Torf-Ausstieg zum Schutz der Moore: Torfverkauf soll gesenkt werden

Der Abbau von Torf schadet dem Klima und der Artenvielfalt. In der Schweiz sind die Moore geschützt und es darf kein Torf mehr abgebaut werden.

Es werden aber jährlich bis zu 524‘000 m3 Torf importiert.

Um den Einsatz von Torf in der Schweiz zu vermindern, haben Vertreter des produzierenden Gartenbaus, des Gartenhandels und der Erdenhersteller eine Absichtserklärung unterschrieben.

Sie verpflichten sich freiwillig, bis 2030 den Torfanteil in der Produktion von Pflanzen auf 5 Prozent zu vermindern.

In der Schweiz stehen Moore seit 1987 unter Schutz, und es darf hierzulande kein Torf mehr abgebaut werden. Damit werden die durch den Torfabbau entstehenden Umweltschäden insbesondere bei der Biodiversität in der Schweiz vermieden (siehe Kasten).

Um die Umweltschäden zu vermindern, die durch den Import von Torf im Ausland anfallen, hatte der Bundesrat 2012 das Torfausstiegskonzept verabschiedet.

Das Konzept sieht vor, daß die Branchen in einer ersten Phase mit freiwilligen Maßnahmen aktiv werden.

Im Sommer 2019 haben Vertreter des produzierenden Gartenbaus, Gartenhandels und der Erdenhersteller eine freiwillige Absichtserklärung unterzeichnet.

In dieser verpflichten sie sich, den Torfanteil in der Produktion und im Angebot von Zierpflanzen, Zimmerpflanzen, Stauden und Zierhölzern bis 2025 auf maximal 50 Prozent und bis 2030 auf maximal 5 Prozent zu vermindern.

Erreicht werden soll dies durch den schrittweisen Ersatz von Torf bei der Herstellung von Erdsubstraten und durch den Verzicht auf den Verkauf von Pflanzen, welche mit Hilfe von Torf angebaut werden.

Dies ist die zweite Absichtserklärung, im Sommer 2017 hatten sich die Marktteilnehmer bereits dazu verpflichtet, bis 2020 den Torfanteil in Sackerden freiwillig auf maximal 5 Prozent zu vermindern.

Torfabbau schadet der Natur, so Experten

Torfabbau schadet der Natur, so Experten

Forschung an Torf-Ersatzstoffen

Im Auftrag des BAFU hat das Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen der ZHAW in zwei Studien die Umweltwirkungen, die soziale Nachhaltigkeit, die pflanzenbaulichen Eigenschaften und die zukünftige Verfügbarkeit von 19 Torf-Ersatzstoffen beurteilt. Alle untersuchten Stoffe verursachen zwischen 28 Prozent bis 98 Prozent weniger klimaschädliche Treibhausgasemissionen als Torf.

Erdsubstrate werden vorzugsweise aus regional angebauten, nachwachsenden Reststoffen mit geringer Konkurrenz anderweitiger Nutzung oder aus Abfallprodukten, wie zum Beispiel Rinden-, Maisstengeln oder Grüngutkompost hergestellt.

Damit praxistaugliche torffreie und torfreduzierte Erdsubstrate für die Anwendung im Gartenbau zur Verfügung stehen, unterstützt das BAFU seit 2017 ein dreijähriges Pilotprojekt mit zehn Gärtnereien unter fachlicher Begleitung von JardinSuisse und des Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL.

Moorlandschaft mit Moorpflanzen wie Binsen

Moorlandschaft mit Moorpflanzen wie Binsen

Hintergrund: Umweltbelastung durch den Abbau von Torf

Mit Torf bezeichnet man trockengelegte Moorerde.

Ein Naturprodukt, das nur sehr langsam neu gebildet wird – jährlich entsteht rund 1 mm Torf – und dessen Abbau der Artenvielfalt und dem Klima schadet. Damit Torf abgebaut werden kann, werden Moore entwässert und damit wertvolle Lebensräume für Pflanzen- und Tierarten zerstört. Moore bilden ein einzigartiges Ökosystem für Arten, die nur in diesen Biotopen vorkommen.

Moore bedecken zwar nur 3 Prozent der Erdoberfläche, speichern jedoch rund ein Drittel des im Boden eingelagerten Kohlendioxids. Damit übertreffen sie sogar die Speicherkapazität der Wälder.

Kommt Torf mit Sauerstoff in Kontakt, wird es von sauerstoffzehrenden Organismen zersetzt, was klimaschädliches Kohlendioxid und Lachgas freisetzt.

Torf ist aufgrund seiner Stabilität und seinem guten Wasserspeicherungsvermögen z.B. zur Verbesserung der Bodenbeschaffenheit im Gartenbau sehr beliebt.

Diese Eigenschaften hat Torf jedoch nur solange, bis er von den Bodenorganismen abgebaut ist. Die positive Auswirkung auf die Bodenstruktur und das Pflanzenwachstum ist daher nur von kurzer Dauer.

Brutaler Machetenmord in Stuttgart: Deutschlandfunk in Kritik – Zweierlei Maß bei Berichterstattung

Der Link zur Stellungnahme "In eigener Sache" zur Nicht-Berichterstattung des Deutschlandfunks im Falle des Machentenmords von Stuttgart funktioniert nicht mehr

Donald Trump äußerte es bereits, auch andere Staatspräsidenten wie der Polens kritisierten, die Medien der Merkelregierung würden Straftaten von Migranten in Deutschland systematisch verschweigen und beschönigen.

Das eher links-stehende deutsche Alternativ-Medium KenFM berichtet aktuell über weitere Fälle von Nicht-Berichterstattung vom von Steuergeldern bezahlten deutschen Staatsmedium „Deutschlandfunk“ sowie anderen Staats- und Konzernmedien aus Deutschland.

Auch wird über journalistische Falschberichterstattung von (staatsnahen / partei-nahen) deutschen Konzernmedien wie Staatsmedien im Falle der Vergewaltigungen von Mallorca berichtet, welche anhand der obigen Beispiele belegt werden.

