Raubkopien und Ferienzeit: Was ist zu beachten?

Die Ferienzeit beginnt und mit der Reisezeit kommt es auch dazu, daß Touristen illegal Raubkopien, Kunstkopien und Markenfälschungen ins Zollgebiet der Schweiz einbringen.

Mit Fälschungen und Raubkopien will kaum jemand was zu tun haben, aber sein wir ehrlich:
Wer ist nicht schon einmal in die Versuchung gekommen, ein günstiges Produkt zu einem Preis, der kaum dem Originalprodukt entsprechen kann, zu kaufen?

Wen würde – zum Beispiel – nicht ein „echter“ Picasso aus einem Ferienland billig erstanden reizen und einführen?

Doch ist dies erlaubt?

Die Rechtslage ist klar

Hierzu muß man wissen, daß es grundsätzlich verboten ist, solche Fälschungen und Kopien einzuführen. An ihnen kann kein Eigentum erworben werden, sie werden amtlich vernichtet.

Und hierbei spielt es auch keine Rolle, ob das gefälschte oder kopierte Produkt gebraucht oder neuwertig ist.
Und es ist auch gleich, ob diese Waren im Reiseverkehr auch bloß zu privaten Zwecken ein-, aus- oder durchgeführt werden oder zu gewerblichen Zwecken, also dem Weiterverkauf oder zur Weiterverarbeitung.

Private müssen ebenso mit der Vernichtung der illegalen Waren rechnen. Sie werden beim Grenzübertritt eingezogen und vernichtet.

Hierauf weist die Eidgenössische Zollverwaltung anläßlich der Ferienzeit-Beginne oftmals gesondert hin (Bild unten, weitere Infos hier), weil viele Privatpersonen glauben, die private Einfuhr wäre erlaubt und legal.
Dies ist nicht der Fall.

Gibt es legale Kopien?

Ja, die gibt es. Und zwar sind Produktkopien erlaubt von Produkten und Werken, deren Urheberschutz abgelaufen ist.

Wer zum Beispiel gerne ein Gemälde von Vincent van Gogh bei sich im Wohnzimmer oder im Arbeits-Büro respräsentativ aufhängen will, der kann dies anstatt mit Millionen-Summen, die solche Gemälde heute kosten, durchaus tun und sich ein Plakat davon aufhängen.

Dies ist erlaubt, denn der Künstler ist schon lange verstorben und das Urheberrecht abgelaufen.

Man darf nur nicht solch ein Plakat als echt ausgeben und weiterverkaufen, das wäre Betrug.

Wobei das wohl kaum vorkommen wird, denn wer würde die Unechtigkeit nicht erkennen.

Nicht erkennbare Fälschungen echter Maler

Man sollte glauben, nicht-erkennbare, echt-aussehende Fälschungen von Malern seien grundsätzlich verboten.

Doch dem ist nicht so.

Hierfür muß man allerdings einige Unterschiede beachten.

Schon für einige hundert Euro gibt es echte Ölgemälde-Replikate weltberühmter Maler, sogar Rahmen werden angeboten (Bildquelle oben und Beitragsbild: www.kunstkopie-gemaelde.com)

Schwieriger wird es nämlich, wenn Gemälde historischer Maler nachgemalt werden, also in Öl auf Leinwand mühselig von Hand kopiert werden.

Dann ist es nicht mehr erkennbar.

Aber auch dies ist legal bzw. kann legal sein.

Sofern das Ureberrecht, also der Urheberrechtsschutz des Künstlers und auch seiner Erben schon lange abgelaufen ist.

Wer sowas möchte, kann einen Maler beauftragen und muß auch ziemlich tief in die Tasche greifen.

Wobei es heutzutage auch professionelle Anbieter gibt, die nicht zu schweizer Stundenlöhnen, den höchsten Europas mit Ausnahme von Andorra und dem Fürstentum Liechtenstein, fertigen lassen.

Und somit wird ein „echter“ Van Gogh oder sogar ein Leonardo da Vinci durchaus erschwingbar ist sogar legal.

Einige Besucher im Wohnzimmer oder im Büro dürften angesichts solcher Gemälde allerdings sich die Augen reiben und sich fragen, ob der Besitzer kürzlich im Lotto gewonnen hat.