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Saturday November 25th 2017

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Sarrazin weist Kritik an seinem Buch zurück

Die vermeintlich konservative CDU-Kanzlerin mit der Kommunismus-Vergangenheit, die sich schon lange als eine verkappte Linke zeigt und vermutlich nie etwas anderes war, geiferte wie kaum je zuvor.

Sie gab Töne von sich, die eher an ein aufgescheuchtes Huhn erinnern als an eine Kanzlerin.

So schreibt selbst die zurückhaltende Tageszeitung „Die“Welt“:

„Eine derart scharfe Kritik der Kanzlerin an einem Buch, noch dazu von einem Vorstandsmitglied der Bundesbank, ist in der Geschichte von Merkels öffentlichen Interventionen ohne Beispiel.“

Worum geht es?

Um ein harmloses Buch, das ein paar (unbequeme) Fakten und Wahrheiten nennt. Verfaßt vom Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin.

Doch es macht gegenwärtig ganz den Eindruck als ob es Leute gibt, die sich Zeiten der Bücherverbrennung wie unter den Nazis (3. Reich) oder den Sozis (Kommunismus) geschehen, zurückwünschen.

Jetzt kommt heraus: Die geifernde Kanzlerin hat das Buch noch überhaupt nicht einmal lesen können. Niemand konnte das bisher, stellte Sarrazin klar. Denn bisher seien nur Passagen veröffentlicht worden, stellt Sarrazin klar.

Thilo Sarrazins neues Buch "Deutschland schafft sich ab" läßt bei Gutmenschen und Politisch Korrekten den Hut hochgehen (Foto Sarrazin: Deutsche Bundesbank)

Zum Beispiel diese:  „In Deutschland arbeitet ein Heer von Integrationsbeauftragten, Islamforschern, Soziologen, Politologen, Verbandsvertretern und eine Schar von naiven Politikern Hand in Hand undintensiv an Verharmlosung, Selbsttäuschung und Problemleugnung“.

Getroffene Hunde bellen. „Ein noch gar nicht erschienenes Buch … / … zur Ausländerpolitik bestimmt seit Tagen die politische Diskussion in Deutschland“, schreibt auch die NZZ. Grund genug also, sich näher damit zu befassen, was an dem Buch so aufregend ist.

Die (unbequemen) Fakten beruhen auf offiziellem Datenmaterial

Sarrazin, der SPD-Mitglied ist und bis 2009 die SPD im Berliner Senat, jetzt in der Bundesbank vertritt, weist denn auch die Kritik an seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ zurück:

Thilo  Sarrazin sagte im Interview der Woche im Deutschlandfunk, er stütze sich bei seinen Untersuchungen zur Integration und zu Bildungserfolgen bei muslimischen Ausländern auf offizielles Datenmaterial der Bundesregierung.

Laut den von Sarrazin zitierten Statistiken zeigt sich, daß muslimische Einwanderer auch in der zweiten und dritten Generation schlechtere Bildungserfolge vorzeigen als alle anderen Einwanderungsgruppen. Dies liege am „gemeinsamen kulturellen islamischen Hintergrund“.

Anders ist dies z. B. bei Einwanderergruppen aus Vietnam oder anderen nicht-muslimischen Ländern.

Nachkommen dieser Migranten schneiden in punkto Bildung sogar teilweise besser als die Deutschen ab.

Angesprochen auf das deutsche Einwanderungsrecht kritisierte Sarrazin, die Bundesrepublik ziehe keine beruflich qualifizierten Ausländer an, so wie dies in den USA, in Kanada oder Australien geschehe. Deutschland sollte diesen Ländern folgen. Das gegenwärtige System der Einwanderung schaffe mehr Probleme als es löse.

„Die sozialen Belastungen einer ungesteuerten Migration waren stets tabu“, schrieb Sarrazin in einem Gastbeitrag für die Bild-Zeitung.  Er kritisiert er auch den politisch korrekten Umgang mit der drastisch gesunkenen Geburtenrate der Deutschen.

