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Monday November 20th 2017

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Samuel Werenfels verläßt den Zivildienst

Nach 25 Jahren Aufbauarbeit verläßt Samuel Werenfels im Sommer 2013 die Vollzugsstelle für den Zivildienst ZIVI, um neue Herausforderungen anzunehmen. Unter seiner Leitung ist der Zivildienst entstanden. Die Vollzugsstelle hat das Wachstum der vergangenen Jahre erfolgreich bewältigt. Ihr Aufbau ist heute weitgehend abgeschlossen und die Verhältnisse haben sich stabilisiert. Dies zeigen die heute publizierten Zahlen der Zulassungen für das Jahr 2012.

Samuel Werenfals verläßt das Samuel Werenfels trat 1982 in den Bundesdienst ein. 1987 entwarf er im damaligen Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit BIGA das erste Konzept für den Vollzug der «Arbeitsleistung infolge Militärdienstverweigerung». Nach der deutlichen Annahme des Verfassungsartikels für einen «zivilen Ersatzdienst» leitete der Jurist die Erarbeitung des Zivildienstgesetzes. Als am 1. Oktober 1996 der erste junge Mann sein Zivildienstgesuch einreichte, nahm Werenfels dieses als Leiter der neuen Abteilung Zivildienst persönlich entgegen. 40 686 Personen sind diesem ersten Zivi inzwischen gefolgt, alle zusammen standen während 6,8 Millionen Tagen im Einsatz für Staat und Gesellschaft. Mit der Einführung der Tatbeweislösung im Jahr 2009 ist das Interesse am Zivildienst stark gestiegen.

Samuel Werenfels hat auch die mit dem darauffolgenden Wachstum verbundenen Herausforderungen erfolgreich bewältigt. Die Vollzugsstelle für den Zivildienst im Generalsekretariat des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) wurde immer weiter ausgebaut und umfaßt im Zuge des heutigen Standes der Bürokratisierung über 100 Mitarbeitende.

Werenfels verläßt sein Amt im Sommer 2013, um neue Herausforderungen anzunehmen. Zu diesen Herausforderungen äußerte sich die Vollzugsstelle für Zivildienst in der vorliegenden Mitteilung nicht. Dies nachdem der Aufbau weitgehend abgeschlossen ist und die Verhältnisse stabil sind. Seine Stelle wird öffentlich ausgeschrieben.

Zivildienst 2012 im Zeichen der Stabilität

Im vergangenen Jahr wurden 5139 Personen neu zum Zivildienst zugelassen (2011: 4670). Die Zahl der Zulassungen ist damit zwar höher als zu Zeiten der Gewissensprüfung, jedoch deutlich tiefer als in den ersten zwei Jahren der Tatbeweislösung. Die Gesuche zum Zivildienst werden immer früher gestellt: Im vergangenen Jahr erfolgten 47,8% (2011: 43,2%) der Zulassungen aufgrund von Gesuchen, die vor der Rekrutenschule eingereicht wurden. Ende Jahr konnten 2140 Zivis nach erfüllter Pflicht ordentlich aus dem Zivildienst entlassen werden, der Bestand an zivildienstpflichtigen Personen in der Schweiz beläuft sich danach auf 27 882 Personen. Weibliche Zivis gibt es übrigens immer noch nicht. Dies wäre im Zuge der Gleichstellung einmal ein Betätigungsfeld für die Fachstellen für Gleichstellung.

Rund 15 000 Zivis haben im vergangenen Jahr einen Einsatz geleistet (2011: 14 349). Zusammen standen sie so 1,2 Millionen Tage (2011: 1,1 Millionen) im Dienst der Allgemeinheit: vor allem in Spitälern und Altersheimen, in Institutionen für Kinder, Jugendliche oder Behinderte und zugunsten des Umwelt- und Naturschutzes. Zivis leisten ihren Dienst in einem der zurzeit 3527 (2011: 3078) Einsatzbetriebe.

Obwohl sich die Anzahl der im öffentlichen Interesse geleisteten Diensttage in den letzten zehn Jahren mehr als vervierfacht hat, ist der Vollzug des Zivildienstes nicht teurer geworden. Dessen Netto-Aufwand lag 2012 bei rund 6,5 Millionen Franken. Die Effizienz wurde weiter gesteigert und mit der Anzahl der geleisteten Diensttage sind auch die Einnahmen gestiegen. Denn Zivis gibt es nicht gratis: Die Einsatzbetriebe entrichten dem Bund eine Abgabe als Ausgleich für die erhaltene Arbeitskraft. Die Abgabepflicht hat zum Ziel, Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern und dient der Arbeitsmarktneutralität. Dank diesen Abgaben (2012: rund 17 Millionen Franken) erreicht der Zivildienst einen Kostendeckungsgrad von rund 70 Prozent.