neutralität deutlich und befürwortet das Neutralitätsprinzip fast einstimmig.

Die Auffassung, daß die engen wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen der Schweiz die Neutralität verunmöglicht, hat 2018 an Zustimmung verloren. Die Zustimmung zur differenziellen Neutralität erreicht aktuell den tiefsten je gemessenen Wert und findet nur noch bei knapp der Hälfte der Schweizer StimmbürgerInnen Akzeptanz.

Einstellungen zur Schweizer Armee: Armeefreundliche Stimmung

Eine klare Mehrheit der Schweizer erachtet die Schweizer Armee als notwendig.

Die Zufriedenheit mit der Leistung der Armee ist durchschnittlich und das Milizsystem wird von der Bevölkerungsmehrheit unterstützt.

Die Hälfte der Befragten empfindet die Höhe der Verteidigungsausgaben gerade richtig. Eine Mehrheit befürwortet die Einführung des obligatorischen Orientierungstags für Frauen.

Schweizer zeigen sich aktuell armeefreundlich.

Doch der Kenntnisstand zum Reformprojekt Weiterentwicklung der Armee (WEA) ist gering.