Rainer Rupp äußert im oben-genannten Beitrag:

„Am 2. August 2019 sah sich der Deutschlandfunk (DLF) – angeblich ein „Qualitätsmedium“ erster Klasse – zu einem ungewöhnlichen Schritt genötigt, um seine aufgebrachten Hörer, zu beschwichtigen.

Diese hatten den DLF der Vertuschungspolitik bezüglich der Berichterstattung über Schwerverbrechen bezichtigt, die von Migranten begangenen worden waren.

Dafür hatten sich die verärgerten Hörer bei dem übertrieben politisch korrekten Sender mit einem „Shitstorm“ bedankt.

Konkreter Anlaß war der wenige Tage zuvor in Stuttgart begangene „Macheten-Mord“ gewesen.

Wie seit einiger Zeit in unserem Land üblich werden Schwerverbrechen, die von Tätern mit Migrationshintergrund begangen wurden, nur noch in lokalen Medien aufgegriffen, wenn überhaupt.“

Im Video-Beitrag oder auch als Text verfügbarten Beitrag (https://kenfm.de/tagesdosis-16-8-2019-zweierlei-mass-in-der-kriminalberichterstattung/) sind die Vorwürfe dokumentiert.

Die staatlichen und staatsnahmen Medien in Deutschland halten alternativen Medien wie KenFM gebetsmühlenartig vor, sie wären nicht seriös.

Keine Qualitätsmedien seien sie angeblich. Ganz im Gegensatz zu den staatlichen und Konzern-Medien.

Daher ein Grund, sich das einmal anzusehen.

KenFM belegt seine Vorwürfe jedenfalls detailliert mit Quellen, die unter dem Beitrag zu finden sind.

Desweiteren kann man sich auch die Twitter-Diskussion im Twitter-Konto des Deutschlandfunks einmal ansehen.

Sie spricht Bände.

Und wer davon Bildschirmfoto-Belege machen will, sollte schnell handeln, dann der DLF hatte sowohl die eigene Stellungnahme zur Nicht-Berichterstattung im Fall des Machetenmords von Stuttgart als auch die im Beitrag von KenFM kritisierte Falschberichterstattung bzw. Lücken-Berichterstattung offenbar gelöscht.

Deutschlandfunk löscht sogar eigene Stellungnahme von der Webseite

Die Stellungnahme im Deutschlandfunk wurde offenbar gelöscht, ist nicht mehr auffindbar.

Auch der Bericht zur Vergewaltigung von Mallorca ist ebenfalls nicht mehr auffindbar.

Wer den Google-Link anklickt (hier ist es noch zu finden) landet wie bei der Stellungnahme im Fall der Nicht-Berichterstattung auf einer Umleitung auf die Haupt-Nachrichtenseite vom Deutschlandfunk.

Auf Twitter ist noch ein Teil der Debatte zur Nicht-Berichterstattung zum Machetenmord noch zu sehen, aber auch der Link führt ins Leere bzw. wir umgeleitet auf die Hauptseite des DLF.

Der Link zur Stellungnahme 'In eigener Sache' zur Nicht-Berichterstattung des Deutschlandfunks im Falle des Machentenmords von Stuttgart funktioniert nicht mehr

Sogar die eigene Stellungnahme gelöscht: Der Link zur Stellungnahme „In eigener Sache“ zur Nicht-Berichterstattung des Deutschlandfunks im Falle des Machentenmords von Stuttgart funktioniert nicht mehr

Interessant sind aber die Reaktionen der Leser bzw. Hörer vom Deutschlandfunk, welche wir hier einmal auszugsweise journalistisch dokumentieren (bevor sie auch gelöscht wird vom Deutschlandfunk…)

Eine Frau fragt:

„Frage in eigener Sache: Warum muß ich GEZ bezahlen für ein Medium, das nicht berichtet, sich selbst zensiert und mir vorgeben will, was von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung ist?“

Der Deutschlandfunk antwortet:

So schrecklich dieses Verbrechen auch ist: In den Nachrichten des DLF spielen einzelne Kriminalfälle selten eine Rolle. Voraussetzung für die Berichterstattung ist eine bundesweite Bedeutung. Ausführliche Informationen finden Sie beim SWR.

Die Frau schreibt daraufhin: „Ach so. Aber daß in Berlin Schrebergärtner enteignet werden sollen, ist von bundesweitem Interesse. Ich lach mich krank.“

Ach so. Aber dass in Berlin Schrebergärtner enteignet werden sollen, ist von bundesweitem Interesse. Ich lach mich krank.

Ist der Machetenmord von Stuttgart wirklich bloß von regionaler Bedeutung und für ein bundesweites in Deutschland erscheinendes Staatsmedium, welches von Steuerzahlern bezahlt wird, zu unbedeutend?

Ein anderer Leser bzw. Hörer fragt den Deutschlandfunk, warum sogar internationale Medien wie die New York Times über dieses angeblich für den DLF zu wenig bedeutsame Ereignis des Machetenmords von Stuttgart berichten, der DLF hingegen nicht:

Irgendwie haben Sie ja recht. ist regional, nicht von bundesweiter Bedeutung und ohne gesamtgesellschaftliche Relevanz Aber was ist nur mit der der los? Wieso berichtet die über einen regionalen Kriminalfall in Deutschland?

Die New York Times berichtet über das Ereignis, welches für den Deutschlandfunk zu unbedeutend ist: Den brutalen Machetenmord in Stuttgart

Die New York Times berichtet über das Ereignis, welches für den Deutschlandfunk zu unbedeutend ist: Den brutalen Machetenmord in Stuttgart

Wer das alles selbst nachlesen will, kann dies – zumindest derzeit noch – trotz Löschlaune des DLF auf Twitter mit einen Augen sehen bzw. lesen: https://twitter.com/DLFNachrichten/status/1156953144858992640

Die Leser- bzw. Hörerkommentare auf dem Twitterkonto des DLF bringen den Sender jedenfalls in Bedrängnis.

Dies der Nachvollziehbarkeit der Argumente und der offenbaren Tatsache, daß hier mit zweierlei Maß berichtet wird.

