| Die Schweizer Zeitung
Saturday November 25th 2017

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Problem Atommüll: Leuthard verneint Geheimpläne der Regierung

Früher hatte sie den Spitznamen „Atom-Doris„, dann machte sie eine vielfach in punkto Glaubwürdigkeit angezweifelte 100%tige plötzliche Kehrtwende (nach Fukushima) und bekam sogar einen Preis für den Atomausstieg der Schweiz.

Keine Geheimpläne der Regierung zur unbeliebten Atommüll-Endlagerung?

Keine Geheimpläne der Regierung zur unbeliebten Atommüll-Endlagerung?

Doris Leuthard hat heute nachmittag in Bern Vertreter der Regionalkonferenzen aus den Standortregionen für geologische Tiefenlager zu einem Gespräch getroffen. Diskutiert wurden der aktuelle Stand des Auswahlverfahrens und die Anliegen der Regionalkonferenzen an den Bund. Bundesrätin Doris Leuthard bedankte sich bei den Präsidien und Geschäftsstellen der Regionalkonferenzen für ihren großen Einsatz.

Sie bedauerte die Verunsicherung, für die letzten Oktober ein Nagra-Papier mit angeblichen Geheimplänen in den Regionen gesorgt hatte und brachte vor, daß das Schweizer Standortauswahlverfahren keinen Raum für Spekulationen um Geheimpläne und nicht nachvollziehbare Entscheide lasse.

Das Verfahren sei international einmalig und bedinge als Pilotprojekt einen gegenseitigen Lernprozeß, der den Willen zur Zusammenarbeit voraussetze. Die Vertreter der Standortregionen erhielten die Gelegenheit, ihre Wünsche und Anliegen für das weitere Verfahren vorzubringen. Die Bundesrätin kündigte an, diese aufzunehmen und so weit möglich zu berücksichtigen.

Problem radioaktive Abfälle: Niemand will sie

Doris Leuthard bestreitet Geheimpläne der Regierung im Zusammenhang mit Atommüll-Endlagerstandorten

Doris Leuthard bestreitet Geheimpläne der Regierung im Zusammenhang mit Atommüll-Endlagerstandorten. Sie bedauert entstandene Verunsicherung.

Sechs Regionen – Jura Ost, Jura-Südfuß, Nördlich Lägern, Südranden, Wellenberg und Zürich Nordost – stehen als mögliche Standorte für künftige geologische Tiefenlager auf dem Prüfstand.

Neben geologischen und technischen Untersuchungen werden in diesen Regionen derzeit auch mögliche Standortareale für die Oberflächeninfrastruktur der Lager evaluiert.

Seit Januar 2012 diskutieren die Regionalkonferenzen der betroffenen Regionen die vorgeschlagenen Standortareale und werden ihre Bewertungen in den nächsten Monaten veröffentlichen.

Weitere Aufgabe der Regionalkonferenzen im Rahmen der Standortsuche für geologische Tiefenlager ist die Mitwirkung bei den Untersuchungen zu den sozioökonomischen und ökologischen Auswirkungen der Lager sowie bei den Projekten für eine nachhaltige Entwicklung der Regionen.