Dies führe dazu, daß sich die Deutschen allmählich abschafften: „Manche mögen dies als gerechte Strafe empfinden für ein Volk, in dem einst SS-Männer gezeugt wurden“, so SPD-Mitglied Sarrazin angesichts der „zuweilen durchscheinenden klammheimlichen Freude“ über das Aussterben der Deutschen.

Sarrazin stellt in dem Gastbeitrag außerdem fest: „Über die schiere Abnahme der Bevölkerung hinaus gefährdet vor allem die kontinuierliche Zunahme der weniger Stabilen, weniger Intelligenten und weniger Tüchtigen die Zukunft Deutschlands.“

Über das Phänomen, daß das Volk dadurch kleiner und dümmer werde, finde jedoch keine offene Debatte statt, dies verhindere die verbreitete politische Korrektheit.

Sarrazin in Bild weiter:

„Deutschland schafft sich ab? – welch eine absurde Befürchtung, mögen viele denken, wenn sie dieses solide Land mit seinen 80 Millionen Einwohnern in der Mitte Europas betrachten. Ein Land aber ist das, was es ist durch seine Bewohner und deren lebendige geistige sowie kulturelle Traditionen.“

In dem Beitrag äußerst Sarrazin auch: „Es ist das Recht einer jeden Gesellschaft, selbst zu entscheiden, wen sie aufnehmen will, und jedes Land hat das Recht, dabei auf die Wahrung seiner Kultur und seiner Traditionen zu achten. Auch in Deutschland und Europa sind solche Uberlegungen legitim, und sie werden ja auch zunehmend angestellt.“

Einen weiterer Punkt ist die grassierende Gewalt: „In keiner anderen Religion istder «Übergang zu Gewalt, Diktatur und Terrorismus so fließend“ stellt Sarrazin fest.

Und es ist tatsächlich so. Jeder, der aufmerksam die von den Polizeimedienstellen gefilterten Polizeimeldungen in den Zeitungen liest, weiß es. Würde man – was im Zeitalter der Politischen Korrektheit skurrilerweise absolut tabu ist –  einmal die Polizeimeldungen sortieren nach Religionszugehörigkeit, so kämen erschreckende Resultate zum Vorschein.

Zum Gastbeitrag in der Bild-Zeitung

Hintergrund zu Sarrazin:

Der 1945 geborene Sarrazin wurde 2001 Finanzsenator in der rot-roten (Linkspartei und SPD) Landesregierung Berlins.  In dieser Zeit gelangen ihm im hochverschuldeten Berlin erstaunliche Konsolidierungserfolge. Im Jahr 2007 konnte die deutsche Schuldenmetropole sogar zum ersten mal seit dem 2. Weltkrieg einen Haushaltsüberschuß erwirtschaften. Auf Vorschlag der SPD-regierten Bundesländer Berlin und Brandenburg wurde Sarrazin im Frühjahr 2009 gegen den erklärten Willen des Bundesbank-Vorstandschefs Weber in die Leitung der Bundesbank entsandt. Nachdem Sarrazin in einem Gespräch mit einem Magazin verschiedene Fakten nannte und Meinungen zu diesen Fakten äußerte, wurden im Kompetenzen am Arbeitsplatz entzogen. Offenbar ist soetwas im ansonsten weltweit als arbeitnehmerfreundlich bekannten deutschen Arbeitsrecht möglich. Wer eine private Meinung öffentlich äußert und diese dem Chef nicht paßt, muß mit Folgen am Arbeitsplatz rechnen. Soviel zum im deutschen Grundgesetz festgelegten Punkt der Meinungsfreiheit.

Thilo Sarrazin mit seinem Chef Axel A. Weber, der ihm in einem äußerst fragwürdigen Schritt einfach Kompetenzen entzog (Foto: Deutsche Bundesbank)