Der Deutschlandfunk erlebte aufgrund seiner abermaligen Nicht-Berichterstattung im Fall vom Machetenmord in Stuttgart einen sogenannten 'shitstorm' (zu Deutsch 'Scheiße-Sturm')

Der Deutschlandfunk erlebte aufgrund seiner abermaligen Nicht-Berichterstattung im Fall vom Machetenmord in Stuttgart einen sogenannten „shitstorm“ (zu Deutsch „Scheiße-Sturm“)

Roboter fühlen „Schmerz“ und reparieren sich selbst

Ein multinationales Projekt zur Entwicklung einer neuen Generation von Robotern, die sich selbst heilen, wird über die nächsten drei Jahre von der EU mit 3 Millionen Euro unterstützt.

Daran beteiligt sind Forscher der Vrije Universiteit Brussel, der University of Cambridge, der École Supérieure de Physique et de Chimie Industrielles de la ville de Paris (ESPCI-Paris), der Empa und des niederländischen Polymerherstellers SupraPolix im Rahmen des EU-Programms „Future & Emerging Technologies“.

Roboter spielen eine immer größere Rolle im täglichen Leben und bei der Arbeit. Bald werden Roboter nicht nur in Fabriken und Labors zu finden sein, sondern uns auch im Alltag unterstützen.

Sie werden im Haushalt helfen, die Arbeitsbelastung verringern und das Leben sicherer machen, so die Initianten des Projekts.

Sie sind weiter davon überzeugt: Roboter arbeiten dann Seite an Seite mit Menschen.

Und daher es ist wichtig, daß dies sicher geschieht, so die Forscher weiter.

Ein 3D-gedruckter Greifer aus selbst heilendem Material hält eine Erdbeere. Bild: Vrije Universiteit Brussel

Ein 3D-gedruckter Greifer aus selbst heilendem Material hält eine Erdbeere. Bild: Vrije Universiteit Brussel

Um mit zerbrechlichen Objekten geschickt umgehen zu können und die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten, werden viele Roboter der nächsten Generation aus flexiblen Materialien bestehen. Dadurch werden sie Menschen weniger verletzen.

Allerdings sind diese „weichen“ Roboter besonders anfällig für Risse durch scharfe Gegenstände. Die erforderlichen Reparaturen werden oft lange dauern und daher sehr kostspielig sein.

Wissenschaftler arbeiten daher im Rahmen des neuen SHERO-Projekts (Self-HEaling soft RObotics)  an Technologien, mit denen solche Roboter Schäden eigenständig „heilen“ können. Damit dies möglichst ohne menschliches Zutun geschehen kann, suchen die Forscher nach selbstheilenden Materialien wie etwa flexiblen Kunststoffen, aus denen die Roboter gebaut werden.

Eingebettetes Funktionsmaterial könnte dafür sorgen, den Selbstheilungsprozeß zu erkennen und zu aktivieren.

Eine Roboterhand aus speziellem Kunststoff, der sich bei Raumtemperatur selber heilen kann: Bild: Vrije Universiteit Brussel Eine Roboterhand aus speziellem Kunststoff, der sich bei Raumtemperatur selber heilen kann: Bild: Vrije Universiteit Brussel

Eine Roboterhand aus speziellem Kunststoff, der sich bei Raumtemperatur selber heilen kann: Bild: Vrije Universiteit Brussel

Das ehrgeizige Ziel des europäischen Projekts ist es, einen sanften Roboter aus selbstheilendem Material zu schaffen, der Schäden erkennt, die notwendigen Schritte einleitet und den Defekt – wenigstens vorübergehend – selbst behebt.

So kann er laufende Arbeitsprozesse abschliessen, um dann während Servicearbeiten vollständig repariert zu werden.

Partner bringen ihr spezielles Wissen (Knauhauh) ins Projekt ein

Das prestigeträchtige Projekt SHERO wird von der Universität Brüssel (VUB) mit einem Team von Wissenschaftlern des Roboterforschungszentrums Brubotics und des Polymerforschungslabors FYSC geleitet. Projektleiter Bram Vanderborght erklärt:

„Wir freuen uns sehr, an der nächsten Robotergeneration zu arbeiten. In den letzten Jahren haben wir bereits erste Schritte unternommen, um selbstheilende Materialien für Roboter herzustellen. Mit dieser Forschung wollen wir fortfahren und vor allem sicherstellen, daß Roboter, die in unserem Arbeitsumfeld eingesetzt werden, sicherer, aber auch nachhaltiger sind. Aufgrund des Selbstreparaturmechanismus der weichen Roboter könnten komplexe, kostspielige Reparaturen der Vergangenheit angehören.“

Thomas George Thuruthel, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Sensorik und Selbstheilung für weiche Robotik an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Cambridge:

„Wir werden maschinelles Lernen einsetzen, um an der Modellierung und Integration dieser selbstheilenden Materialien, Heilen von Aktoren und Sensoren, Schadenserkennung, Lokalisierung und kontrollierte Heilung zu arbeiten. Das Ziel ist es, die selbstheilenden Sensoren und Aktoren in Demonstrationsplattformen zu integrieren, um bestimmte Aufgaben ausführen zu können. “

Die Empa in der Schweiz wiederum wird sich auf die Entwicklung von neuen flexiblen Sensoren und Aktoren konzentrieren, die in die selbstheilenden Polymere eingebettet werden können. Hierzu sagt Empa-Forscher Frank Clemens:

„In einem ersten Schritt werden wir unsere elastischen, piezoresistiven Sensorfasern in selbstheilende Polymer einbetten, um die Dehnung kontinuierlich zu erfassen und den Bereich zu erkennen, in dem die Selbstheilung aktiviert werden muß. In einem späteren Schritt werden je nach Endanwendung andere Arten von Sensoren und Aktoren integriert. „

Tonny Bosman, CEO von SupraPolix: „Wir fühlen uns privilegiert, Partner in diesem Konsortium der europäischen Spitzenforschungsgruppen für weiche Robotik zu sein.

Wir sind davon überzeugt, dass unsere selbstheilenden Materialien dieses Gebiet auf die nächste Ebene heben und damit einen Mehrwert für SupraPolix, die Robotik und die gesamte Community schaffen können. “

Heikel in punkto Datenschutz: Bundesrat will nationalen Adreßdienst aufbauen

An seiner Sitzung vom 14. August 2019 hat der Bundesrat die Vernehmlassung zum neuen Adressdienstgesetz eröffnet. Damit sollen der Aufbau und der Betrieb eines zentralen Dienstes mit den Adressen aller Einwohner in der Schweiz ermöglicht werden.

