| Die Schweizer Zeitung
Tuesday November 21st 2017

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Neue Erhebung des landwirtschaftlichen Einkommens

Agroscope ermittelt die Einkommen der Schweizer Landwirtschaft neu auf der Basis von zufällig ausgewählten einfachen Finanzbuchhaltungen. Der Wechsel auf eine Zufallsstichprobe erfolgte auf Verlangen des Ethikrats der öffentlichen Statistik.

 Mit der neuen Methode können bedeutende methodische Lücken im bisherigen System eliminiert werden. Im Jahr 2014 hat Agroscope die alte und neue repräsentativere Stichprobe parallel erhoben. Dabei ergeben sich rein rechnerisch teils erhebliche Differenzen, wie Agroscope heute informierte. In der Realität können die Landwirte jedoch genau gleich viel konsumieren, investieren oder sparen.

Die Veränderungen bei den statistisch ausgewiesenen Einkommen haben zwei Ursachen. Zum einen ändert die Betriebsauswahl. Die Betriebe werden neu zufällig ausgewählt und die Mindestgrösse für die Beteiligung wird leicht erhöht. Zudem sinkt der Erfassungsaufwand für die Betriebe, da die Erhebungsmethode wesentlich vereinfacht wurde. Zum anderen spielen neue Regeln bei der Buchführung eine Rolle, die die Vergleichbarkeit mit der übrigen Wirtschaft verbessern.

Geringe Auswirkung auf Einkommen der Haushalte

In der neuen, repräsentativeren Zufallsstichprobe weisen die Betriebe im Durchschnitt eine um 10 Prozent grössere landwirtschaftliche Nutzfläche sowie 18 Prozent mehr familieneigene Arbeitskräfte aus. Die landwirtschaftlichen Einkommen liegen deshalb – ohne Berücksichtigung der Anpassung der Rechnungslegung – um 6 Prozent höher. Die oft geäusserte Vermutung, dass sich im alten System hauptsächlich Betriebe mit höheren Landwirtschaftlichen Einkommen befinden, lässt sich deshalb nicht bestätigen.

Die Effekte der neuen buchhalterischen Regeln senken die Einkommen um 13 Prozent. Gleichzeitig nimmt jedoch das Einkommen aus dem Nebenerwerb zu und sinkt rein rechnerisch der Privatverbrauch. Am Ende des Jahres bleibt den Betrieben deshalb ähnlich viel Geld für Investitionen und zum Sparen übrig wie bei der alten Berechnung, ohne dass die Landwirte und ihre Familien unter dem Jahr weniger konsumiert hätten.

Mehr Familienarbeitskräfte eingesetzt

Der Arbeitsverdienst pro Familienarbeitskraft fällt mit der neuen Stichprobe tiefer aus, weil neu 1,43 statt wie bisher 1,22 Familienarbeitskräfte eingesetzt werden. Wieso dieser Anteil der Familienarbeitskräfte in der Zufallsstichprobe wesentlich höher ausfällt, muss noch vertieft untersucht werden.