Das neue Bundesgesetz über das nationale System zur Abfrage von Adressen natürlicher Personen (Adressdienstgesetz, ADG) schafft die Grundlage, damit das Bundesamt für Statistik (BFS) einen nationalen Adressdienst bereitstellen kann.

Gemeinden, Kantone und die Bundesverwaltung sowie zugriffsberechtigte Dritte wie zum Beispiel Krankenkassen sollen auf aktuelle und ehemalige Wohnadressen der Einwohner der Schweiz zugreifen können.

Damit können administrative Prozesse vereinfacht und öffentliche Aufgaben effizienter wahrgenommen werden. Heute ist es den Behörden nicht möglich, auf einfache Weise schweizweit festzustellen, wo eine Person zu einem bestimmten Zeitpunkt angemeldet ist.

Das Adressdienstgesetz regelt auch die Nutzungsbedingungen. Die Abfrage einer bestimmten Person erfolgt mittels der Versichertennummer AHVN. Folglich kann nur nach Personen gesucht werden, die den verschiedenen Verwaltungen bereits aufgrund gesetzlicher Aufgaben bekannt sind.

Die betroffenen Personen haben die Möglichkeit, nachzuvollziehen, wer ihre Adreßdaten wann abgefragt hat.

Zentrale Adreßdatenbank für die Beamten?

Der Gesetzesentwurf geht zurück auf die Behandlung zweier parlamentarischer Vorstöße (11.488 und 12.3661), sowie den entsprechenden Bericht des Bundesrats vom 12. November 2014.

Die Regierung kam darin zum Schluß, daß eine zentrale Adreßdatenbank für die öffentliche Hand von großem Nutzen wäre.

Also zu Klartext für die Beamten bzw. Staatsangestellten (Beamte wurden ja abgeschafft).

Die Regierung hat am 12. April 2017 das Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) beauftragt, einen Vernehmlassungsentwurf auszuarbeiten. Weil das BFS den Adreßdienst umsetzen wird, ist die Vorlage nun an das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) übergegangen.

Schweiz: Milliardenüberschüsse für 2019

Die vom Volk gegen den massiven Widerstand der Regierung mittels Volksabstimmung erwirkte Schuldenbremse wirkt auch viele Jahre danach immer noch positiv nach:

Erste Hochrechnung 2019: Bund rechnet mit 2,8 Milliarden Franken Überschuß

Für das laufende Jahr rechnet der Bund mit einem Überschuß von 2,8 Milliarden Franken. Budgetiert waren 1,2 Milliarden.

Die Verbesserung ist einerseits auf die Einnahmen der Direkten Bundessteuer und der Verrechnungssteuer zurückzuführen, die schon seit 2018 über den Erwartungen liegen. Insgesamt sind die Einnahmen 0,9 Prozent höher als budgetiert.

Andererseits dürfte der Bund 1,3 Prozent weniger ausgeben als vorgesehen.

Zudem fallen außerordentliche Einnahmen von 490 Millionen an, vor allem aus der Versteigerung von Mobilfunklizenzen.

Was ist die Schuldenbremse?

Hier erfahren Sie mehr über die vom Volk gegen den Willen der Regierung damals beschlossene Schuldenbremse: http://schweizerzeitung.ch/?s=Schuldenbremse

Deutschland: Über jeder 100., der einem auf der Straße begegnet, obdachlos

Deutschland 2008: 400.000 Obdachlose

Deutschland 2018: 1,2 Mio Obdachlose

Zwei Zahlen, die man zweimal ansehen muß, wenn man bedenkt, daß die Merkel-Regierung 2015 Einladungen an alle Welt offiziell versendete, nach Deutschland einzureisen auf Staatskosten bzw. Steuerzahlerkosten.

1,2 Mio Obdachlose; das bedeutet, daß aktuell rund bzw. über jede 100ste Person, die einem in deutschen Fußgängerzonen oder sonstwo begegnet ohne Obdach, wohnungslos ist.

Diese Zahlen stehen in krassem Kontrast zu den Politiker-Reden, daß Geld und Wohnungsraum etc. für Wirtschaftsmigranten und Sozialabenteurer (sogenannte Flüchtlinge, von denen in Deutschland bloß 1% einen Asylgrund haben, also einen Asylstatus erhalten) da-ist, welche von der Merkel-Regierung seit 2015 nach Deutschland offiziell eingeladen wurden.

Und dies illegal und in Mißachtung von EU-Recht und deutschem Recht.

Wie aus einem Film des bayerischen Staatsfernsehens hervorgeht, der im Dezember 2018 veröffentlicht wurde, verändert sich auch die Struktur in Obdachlosenheimen und Notunterkünften und Suppenküchen / Wärmeküchen.

Zahl der Obdachlosen in Deutschland steigt explosionsartig an

Dort sind Leute anzutreffen, die zur Gruppe derer gehören, die „schon länger in diesem Land leben“, um es mit Merkel zu sagen.

Sowie aufgrund der EU-Personenfreizügigkeit auch neu viele Osteuropäer aus Bulgarien und Rumänien, die oftmals arbeiten, aber von den niedrigen Löhnen, die sie für einfache Arbeiten erhalten, keine Mietwohnung bezahlen können, weil sie zudem oft noch Geld zu den Familien nach hause senden.

Welche Gruppe man im unten verlinkten Film so gut wie nicht in Obdachlosenheimen, Notunterkünften und Suppenküchen / Wärmeküchen antrifft, sind sogenannte Flüchtlinge.

Wer sind die Obdachlosen?

Im Video des Bayerischen Staatsfernsehens ist anfangs davon die Rede, daß rund ein Drittel der geschätzten 1,2 Mio Obdachlosen in Deutschland angeblich „anerkannte“ Flüchtlinge sein sollen, also über 400.000 Personen.

Nur sind diese erstens in den Bildern und Beiträgen fast gar nicht zu sehen.

Und diese Zahl kann rein rechnerisch nicht stimmen. Selbst nicht bei 1 oder 2 Millionen Flüchtlingen.

Wie soll ein derart hoher Prozentsatz stimmen können, wenn gemäß amtlicher, offizieller Statistiken nur 1 % Anerkennungsquote besteht, also bloß 1% aller sogenannten Flüchtlinge einen Asylgrund haben und Asylstatus erhalten?

Zumal Flüchtlinge die Mietkosten bezahlt bekommen nebst Essen, Krankenversicherung, Lebenshaltungskosten und allem, was sonst noch dazugehört, wie man zum Beispiel auf der Webseite der Stadt Berlin nachlesen kann, welche Flüchtlinge darauf hinweist, daß Sie es bezahlt bekommen.

Video des bayerischen Staatsfernsehens: https://www.youtube.com/watch?v=abdk5Q0Gwh4

Gedanken zum Nationalfeiertag 1. August 2019

Kein 1. August mehr in Bern?

1291 bis heute, 2019, das ist eine lange Zeit.

Dies im Vergleich zu den Ländern Europas, die im Vergleich zur Schweiz oft erst sehr kurze Zeit Bestand haben.

Wie alt ist die Schweiz?

1991 feierte die Schweiz ihr 800jähriges Bestehen, jetzt sind schon wieder einige Jahrzehnte dazugekommen.

Man muß dazu wissen, daß die Urschweiz 1291 beim Rütlischwur noch nicht so groß war.

Nach und nach kamen weitere Gebiete dazu, die sich der Schweiz anschlossen.

Wie die Schweiz wuchs

Die Eidgenossenschaft wuchs. Allerdings nicht, wie in Resteuropa bis vor Kurzem noch üblich durch Eroberungen und Kriege, sondern durch freiwillige Beitritte / Beitrittsanfragen.

Diese könnte es, wenn es in den Ländern der EU weiter so bergabgeht wie aktuell, möglicherweise bald wieder geben.

Würde Deutschland eine Volksabstimmung zulassen in Baden-Württemberg, so wäre die Wahrscheinlichkeit wohl groß, daß Baden-Württemberg bei der Schweizerischen Eidgenossenschaft Antrag auf Aufnahme stellen würde.

Der aktuelle heutige Nationalfeiertag ist auch ein Jubiläum. Genau 100 Jahre ist es her, daß die Schweiz fast noch einmal erneut gewachsen wäre durch ein Beitrittsgesuch.

Vor genau 100 Jahren: 1919 wollte Vorarlberg beitreten

So wie es schon das österreichische Bundesland Vorarlberg tat im Jahr 1919.

Über 81 Prozent wollten beitreten:

Es stimmten 47 727 abstimmende Bürger Vorarlbergs (81 %) für die Aufnahme von Anschlußverhandlungen mit der Schweiz, 11 378 (19 %) waren dagegen.

Damals bestand Skepsis seitens der Schweiz für die Aufnahme Vorarlbergs, weil Angst bestand, daß das Gleichgewicht zwischen Reformierten (hochdeutsch Evangelischen) und Katholiken durcheinander-geraten könnte.

Als Vorarlberg der Schweiz beitreten wollte, spielte eben die Religion noch eine größere Rolle.

Und während in Vorarberg abstimmt wurde für Anschlußverhandlungen an die Schweiz wurde innerhalb der Schweiz auch für eine Aufnahme des zuvor zu Österreich-Ungarn gehörenden Vorarberg geworben mit Plakaten:

Die Vorarlberger sind wie die Bevölkerungen von Teilen Baden-Württembergs ebenfalls alemannischer Herkunft wie große Teile der Bevölkerung der Deutschschweiz. Daher wohl das Wort 'Brüder' auf dem Plakat von 1919.

Die Vorarlberger sind wie die Bevölkerungen von Teilen Baden-Württembergs ebenfalls alemannischer Herkunft wie große Teile der Bevölkerung der Deutschschweiz. Daher wohl das Wort „Brüder“ auf dem Plakat von 1919.

Als schließlich die Siegermächte des 1. Weltkriegs mit dem Vertrag von Saint-Germain Vorarlberg in die neue Republik Deutschösterreich zwang, war das Vorhaben nicht mehr weiterverfolgbar.

Die Schweiz ist, was die EU werden will

Während heute die EU Druck zu machen versucht, daß die Schweiz beitritt, zeigt die Vergangenheit, daß es auch anders gehen kann.

Die Schweiz hat inzwischen offiziell das Beitrittsgesuch zurückgezogen.

Und es erfolgt eine Abstimmung mit den Füßen.

Immer mehr EU-Bürger flüchten aus der EU in die Schweiz.

Aus Spanien, Portugal, Frankreich, Deutschland und Italien vor allen Dingen. Also genau den EU-Ländern, die besonders obrigkeitsstaatlich und schlecht regiert sind gegenwärtig.

In der Schweiz leben unterschiedliche Mentalitäten, Nationalitäten, Sprachgebiete, Kulturgebiete ohne Zwang wie in der EU zusammen. Und dies funktioniert aufgrunddessen, daß man – anders als in der EU heute der Fall – sich möglichst weitgehend in Ruhe läßt und respektiert anstatt zu versuchen, alles zu vereinheitlichen, zu reglementieren und zu regulieren.

Man wird sehen, was die Geschichte in Zukunft noch alles bringt.

Gegenwärtig wird aktuell am 1. August erstmal ein weiteres Jahr des Bestehens der Eidgenossenschaft seit dem Rütli-Schwur und der „Gründung der Urschweiz“ gefeiert.

Es gibt viele Höhenfeuer auf den Gipfeln und Bergen. Und Feste in den Tälern und Gemeinden.
Sowie natürlich Feuerwerk.

Feuerwerksverkauf zum 1. August-Nationalfeiertag

Feuerwerksverkauf zum 1. August-Nationalfeiertag

Und natürlich wird auch grilliert (nicht gegrillt).

Daß grilliert wird und nicht gegrillt (hochdeutsch), ist nicht ganz unwichtig, das mußte jüngst Coop erfahren. Die Firma erfuhr einen sogenannten „Scheißsturm“ (ja so heißt ein „shitstorm“ auf Deusch übersetzt, klingt schon ganz anders in der Muttersprache als in Denglisch).

Und zwar gab es massenhaft Proteste gegen das Hochdeutsche. Gegen das Wort grillen anstatt grillieren.

Und auch der andere große Einzelhandelsriese der Schweiz, Migros, mußte es erfahren, daß man sich unbeliebt macht bei den Kunden, wenn man deutsche Werbeagenturen beauftragt, die dann vom Zürichersee anstatt vom Zürisee sprechen.

Bildschirmfotoausriß: 20Min über den Fehltritt der Migros, welcher die Kunden empörte, wurde doch dafür geworben, Schweizer Produkte zu kaufen und die Werbung dazu im Ausland in Auftrag gegeben.

Bildschirmfotoausriß: 20Min über den Fehltritt der Migros, welcher die Kunden empörte, wurde doch dafür geworben, (hochpreisigere) Schweizer Produkte zu kaufen und die Werbung dazu im Ausland in Auftrag gegeben.

Oder die Migros ließ eine deutsche Werbeagentur einen Werbespot drehen und dort heißt es in der Aussprache nicht „Migroh“ sondern „Migros“ auf Hochdeutsch.

Beides gab Proteststürme der Kunden, hier ein damaliger Bericht aus dem „Blick“ zur Aussprache des Wortes Migros mit S anstatt ohne S:
So oder so sind zurzeit die Läden voll mit Schweizer Produkten traditioneller Art mit Schweizerkreuz, Edelweiß etc. etc.

Auch deutsche Discounter halten mit und machen es nicht anders als viele Schweizer Firmen, sie importieren.

Wer etwa beim Aldi (hier ein Foto von heute) einen „Original“-Appenzeller-Gürtel kauft anläßlich des 1. August 2019, der erhält ihn schon für 29 Franken.

Allerdings:

Wer die Verpackung, die schweizerisch 3sprachig beschriftet ist, genauer studiert, liest, daß der „Schweizer Gürtel“ in der Türkei hergestellt wurde (so wie viele Textilien, Taschen und Gürtel heute in der Türkei, in China oder Indien etc. hergestellt werden).

Türkischer Gürtel bzw. Gürtel im 'Schweizer Design'...

Schweizerischer wirds nicht mehr: Türkischer Gürtel bzw. Gürtel im „Schweizer Design“…

Generell ist es Einstellungssache und natürlich auch eine Frage der Finanzen, welche Produkte man bevorzugt.

Die Globalisierung kann durchaus auch Vorteile haben, so bringt sie doch in ärmere Länder auch Geld und Devisen und kurbelt dort die Wirtschaft an.

So kann man dies zumindest auch sehen.

Allerdings sollte man sich in punkto Umwelt und Langlebigkeit bzw. der so viel und viel gepriesenen Nachhaltigkeit bewußt sein, daß Billigprodukte nicht die gleiche Qualität haben können.

So kann man fest mit rechnen, daß auch die diesjährig im Aldi verkauften Appenzellergürtel hinsichtlich der Beschaffenheit ihrer Ornamente aus Metall nicht die gleiche Qualität haben (können) wie hochpreisigere Schweizer oder deutsche / österreichische ähnliche Produkte, deren Metallteile elektropoliert (vgl. hier: alube.de) verarbeitet wurden.

 

 

Calancatal: Steuergeld für ersten Naturpark in der italienischen Schweiz

Tourismus-Wirtschaft: Im bündnerischen Calancatal entsteht der erste Regionale Naturpark in der italienischsprachigen Schweiz.

Das BAFU unterstützt den Kanton Graubünden und die beteiligten Gemeinden mit Finanzhilfen bei der Errichtung des Parks.

Zudem hat das BAFU dem Regionalen Naturpark Thal und dem Naturerlebnispark «Wildnispark Zürich Sihlwald» ab 2020 für weitere 10 Jahre das Park-Etikett verliehen.

Wild und urtümlich ist das Calancatal im Süden des Kantons Graubünden. Seine Bevölkerung ist stolz auf die gut erhaltenen Dorfkerne und steinbedeckten Häuser.

Um dieses Tal mit seinen Natur- und Kulturjuwelen besser bekannt zu machen und zu erhalten, haben die Gemeinden Buseno, Calanca und Rossa beschlossen, im Calancatal einen Regionalen Naturpark zu errichten.

Die Gemeinde Misox (Mesocco) ist ebenfalls mit einem Teil ihres Gebiets am Projekt beteiligt.

Die Absicht dazu entstand nachdem das Nationalparkprojekt Adula, dem diese Gemeinden zugestimmt hatten, im Zuge einer Gemeindeabstimmung abgelehnt wurde.

Das BAFU unterstützt die Errichtung des ersten Regionalen Naturparks der italienischsprachigen Schweiz mit Finanzhilfen und verleiht dem Parkprojekt das Kandidatur-Etikett.

Damit können die für einen Park nötigen Strukturen aufgebaut sowie Angebote und Projekte zum Beispiel in den Bereichen Natur, Landschaft und Tourismus realisiert werden.

Positive Entwicklung der Pärke in der Schweiz

Der Naturparkkandidat Calanca gesellt sich zu den 15 Regionalen Naturpärken und dem Naturerlebnispark Wildnispark Zürich Sihlwald sowie dem Naturerlebnispark Jorat, der gegenwärtig errichtet wird.

Da die Pärke sich insgesamt positiv entwickeln, interessieren sich in verschiedenen Fällen weitere Gemeinden für die Integration in einen Park.

Ein Beispiel dafür ist die Erweiterung des Regionalen Naturparks Beverin im Raum Rheinwald / Domleschg.

Parklabel für den Naturpark Thal und den Wildnispark Zürich Sihlwald erneuert

Das BAFU anerkennt Pärke von nationaler Bedeutung, indem es diese mit dem Parklabel auszeichnet. Der Bund verleiht das Label für jeweils 10 Jahre.

Zur Erneuerung des Parklabels führen die Pärke eine Auswertung über die erbrachten Leistungen durch. Auf der Basis dieser Erkenntnisse legen sie die Zielsetzungen und Managementgrundlagen für die nächste zehnjährige Betriebsphase fest.

Das BAFU würdigt die Leistungen des Regionalen Naturparks Thal und des Naturerlebnisparks «Wildnispark Zürich Sihlwald» und verleiht ihnen für weitere 10 Jahre das Parklabel.

Wenn man im Spital noch kränker wird als vorher: Spitalinfektionen

Biofilme sind enorm widerstandsfähige Ansammlungen von Keimen, die besonders in Spitälern zum Problem werden können.

Wie ein einziges großes Lebewesen breiten sie sich auf Wunden aus oder besiedeln Implantate und Medizinprodukte.

Biomedizinische Materialien mit neuartigen Oberflächen sollen den Krankheitserregern Einhalt gebieten.

Manch einer, der ins Spital muß, wird dort erst recht krank. Durchschnittlich sieben Prozent aller Patienten in Industrieländern sind von derartigen «nosokomialen» Infektionen betroffen. Auf Intensivstationen steigt das Risiko nochmals deutlich an. Schwere Erkrankungen bis hin zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung können die Folge sein.

Besonders leichtes Spiel haben die Krankenhauskeime, sobald ein Patient mit invasiven medizinischen Maßnahmen behandelt wird: Steckt man Schläuche in den Körper, etwa um ihn zu beatmen, ihm Flüssigkeit zuzuführen oder Urin abzuleiten, fassen die Infektionserreger schnell Fuß. Wie solche Infektionen verhindert werden könnten, ist noch ungeklärt.

Eine Gruppe aus Empa-Forschern und Medizinern vom Kantonsspital St. Gallen arbeitet zurzeit an einem Projekt, das das Risiko von Spitalinfektionen senken soll.

Der Fokus liegt dabei auf der Analyse von Biofilmen, Ansammlungen von Keimen auf Oberflächen, die sich etwa in Harnkathetern ausbreiten.

Will man Materialien konzipieren, die das Entstehen von Biofilmen unterbinden, muss jedoch zuerst geklärt werden, wie es überhaupt zum gefährlichen Keimwachstum kommt. Denn gegen Unbekannt lassen sich keine passenden Schutzmaßnahmen entwickeln. Und hier tappte die Medizin bisher wortwörtlich im Dunkeln – denn es war weitgehend unbekannt, was eigentlich im Inneren eines Katheters wächst.

Die Empa-Forscherin Qun Ren ist den Geheimnissen im Inneren von Polymerschläuchen auf der Spur. Gemeinsam mit den St. Galler Spitalärzten untersuchte sie die Rückstände aus Harnleiterschienen von knapp 90 Patienten. Die Verwendung eines Stents im Harnleiter ist eine gängige Prozedur, etwa bei der Behandlung von Nierensteinen. «Wird ein derartiger Stent eingesetzt, treten jedoch häufig Beschwerden und Harnwegsinfekte auf», sagt Ren.

So auch bei den untersuchten Patienten: Nach einer vergleichsweise kurzen Verweildauer im Körper von rund 3 Wochen hatten sich in den Schläuchen nicht nur Calciumkristalle aus dem Urin abgelagert, die Forscherin fand in den Proben auch Bakterienansammlungen. «Auf der Materialoberfläche hatten sich Biofilme gebildet, aus denen sich Bakterien anzüchten liessen», so die Forscherin.

Das Wesen im Schlauch

Und genau mit diesen Biofilmen halten die Wissenschaftler das vermutlich erfolgreichste Lebewesen der Welt in Händen: Ansammlungen von Bakterien, eingebettet in eine selbst produzierte schleimige Matrix, die sich wie ein einziger großer Organismus verhält.

Und sie waren schon lange vor uns da. Biofilme finden sich bereits in den ältesten bekannten Fossilien unserer Erdgeschichte. Es wundert nicht, dass sie sich seither hartnäckig gehalten haben und unter widrigen Bedingungen, etwa in Harnkathetern, gedeihen, denn sie verfügen über erstaunliche Überlebensstrategien.

Dank der gelartigen Schicht aus Biopolymeren sind die zusammenlebenden Bakterien geschützt, beweglich und miteinander verbunden. Munter tauschen sie nützliche Erbgutstücke untereinander aus, kommunizieren über chemische Signale und melden an die Oberfläche, wenn die tieferen Schichten der «WG» Hunger leiden.

Antibiotika und Desinfektionsmittel durchdringen den Film kaum, und bei Bedarf senden sie einen Trupp von Pionieren an einen neuen Ort und gründen weitere Kolonien, einem metastasierenden Tumor gleich.

Geschickt wie ein Gecko

Was in der Natur erfolgreich ist, kann im Spital für Patienten böse enden. Ziel ist es daher, neue Materialien beispielsweise für Katheter zu entwickeln, um das Risiko von Infektionen zu senken. «Ein Schlüsselereignis bei der Entstehung eines Biofilms ist der Moment, wenn sich frei bewegliche Bakterien auf der Oberfläche anheften», erklärt Ren.

Dabei setzen manche der Mikroorganismen auf denselben Trick wie Geckos, die kopfüber an einer Glasscheibe Halt finden: Sie nutzen Van-der-Waals-Kräfte, Wechselwirkungen zwischen ihren eigenen Molekülen und jenen der Oberfläche, die ihnen ein neues Zuhause bieten soll.

Andere Exemplare beschichten die Schläuche mit einem passenden Überzug, was das Niederlassen auf der Oberfläche unterstützt. «Um die Bakterien zu bekämpfen, muss man daher bereits den Prozess der Anheftung verhindern», so Ren.

Voraussetzung für praxistaugliche Materialien und Beschichtungen, die sich den Keimen widersetzen, ist der lückenlose Forschungs- und Entwicklungstransfer «from bench to bedside». Bewähren kann sich ein Material nur dann, wenn die Analysen im Labor so realitätsnah wie möglich sind.

Die Empa-Forscher haben daher ein mehrteiliges Labor-Modell entwickelt, die den Bedingungen im Spital so nah wie möglich kommen. Potenzielle Katheter-Kandidaten werden hierbei im Bioreaktor von Flüssigkeiten durchspült, wie es einer echten Harnleiterschiene im Körperinneren widerfährt. Untersuchungen aller vorhandenen Mikroorganismen mittels Konfokalmikroskopie, Bakterienkultur und Erbgutanalyse folgen.

Gleichzeitig werden die mit Calciumkristallen bewachsenen Materialienoberflächen mittels Röntgenanalyse charakterisiert. «Nur wenn wir die Bakterien in den Biofilmen genau kennen, können wir sichere und hocheffiziente neue Materialien herstellen, die sich ihnen widersetzen», sagt Ren.

Anhand der Proben aus dem Kantonsspital St. Gallen konnte nun als weitere Grundlage des Modells genau gezeigt werden, was im Körper mit Kathetern aus herkömmlichen Materialien passiert.

Da es sich um Patienten handelte, die vor dem Einsetzen des Stents keine Anzeichen einer Infektion zeigten und den Schlauch lediglich kurz im Körper trugen, waren die gewachsenen Biofilme erwartungsgemäß mild ausgeprägt. Klar ist aber bereits jetzt, dass manche Erregerarten oft gemeinsam in einer bestimmten Gruppe auftreten.

So wiesen manche Patienten vor allem schädliche Enterobakterien in ihren Proben auf, während andere beispielsweise über Erregerarten wie Milchsäurebakterien verfügten, denen man eine möglicherweise schützende Wirkung zuschreibt. Wie diese Erregergruppen der Patienten mit dem Risiko einer Spitalinfektion zusammenhängen, werden die Forscher nun untersuchen. Ebenfalls wird derzeit eine spezielle Ausstattung von Oberflächen für bestimmte Keimträger diskutiert. In einem nächsten Schritt will das Team nun Proben von Langzeitbehandlungen und infizierten Patienten unter die Lupe nehmen.

Gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer: Volksinitiative zustande-gekommen

Waffenexporte in Bürgerkriegsländer sind – zurückhaltend formuliert – äußerst umstritten.

Wie auch andere europäische Länder ist die Schweiz aktiv beteiligt, in Länder, die für Menschenrechtsverletzungen (z. B. Saudi-Arabien) bekannt sind als auch in Länder, die in Bürgerkriege verwickelt sind, Kriegsmaterialien zu liefern.

Die am 24. Juni 2019 eingereichte eidgenössische Volksinitiative «Gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer (Korrektur-Initiative)» ist nun formell zustande gekommen.

Die Prüfung der Unterschriftenlisten durch die Bundeskanzlei hat ergeben, daß von insgesamt 126 597 eingereichten Unterschriften 126 355 gültig sind.

Korrektur-Initiative

Die Volksinitiative hat einen ungewöhnlichen Namen, welcher auch auf der Webseite der Initianten leider nicht wirklich erklärt wird.

Sie heißt aber wohl so, weil sie möchte, daß der Entscheid des Schweizer Bundesrats, gegen den mutmaßlich mehrheitlichen Willen des Volks, trotzdem solch umstrittene Waffenexporte zu erlauben, korrigiert wird.

Lanciert worden war die Volksinitiative als der Bundesrat – um die Schweizer Rüstungsindustrie zu stützen – Waffenexporte ausweiten wollte und auch in Bürgerkriegsgebiete erlaubte, sofern nicht die Annahme bestünde, daß die exportierten Kriegsmaterialien in den Bürgerkriegsgebieten eingesetzt würden.

Schweizer Bundesrat soll nicht mehr eigenmächtig handeln dürfen

Weiter wird gefordet, daß bei Waffenexporten das 7er-Gremium des Bundesrates nicht mehr eigenmächtig verfügen kann, sondern Parlament und Volk ein Mitspracherecht haben sollen.

Getragen wird die Volksinitiative hauptsächlich von linken Parteien, die bürgerlichen Parteien SVP und FDP und die Mitte-Links-Parteien wie CVP, BDP sind für den Beibehalt der Waffenexporte.

Das dürfte bei der Wählerschaft dieser Parteien allerdings sich anders verhalten, sodaß die Volksinitiative eine reale Chance haben wird.

Maßvolle Initiative

Bereits einmal war eine Volksinitiative für ein Verbot von Waffenexporten gescheitert.

Die aktuelle Volksinitiative jedoch will kein generelles Verbot von Waffenexporten.

Sondern bloß, daß keine Kriegswaffen in solche Staaten exportiert werden welche Menschenrechte systematisch und schwerwiegend verletzen oder in Bürgerkriege / Kriege (neudeutsch sogenannte „Konflikte“) verwickelt sind.

Nicht maßvolle Initianten

Allerdings, wer nachschaut, wem die Domains KorrekturIniative.ch und Korrektur-Initiative.ch gehören, stößt auf GSoA, die Gesellschaft Schweiz ohne Armee.

Dies ist eine alles andere als maßvolle Organiation, sondern eine Gesellschaft mit extremen Forderungen.

Solche Forderungen nach Reduzierungen und gänzlicher Abschaffung der Armee gab es übrigens in der Schweiz auch schon vor der Hitlerzeit in Europa. Hätte nicht ein Gesinnungswandel auf eine Stärkung der Armee stattgefunden wäre die Schweiz (ohne ein Armee oder mit reduzierter Armee) ohne Zweifel an das Dritte Reich gefallen.

Volksinitiativen gewinnt nur, wer die breite Masse für sich gewinnen kann

Denn nur überparteilich in Volk befürwortete Volksinitiativen haben generell eine gute Chance, auch wenn die Parteien der Wähler anderer Meinung sind.

So wie bei der Minarettverbots-Initiative, die mit großem Mehr angenommen wurde.

Und dies gegen den ausdrücklichen Willen der linken und der sogenannten Mitteparteien (nur die SVP war dafür bekanntermaßen). Aber mit den Stimmen der linken Wäherschaft. Stimmen von linken Wählern, die ein Zeichen setzen wollten gegen Zumutungen wie Ehrenmorde etc. oder gegen die Unterdrückung der Frau etc. sich stellten.

Man darf gespannt sein, ob bei der Initiative gegen den Waffenexport in Bürgerkriegsländer das Gleiche mit umgekehrten Vorzeichen passiert.

Also daß hier ein sogenannt „linkes“ Anliegen mit den Stimmen der Mitte-Wähler und der konservativen / rechten Wähler erfolgreich durch eine Volksinitiative realisiert werden wird.

Weitere Infos zur Volksinitiative gibt es auf dieser Webseite der Initianten.

Remo Maßat

1 2 3 4 127